Hauptmenü öffnen

Schefflera

Gattung der Familie Araliengewächse (Araliaceae)
(Weitergeleitet von Strahlenaralie)
Schefflera
Schefflera morototoni in Brasilien

Schefflera morototoni in Brasilien

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Araliengewächse (Araliaceae)
Unterfamilie: Aralioideae
Gattung: Schefflera
Wissenschaftlicher Name
Schefflera
J.R.Forst. & G.Forst.

Die Schefflera oder Strahlenaralien (Schefflera) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Araliengewächse (Araliaceae). Die pantropische Gattung Schefflera weist Schwerpunkte der Artenvielfalt in Asien und im tropischen Australien auf.

Herkunft des NamensBearbeiten

Die Gattungsbezeichnung Schefflera wurde von Johann Reinhold Forster und Georg Forster eingeführt, die hiermit einen Danziger Arzt und Botaniker („medicus et botanicus Gedanensis“) würdigen wollten.[1]

Es gibt mindestens drei Hypothesen über den Namensgeber:

  • Jacob Christian Scheffler („frühes 18. Jh.“)
  • Jacob Christoph Scheffler (1698–1745)
  • Johann Peter Ernst von Scheffler (1739–1809)

Die Schefflera wird im deutschen Sprachraum trotz fehlender Quellen traditionell in allen Konversationslexika[2] und botanischen Fachlexika[3] mit einem fiktiven „deutschen Botaniker des (frühen) 18. Jahrhunderts“ namens „Jacob Christian Scheffler“ verbunden.

Helmut Genaust führt dafür als Quelle das Etymologisch-botanische Handwörterbuch von Georg Christian Wittstein[4] an, in dem es heißt: „Schefflēra Forst. (Araliaceae). Nach Jac. Christ.[!] Scheffler, Botaniker aus Danzig, schrieb 1721 über das Āsarum.“

Hier liegt folgendes Missverständnis vor: „Disputatio Botanico-Medica De Asaro“ ist eine Schrift von Jacob Christoph(!) Scheffler (1698–1745)[5], Arzt aus Altdorf bei Nürnberg, der an der Altdorfina promovierte, eine Reise ins Elsass und nach Paris unternahm und sich schließlich als „Stadtphysicus“ in Crailsheim niederließ[6]. Es gibt keinen Beleg dafür, dass er jemals in Danzig war. Die gleiche falsche Angabe macht Umberto Quattrocchi[7], der ein weiteres Werk[8] von Jacob Christoph Scheffler anführt.

Nach J. R. Forster & G. Forster soll nun der gesuchte Scheffler Beiträge zu Tentamen Florae Gedanensis methodo sexuali adcommodatae (deutsche Übersetzung: Die um Danzig wildwachsende(!) Pflanzen nach ihren Geschlechtstheilen geordnet und beschrieben[9]) geleistet haben. Der einzige im Original dieses Werkes (und zwar zweimal[10][11]!) genannte Scheffler ist der Arzt Johann Peter Ernst von Scheffler, Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig[12] (merkwürdigerweise sind diese Erwähnungen in der deutschen Ausgabe dann weggefallen).

Also muss man ihn als Adressaten der Würdigung ansehen.[13]

BeschreibungBearbeiten

Alle Schefflera-Arten sind verholzende Pflanzen, die meist als Bäume oder große Sträucher wachsen, manche Arten sind Lianen und wenige Arten sind Epiphyten. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist handförmig zusammengesetzt. Die Blättchen sind ganzrandig oder gesägt. Die Nebenblätter sind mit dem Blattstiel verwachsen.

Die traubigen, ährigen oder doldigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die kleinen Hochblätter sind behaart. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünf- bis elfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf Kelchblätter haben meist einen glatten Rand. Es sind fünf bis elf Kronblätter, die manchmal eine abfallende Kalyptra (Haube) bilden, und ebenso viele Staubblätter vorhanden. Auf dem Diskus kann man oft Nektar erkennen. Selten vier, meist fünf bis elf Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen. Die Griffel sind frei oder teilweise bis ganz zu einer Röhre verwachsen oder sie fehlen. Es werden rundliche bis eiförmige Steinfrüchte gebildet, sie enthalten selten vier, meist fünf bis elf Samen.

