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Strumpfwirker ist die Bezeichnung für einen ehemaligen Beruf. Sie stellten durch Fadenverschlingung Maschenwaren wie Strümpfe, Socken, Schlafhauben, Hosen, Handschuhe aus Schafwolle, Seide, Baumwolle oder Leinengarn her. Das Handstricken soll in Italien schon 1254 bekannt gewesen sein, jedenfalls trug Papst Innozenz IV. auf seinem Totenbett gestrickte seidene Handschuhe. Gestrickte Strümpfe setzten sich erst mit der Vorherrschaft der spanischen Tracht seit Mitte des 16. Jahrhunderts durch. 1589 gelang dem protestantischen englischen Geistlichen William Lee die Erfindung der Strickmaschine. Nach dem Edikt von Fontainebleau, das die Gleichberechtigung der Hugenotten mit den Katholiken rückgängig machte, flüchteten die protestantischen Wirker samt ihren Werkzeugen unter anderem nach Deutschland und führten dort die Wirkerei ein.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Rudi Palla: Das Lexikon der untergegangenen Berufe. Eichborn, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-8289-4152-4.