Studienausgabe

Als Studienausgabe bezeichnet man zum einen eine – insbesondere für Studenten – hergestellte Ausgabe eines Fachbuchs oder Nachschlagewerks, die inhaltlich der Standardausgabe entspricht, aber aufgrund geringwertigerer Verarbeitung in Papier und Einband und einfacherer Gestaltung wesentlich preisgünstiger ist.

Wissenschaftlicher TerminusBearbeiten

In der Literaturwissenschaft wird als Studienausgabe eine editionswissenschaftliche Form des Abdrucks bezeichnet. Um das Lesen eines Variantenapparats zu vereinfachen, bzw. obsolet zu machen, werden hier zwei Fassungen eines Werks synoptisch (also nebeneinander) abgedruckt – teilweise auch als Faksimile. Somit können beispielsweise zwei unterschiedliche Fassungen von Goethes Willkommen und Abschied verglichen, diskutiert und studiert werden, ohne sich Vorwissen über das Lesen eines Variantenapparats aneignen zu müssen.

Ausgaben, die dies nicht nur punktuell, sondern in aller Breite versuchen, nennt man historisch-kritische Ausgabe. Die oben als „Standardausgabe“ bezeichnete Publizierung ist literaturwissenschaftlich gesehen die Leseausgabe. Ist diese durch Wissenschaftler von (Über)Setzungsfehlern bereinigt, wird sie kritische Ausgabe genannt.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jochen Vogt: Einladung zur Literaturwissenschaft. 6., erw. u. aktualisierte Auflage. Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2008, S. 84.