 
Junge Strahlenaralie der Art Schefflera actinophylla als Zimmerpflanze
 
Adulte Strahlenaralie der Art Schefflera actinophylla als Zierpflanze
 
Fruchtstände einer adulten Schefflera arboricola mit reifen Früchten
 
Handförmig geteilte Laubblätter von Schefflera digitata
 
Habitus und gestielte handförmig geteilte Laubblätter von Schefflera elegantissima
 
Gestielte handförmig geteilte Laubblätter von Schefflera heptaphylla
 
Habitus und gestielte handförmig geteilte Laubblätter von Schefflera leucantha
 
Ausschnitt eines Blütenstandes von Schefflera macrocarpa mit Blüten im Detail
 
Sprossspitze von Schefflera morototoni mit Blütenstand
 
Habitus und gestielte handförmig geteilte Laubblätter von Schefflera pueckleri
 
Handförmig zusammengesetztes Laubblatt von Schefflera racemosa
 
Oberer Bereich von Schefflera rodriguesiana mit gestielten Laubblättern und Blütenständen
 
Ausschnitt eines Blütenstandes von Schefflera roxburghii
 
Laubblätter von Schefflera stellata
 
Gestielte Laubblätter von Schefflera taiwaniana
 
Habitus von Schefflera umbellifera aus Mosambik
 
Ausschnitt eines zusammengesetzten Blütenstandes von Schefflera venulosa mit Blüten im Detail

SystematikBearbeiten

Die Gattung Schefflera wurde am 29. November 1775 durch Johann Reinhold Forster und Georg Forster in Characteres Generum Plantarum, (1. Auflage), S. 23 aufgestellt. Typusart ist Schefflera digitata J.R.Forst. & G.Forst.[14] Für Schefflera J.R.Forst. & G.Forst. nom. cons. s. l. gibt es eine große Anzahl von Synonymen: Actinomorphe (Miq.) Miq., Actinophyllum Ruiz & Pav., Agalma Miq., Astropanax Seem., Bakeria Seem., Brassaia Endl., Cephaloschefflera (Harms) Merr., Cotylanthes Calest., Crepinella Marchal, Didymopanax Decne. & Planch., Dizygotheca N.E.Br., Enochoria Baker f., Geopanax Hemsl., Gynapteina Spach, Heptapleurum Gaertn., Heptoneurum Hassk., Neocussonia Hutch., Nesopanax Seem., Octotheca R.Vig., Parapanax Miq., Paratropia (Blume) DC., Plerandra A.Gray, Scheffleropsis Ridl., Sciadophyllum P.Browne, Tupidanthus Hook. f. & Thomson und Unjala Blume.[15][14] Der Umfang der Gattung wird kontrovers diskutiert, dabei gehen die einen Autoren davon aus, dass alle Arten dieser Verwandtschaftsgruppe in eine artenreiche Gattung Schefflera s. l. gestellt werden und andere Autoren gliedern in viele teilweise artenarme Gattungen auf.[16]

Es gibt je nach Autor (s. str. ohne die eingegliederten Gattungen 125 bis) über 500 bis 1100[16] Schefflera-Arten:[17][15]

 
Strahlenaralie, hier eine Sorte von Schefflera arboricola mit weißbunten Blättern.

NutzungBearbeiten

Einige Arten, beispielsweise Schefflera pueckleri, und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in tropischen bis subtropischen Parks und Gärten verwendet. Einige davon eignen sich als robuste Zimmerpflanzen; zu ihnen gehören auch die Arten Schefflera actinophylla, Schefflera arboricola und Schefflera elegantissima.

QuellenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johann Reinhold Forster, Georg Forster: Characteres generum plantarum, quas in itinere ad insulas maris Australis, : collegerunt, descripserunt, delinearunt, annis 1772-1775. B. White, T. Cadell, & P. Elmsly, London 1776, S. 46. (Volltext in der Google-Buchsuche)
  2. u. a. Brockhaus-Enzyklopädie in 24 Bänden. 19., völlig neu bearbeitete Aufl., Bd. 19. Mannheim 1992.
  3. u. a. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7 (Nachdruck von 1996).
  4. Etymologisch-botanisches Handwörterbuch. Bearb. u hrsg. v. Dr. G[eorg] C[hristian] Wittstein. 2. Ausg. 1856 Erlangen, S. 791.
  5. Jacob Christoph Scheffler: Dispvtatio Botanico-Medica Inavgvralis De Asaro. Meyer, Altdorf 1721. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fgdz.sub.uni-goettingen.de%2Fid%2FPPN665236093~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D)
  6. Deutsches Biographisches Archiv
  7. CRC world dictionary of plant names: common names, scientific names, eponyms, synonyms, and etymology. Quattrocchi, Umberto. Boca Raton, Fla. [u. a.] : CRC Press, 2000-
  8. https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10953498.html
  9. Gottfried Reyger: Die um Danzig wildwachsende Pflanzen nach ihren Geschlechtstheilen geordnet und beschrieben. Wedel, Danzig 1768. (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Freader.digitale-sammlungen.de%2Fde%2Ffs1%2Fobject%2Fdisplay%2Fbsb10302936_00007.html~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D)
  10. Gottfried Reyger: Tentamen Florae Gedanensis 1766, Vol.2, S. 132: [1]
  11. Gottfried Reyger: Tentamen Florae Gedanensis 1766, Vol.2, S. 112: [2]
  12. Schriften der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig. (= Schriften der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig. Band 8, Heft 2). Danzig 1893, S. 83.
  13. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.
  14. a b Schefflera bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 23. Mai 2014.
  15. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw ax ay az ba bb bc bd be bf bg bh bi bj bk bl bm bn bo bp bq br bs bt bu bv bw bx by bz ca cb cc cd ce cf cg ch ci cj ck cl cm cn co cp cq cr cs ct cu cv cw cx cy cz da db dc dd de df dg dh di dj dk dl dm dn do dp dq dr ds dt du dv dw dx dy dz ea eb ec ed ee ef eg eh ei ej ek el em en eo ep eq er es et eu ev ew ex ey ez fa fb fc fd fe ff fg fh fi fj fk fl fm fn fo fp fq fr fs ft fu fv fw fx fy fz ga gb gc gd ge gf gg gh gi gj gk gl gm gn go gp gq gr gs gt gu gv gw gx gy gz ha hb hc hd he hf hg hh hi hj hk hl hm hn ho hp hq hr hs ht hu hv hw hx hy hz ia ib ic id ie if ig ih ii ij ik il im in io ip iq ir is it iu iv iw ix iy iz ja jb jc jd je jf jg jh ji jj jk jl jm jn jo jp jq jr js jt ju jv jw jx jy jz ka kb kc kd ke kf kg kh ki kj kk kl km kn ko kp kq kr ks kt ku kv kw kx ky kz la lb lc ld le lf lg lh li lj lk ll lm ln lo lp lq lr ls lt lu lv lw lx ly lz ma mb mc md me mf mg mh mi mj mk ml mm mn mo mp mq mr ms mt mu mv mw mx my mz na nb nc nd ne nf ng nh ni nj nk nl nm nn no np nq nr ns nt nu nv nw nx ny nz oa ob oc od oe of og oh oi oj ok ol om on oo op oq or os ot ou ov ow ox oy oz pa pb pc pd pe pf pg ph pi pj pk pl pm pn po pp pq pr ps pt pu pv pw px py pz qa qb qc qd qe qf qg qh qi qj qk ql qm qn qo qp qq qr qs qt qu qv qw qx qy qz ra rb rc rd re rf rg rh ri rj rk rl rm rn ro rp rq rr rs rt ru rv rw rx ry rz sa sb sc sd se sf sg sh si sj sk sl sm sn so sp sq sr ss st su sv sw sx sy sz ta tb tc td te tf tg th ti tj tk tl tm tn to tp tq tr ts tt tu tv tw tx ty tz ua ub uc ud ue uf ug uh ui uj uk ul um un uo up uq ur us ut uu uv uw ux uy uz va vb vc vd ve vf vg vh vi vj vk vl vm vn vo vp vq vr vs vt vu vv vw vx vy vz wa wb wc wd we wf wg wh wi wj wk wl wm wn D. G. Frodin, Rafael Govaerts: World Checklist and Bibliography of Araliaceae. 2004: Araliaceae. In: Rafaël Govaerts (Hrsg.): Schefflera. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 29. November 2019.
  16. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak Qibai Xiang, Porter P. Lowry: Araliaceae.: Schefflera, S. 454 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 13: Clusiaceae through Araliaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007 ISBN 978-1-930723-59-7.
  17. Schefflera im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. Mai 2014.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schefflera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien