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Straßenbahnmuseum Halle

Museum in Deutschland
6-gleisiger (älterer) Teil der Wagenhalle des Straßenbahnmuseums
Triebwagen Nr. 2 in historischer Photographie am Markt

Das Straßenbahnmuseum Halle befindet sich in dem ehemaligen Depot der heutigen Halleschen Verkehrs-AG in der Seebener Straße 191 in Halle (Saale). Es beherbergt derzeit ca. 40 historische Straßenbahnfahrzeuge und Kraftfahrzeuge (PKW, LKW und Busse). Das Museum ist in der Regel jeden 1. und 3. Samstag in den Monaten Mai bis Oktober geöffnet. An den Öffnungstagen verkehrt die Stadtrundfahrt mit historischen Triebwagen.[1] Der Verein Hallesche Straßenbahnfreunde e.V. betreibt das Museum und führt auch die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Bahnen durch.

BauwerkBearbeiten

Das Museum befindet sich in einer neungleisigen Wagenhalle, die 1898 zunächst mit sechs Gleisen als Bestandteil eines Straßenbahndepots errichtet wurde. Durch einen späteren Anbau wurden drei Gleise hinzugefügt. Zu dem Depot gehörte ein schlichter zweieinhalbgeschossiger Verwaltungsbau, der heute Wohnzwecken dient, sowie ein inzwischen abgebrochenes Kohlekraftwerk und ein Werkstattbereich. Wagenhalle und Verwaltungsbau wurden mit einer Fassade aus gelben und roten Ziegeln im Stil gründerzeitlicher Zweckbauten ausgestattet.

GeschichteBearbeiten

Das Netz der halleschen Straßenbahn wurde ab 1891 elektrifiziert. Bis dahin befand sich der Betriebshof in der Klosterstraße. 1899 erfolgte dessen Verlegung in das neu errichtete Depot in der Seebener Straße. Dem wachsenden Netz folgend, wurde 1928 ein neuer ungleich größerer Betriebsbahnhof in der Freiimfelder Straße errichtet. Die Anlage in der Seebener Straße wurde dennoch bis 1968 als Abstellanlage verwendet. Ab dieser Zeit stellte man hier ältere Fahrzeuge, die nicht mehr zum fahrplanmäßigen Einsatz kamen, unter. Ab 1996 wurde das Depot als Museum Besuchern zugänglich gemacht.

FahrzeugeBearbeiten

In den folgenden Aufstellungen werden die elektrischen Triebwagen des Museums und die insgesamt sieben Beiwagen zur Personenbeförderung dargestellt. Darüber hinaus verfügt das Museum über einige schienengebundene Anhänger für sonstige Zwecke (schienengebundener Schneepflug (Bj. 1931), Schienenturmwagen (Bj. 1930), Batterielore (Bj. 1949), Schienenleiterwagen, Transportlore (Bj. 1921), Werkstattlore (Bj. 1922/1957)). Unter den Triebfahrzeugen befinden sich einige Exemplare anderer bestehender und ehemaliger Straßenbahnbetriebe (Altenburg, Kirnitzschtalbahn, Naumburg, Plauen), die als historische Fahrzeuge in das Museum aufgenommen wurden.

Daran schließt sich eine Zusammenstellung der sieben historischen Omnibusse und Anhänger der Hersteller Ikarus und IFA aus den Jahren 1956 bis 1989 sowie der im Museum vorhandenen sieben historischen LKW- und PKW-Modelle der Hersteller Sachsenring, IFA und Gorkowski Awtomobilny Sawod (GAZ) an.

TriebwagenBearbeiten

Wagennummer, Baujahr, Hersteller (mech./elektr.), Typ-Bez., Status, Herkunft Foto Wagennummer, Baujahr, Hersteller (mech./elektr.), Typ-Bez., Status, Herkunft Foto Wagennummer, Baujahr, Hersteller (mech./elektr.), Typ-Bez., Status, Herkunft Foto
Tw 2, 1911, MAN / Siemens-Schuckertwerke Berlin, Typ: –, Status: Ausstellungsfahrzeug, Herkunft: Straßenbahn Plauen (ex Tw40)   Tw 4, 1894, P. Herbrand & Co. Köln / Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Typ: –, Status: einsatzfähig, Herkunft: Straßenbahn Altenburg (ex Tw4)   Tw 6, 1943, Gothaer Waggonfabrik / Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Typ: –, Status: einsatzfähig, Herkunft: Kirnitzschtalbahn  
Tw 15, 1909/1956, P. Herbrand & Co. Köln / VEB Waggonbau Gotha, Typ: –, Herkunft: Straßenbahn Naumburg (ex Tw18``) Tw 78, 1912, Gottfried Lindner AG Ammendorf / Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Typ: –, Status: Ausstellungsfahrzeug   Tw 109, 1921, Waggonfabrik Wismar / Brown, Boveri & Cie. Mannheim, Typ: –  
Tw 141, 1925, Waggonfabrik Schöndorff AG / Siemens-Schuckertwerke AG Berlin, Typ: –   Tw 151, 1926, Gothaer Waggonfabrik / Siemens-Schuckertwerke AG Berlin, Typ: – Tw 158, 1926, Gothaer Waggonfabrik / Siemens-Schuckertwerke AG Berlin, Typ: –, Status: einsatzfähig  
Tw 401, 1928, Gottfried Lindner AG Ammendorf / Siemens-Schuckertwerke AG Berlin, Typ: –, Status: einsatzfähig   Tw 403, 1928, Gottfried Lindner AG Ammendorf / Siemens-Schuckertwerke AG Berlin, Typ: – Tw 410, 1928, Gottfried Lindner AG Ammendorf / Siemens – Schuckertwerke AG Berlin, Typ: –, Status: Ausstellungsfahrzeug  
Tw 505, 1952, VEB Waggonbau Werdau / LEW Hennigsdorf, Typ: LOWA ET50, Status: nicht einsatzfähig   Tw 523, 1961, VEB Waggonbau Gotha / VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf, Typ: ET 57, Status: einsatzfähig   Tw 644, 1927, Gottfried Lindner AG Ammendorf / Siemens-Schuckertwerke AG Berlin, Typ: –, Status: z. Z. Ausstellungsfahrzeug  
Tw 772, 1967, ČKD Tatra, Praha-Smichov / VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke Hennigsdorf, Typ: T2-62/T2D, Status: z. Z. Ausstellungs-fahrzeug   Tw 900 (Zweirichtungsfahrzeug), 1969, ČKD Tatra Praha-Smichov / ČKD Trakce Praha, Typ: ZT4D, Status: einsatzfähig   Tw 901, Tw931, 1971, 1978, ČKD Tatra Praha-Smichov / ČKD Trakce Praha, Typ: T4D, Status: einsatzfähig  

BeiwagenBearbeiten

Wagennummer, Baujahr, Hersteller, Typ-Bez. Foto Wagennummer, Baujahr, Hersteller, Typ-Bez. Foto Wagennummer, Baujahr, Hersteller, Typ-Bez. Foto
Bw 101, 1967, ČKD Tatra, Typ: – Bw 193, 1941, Gottfried Lindner AG, Typ: –   Bw 260, 1925, Christoph & Unmack (Niesky), Typ: –  
Bw 269, 1925, Christoph & Unmack (Niesky), Typ: –   Bw 328, 1956, VEB Waggonbau Gotha, Typ: EB 54   Bw 385, 1965, VEB Waggonbau Gotha, Typ: B2 - 62  
Bw 506, 1967, VEB Waggonbau Gotha, Typ: –  

BusseBearbeiten

Das Museum besitzt folgende Omnibusse bzw. Anhänger:

  • Typ IFA H6B, Baujahr 1956, Hersteller: Industrieverband Fahrzeugbau (Werdau/Ammendorf), einsatzfähig
  • Typ W701 (Anhänger), Baujahr 1956, Hersteller: LOWA, einsatzfähig
  • Typ Ikarus 66.60 („Rakete“) Nr. 30, Baujahr 1964, Hersteller: Ikarus (Budapest)
  • Typ Ikarus 630, Baujahr 1967, Hersteller: Ikarus (Budapest)
  • Typ Ikarus 211, Baujahr 1978, Hersteller: Ikarus (Budapest), einsatzfähig, 8,5-Meter-Midibus mit Komponenten des Industrieverbands Fahrzeugbau (IFA)
  • Typ Ikarus 260, Baujahr 1978, Hersteller: Ikarus (Budapest), 11-m-Solobus mit Unterflurmotor für den Stadt- und Überlandverkehr
  • Typ Ikarus 280, Baujahr 1989, Hersteller: Ikarus (Budapest), 16,5-Meter-Gelenkbus mit Unterflurmotor für den Stadt- und Überlandverkehr

Sonstige FahrzeugeBearbeiten

Daneben sind im Museum folgende LKW- und PKW-Modelle vorhanden, die allesamt fahrfähig sind:

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  • „Wie Halle ins Rollen kam – 125 Jahre Nahverkehr in der Saalestadt“, Herausgeber: Hallesche Verkehrs-AG, Fliegenkopfverlag, Halle, 2007

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rundfahrt mit der „Elektrischen“. stadtmarketing-halle.de. Archiviert vom Original am 1. Dezember 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadtmarketing-halle.de Abgerufen am 4. Juni 2013.

Koordinaten: 51° 30′ 9,8″ N, 11° 57′ 28,4″ O