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Die Streitkräfte der Tschechischen Republik (tschechisch: Armáda České republiky (AČR)) bestehen aus Heer, Luftwaffe und Unterstützungs- und Ausbildungskräften. Als Binnenland verfügt Tschechien über keine Marine.

TschechienTschechien Streitkräfte der Tschechischen Republik
Armáda České Republiky
Logo of the Czech Armed Forces.svgRoundel of the Czech Republic.svg
Führung
Oberbefehlshaber: Präsident Miloš Zeman
Verteidigungsministerin: Lubomír Metnar
Militärischer Befehlshaber: Generalleutnant Aleš Opata (Chef GenStab)
Militärische Führung: Generalstab
Sitz des Hauptquartiers: Prag
Teilstreitkräfte: Znak PS AČR.jpg Landstreitkräfte (Pozemní síly)

Emblem of Czech Air Force.svg Luftstreitkräfte (Vzdušné síly)

Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 26.000 (2019)[1]
Reservisten: 11.000 (2016)[2]
Wehrpflicht: Nein
Wehrtauglichkeitsalter: 18
Haushalt
Militärbudget: 2,969 Mrd. $ (2019)[1]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,19 % (2019)[1]
Geschichte
Gründung: 1. Januar 1993
Höchste Mannstärke: 38.049 (1. Januar 1993)[3]
Generalstab der Streitkräfte der Tschechischen Republik in Prag-Dejvice, Vítězné náměstí (Siegesplatz)

GeschichteBearbeiten

Die Tschechoslowakische Armee der Jahre 1990 bis 1992 war Nachfolgeorganisation der Tschechoslowakischen Volksarmee (Československá lidová armáda/ČSLA), der drittstärksten Armee im Warschauer Pakt, die in den 1980er-Jahren noch mehr als 200.000 Mann umfasste. 1992 erfolgte die Trennung der Tschechoslowakischen Republik in die Tschechische und die Slowakische Republik. Die Angehörigen der bisherigen gemeinsamen Armee durften selbst entscheiden, ob sie fortan in der tschechischen oder der slowakischen Armee dienen wollten. Mit ihren rund 90.000 Mann (Anfang 1993) erwies sich die Armee der neuen Tschechischen Republik als zu groß und zu teuer. 1994 wurde daher eine Reduzierung der Truppenstärke um 20.000 Mann beschlossen.

1997 verfügten die Streitkräfte über elf Kampfbrigaden (etwa drei Divisionen), sechs Kampfstaffeln, eine Hubschrauberstaffel und drei Flugabwehrbrigaden mit insgesamt 65.000 Soldaten. Wie in anderen europäischen Staaten wurde die Anzahl der Soldaten in den folgenden Jahren jedoch deutlich reduziert. Zum 1. Januar 2009 beschäftigten die tschechischen Streitkräfte noch 24.103 Militärs sowie 10.575 Zivilangestellte. Seit 1999 ist das Land Mitglied der NATO. 2004 wurde die Wehrpflicht abgeschafft; seit 2005 werden neue Strukturen mit Berufssoldaten eingeführt.[4] Tschechien verfügt aktuell etwa über 26.000 Soldaten und ca. 11.000 Reservisten. Das Land hat derzeit 123 Kampfpanzer. Die Luftstreitkräfte verfügen über 44 Kampfflugzeuge.[5]

AuslandseinsätzeBearbeiten

Die Tschechoslowakei hat sich bereits vor der Trennung in die Staaten Tschechien und Slowakei an internationalen Operationen beteiligt. So sandte das Land kurz vor der Auflösung des Warschauer Pakts (1991) und als einziges Land dieses Militärbündnisses 200 Soldaten einer chemischen Spezialeinheit in den Zweiten Golfkrieg. Die Einheit unterstützte die Streitkräfte der Vereinigten Staaten während der Operation Desert Shield.

