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Suitbert Bäumer

deutscher Benediktinermönch, Subprior

Suitbert Bäumer OSB (* 28. März 1845 auf Haus Leuchtenberg bei Kaiserswerth als Johann Adolf Bäumer; † 12. August 1894 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Benediktiner und Liturgiker.

LebenBearbeiten

Bäumer absolvierte das Gymnasium in Düsseldorf, studierte in Bonn und Tübingen, zuerst Rechtswissenschaften, dann katholische Theologie. In Tübingen wurde er 1864 Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia. Danach erfolgte sein Eintritt in das neu gegründete Benediktinerkloster St. Martin in Beuron im Donautal, das damals erst sechs Mitglieder zählte. Er wurde dort am 5. Januar 1865 als Novize eingekleidet und erhielt den Ordensnamen 'Suitbert'. Am 5. Oktober 1866 legte er die Ordensgelübde ab und empfing am 3. Juni 1869 die Priesterweihe. Er war im Kloster als Bibliothekar und Lektor für Kirchenrecht und Exegese tätig.

Infolge des Kulturkampfs des Jahres 1875 wurden die Beuroner Mönche zur Auswanderung genötigt und übersiedelten u. a. in das neu gegründete Kloster Maredsous in Belgien. Hier – wie zwischenzeitlich auch im Kloster Erdington bei Birmingham – wirkte Bäumer lange als Subprior. Er gab sich mit großem Eifer liturgiewissenschaftlichen und patristischen Studien hin und leitete die dortige liturgische Druckerei der Brüder Desclée in Tournai.

In den Jahren 1886 bis 1894 arbeitete er zunächst die Geschichte des Breviers auf, wobei er sich auf umfassende Materialsammlungen stützen konnte, die er in deutschen und ausländischen Bibliotheken und ihren handschriftlichen Beständen angelegt hatte. Unter seiner Mitwirkung erschienen verschiedenen Zeitschriften sowie Ausgaben des Römischen Breviers (1882), des Benediktiner-Breviers (Breviarium monasticum, 1884), des Missale und des Rituale und einer neuen Vulgata (1885).

Im Jahre 1890 kehrte er in der Stellung eines Subpriors nach Beuron zurück, wo er aber durch fortgesetzte Überanstrengung im Frühjahr 1894 schwer an einem ererbten Herzleiden erkrankte. Zur Genesung wurde er zu den Barmherzigen Schwestern nach Heitersheim bei Freiburg gebracht; dort starb er am 12. August 1894. Beigesetzt wurde er in der Klostergruft Beuron.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

Monographien
  • Johannes Mabillon. Ein Lebens- und Literaturbild aus dem XVII. und XVIII. Jahrhundert. Augsburg 1892.
  • Das Apostolische Glaubensbekenntnis. Seine Geschichte und sein Inhalt. Mainz 1893.
  • Geschichte des Breviers. Versuch einer quellenmäßigen Darstellung der Entwicklung des altkirchlichen und des römischen Officiums bis auf unsere Tage. Freiburg im Breisgau 1895 (online).
    • Histoire du bréviaire, übersetzt von R. Biron, Paris 1905 (online).
Aufsätze

LiteraturBearbeiten