Teilnahme an internationalen HilfsoperationenBearbeiten

In der Folge nahm das Land an verschiedenen Hilfsoperation der UNO, OSZE und EU teil. Zudem gehörte das Land 2004 zur Koalition der Willigen, die Soldaten in den Irakkrieg entsandten. In Tschechien war der scheidende Staatspräsident Václav Havel Befürworter des Krieges, während die Bevölkerung diesem mehrheitlich ablehnend gegenüberstand.

Einsatz Soldaten Zeitraum
IFOR 1995–1996
SFOR 1996–2004
KFOR Seit 1999
Irakkrieg 317 (1 gefallen) 2004–zurück befohlen
EUFOR Operation Althea 65 2004–2008
ISAF 480 Seit 2004
Operation Enduring Freedom 100 Seit 2004

Organisation und StrukturBearbeiten

Die Streitkräfte sind folgenden Orgbereichen Unterstellt:

  • Generalstab der Tschechischen Streitkräfte (Prag)
    • Kommando TSK gemeinsame Streitkräftebasis (Joint Force Command) (Olomouc)
      • Verbände Heer und Luftwaffe
    • Kommando Unterstützungs- und Ausbildungskräfte (Stará Boleslav)
 
Struktur 2016

AusrüstungBearbeiten

 
Panzer T72M4CZ der Tschechischen Streitkräfte
 
Saab JAS-39 Gripen
 
Aero L-159
 
PZL W-3 Sokół
 
Mil Mi-24-Kampfhubschrauber
 
Tschechische KFOR-Soldaten

Ausrüstung (Auswahl)

Anzahl Bezeichnung
Landstreitkräfte
179 T-72, Kampfpanzer (30 aufgerüstet zu T72M4, 478 T72 in Reserve)
207 BMP-1, Schützenpanzer
76 BPzV-1, Schützenpanzer
174 BMP-2, Schützenpanzer
28 OT-64 SKOT, Truppentransporter
29 OT-90, Truppentransporter
107 Pandur II, Truppentransporter
62 Nexter Titus, Truppentransporter
168 DANA, 152-mm-Panzerhaubitze
60 RM-70, 122-mm-Raketenwerfer
85 M1982 PRAM-L, gezogene 120-mm-Mörser
8 SPM-85 PRAM-S 120-mm-Mörser mit Selbstantrieb
3 ARTHUR, Artillerieaufklärungsradar
114 Land Rover Defender 110 TDi, leichte Geländewagen
79 Land Rover Defender 130 Kajman, leichte Geländewagen
19(+90) Iveco LMV, gepanzerte leichte Geländewagen
588 Tatra T 810, Militär-Lastkraftwagen
1000+ Tatra T 815, Militär-Schwerlastkraftwagen
Luftstreitkräfte
14 Saab JAS-39 Gripen, Jagdflugzeug
71 Aero L-159 ALCA, Trainings- und leichtes Erdkampfflugzeug *
Aero L-39 ALBATROS, Trainingsflugzeug
4 CASA C-295, Transportflugzeug
Antonow An-26, Transportflugzeug
2 Airbus 319, Geschäftsreiseflugzeug
38 Mil Mi-24, Kampfhubschrauber
11 PZL W-3 Sokół, Hubschrauber
16 Mil Mi-17, Hubschrauber
2K12 Kub, Raketenflugabwehrsystem
9K35M Strela-10M, Raketenflugabwehrsystem
S-75, Raketenflugabwehrsystem
S-125 Nĕva-M, Raketenflugabwehrsystem
Vera-E, passives Sensorsystem

Von den bis 2003 beschafften 72 Aero L-159 ALCA werden lt. Beschluss der tschechischen Regierung vom 7. Juli 2004 nur 24 Maschinen im aktiven Dienst bleiben. Ein Flugzeug ist während eines Testfluges abgestürzt. Die verbleibenden 49 Flugzeuge stehen zum Verkauf.

(Stand 20. November 2007:[6])

TruppenübungsplätzeBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Streitkräfte der Tschechischen Republik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien