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Straßenbahn Saarbrücken
Streckenlänge:54 km
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
Bundesland (D): Saarland

Die Straßenbahn Saarbrücken verkehrte von 1890 bis 1965 und wurde von der Gesellschaft für Straßenbahnen im Saartal betrieben.[1]

GeschichteBearbeiten

Die Straßenbahn in Saarbrücken wurde durch die Localbahn-Bau und Betriebs-Gesellschaft Wilhelm Hostmann & Co. aus Hannover erbaut und am 4. November 1890 als meterspurige Dampfstraßenbahn eröffnet. Die Strecke Luisenthal–Malstatt–St. Johann war damals 8,5 Kilometer lang. 1893 dann wurde die Verlängerung zum Halberg eingeweiht, 1899 die Verlängerung nach Brebach. Im Jahr 1899 wurde die Straßenbahn elektrifiziert. Ebenfalls im Jahr 1899 wurden die damaligen Städte St. Johann und Saarbrücken (heute: Alt-Saarbrücken) mit der Straßenbahn über die heutige Luisenbrücke und Malstatter Brücke verbunden. 1901 erreichte die Straßenbahn den Bahnhof St. Johanns. Ferner wurden in diesem Jahr auch Strecken nach Friedrichsthal, Jägersfreude, Dudweiler, Sulzbachtal und Altenwald eröffnet. 1906 wurde die Strecke nach Sankt Arnual bis Forsthaus verlängert. Von Halberg wurden eine Strecke nach Schafbrücke und von Brebach nach Bischmisheim in Betrieb genommen. 1908 wurde Gersweiler an die Straßenbahn angeschlossen. Am 11. Juli 1913 folgte die Überlandstrecke nach Ensheim, Eschringen und Ormesheim.

1908 wurden acht Linien betrieben.

Linie Linienweg
1 Brebach – Halberg – St. Johann – Malstatt – Burbach – Luisenthal
2 Gersweiler – Burbach – Malstatt – St. Johann
3 St. Johann – Bischmisheim
5 Forsthaus – St. Arnual – Saarbrücken – St. Johann
6 Saarbrücken – St. Johann
7 Innenstadt Saarbrücken
8 St. Johann – Jägersfreude – Sulzbach – Friedrichsthal
R* Heusweiler – Riegelsberg – St. Johann

*Anmerkung: War bis 1937 eigener Betrieb

Im Ersten Weltkrieg wurde kriegsbedingt männliches Personal durch weibliches ersetzt, der Straßenbahnverkehr kam anfangs zum Erliegen. 1923 wurden neue Wagen beschafft, die statt mit Rollenstromabnehmern mit Scherenstromabnehmern fuhren. 1929 verlängerte man die Strecke zum Schanzenberg und zum Deutschmühlenweiher. Es bestanden Kooperationen mit der Straßenbahn Völklingen und der Neunkircher Straßenbahn, später auch mit der Straßenbahn Riegelsberg. 1930 fuhren 13 Linien auf einer Streckenlänge von 51 Kilometern.[2]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kam der Verkehr zum Erliegen. Ab dem 14. April 1945 verkehrte die Linie 9 zwischen Spiesen und Jägersfreude wieder. Bis 1949 wurde mit den Linien 1, 2, 3, 5, 7, 8, 9, 9S, 10 und 11 wieder auf zehn Routen in Saarbrücken der Verkehr aufgenommen. Als das Saarland 1946 unter französische Verwaltung fiel, wurden einige Linien, als erstes die Linie 15, auf Omnibus-Betrieb umgestellt.[3] Zu Beginn der 1950er Jahre wurden die Linien 5 und 10 reaktiviert. 1953 wurde das Messegelände durch die Linie 13 angeschlossen. Am 14. November 1953 ging mit der Linie 10 die zweite Strecke des Oberleitungsbus Saarbrücken in Betrieb, nachdem schon 1948 die Linie 21 auf Obus umgestellt wurde. 1957 wollte die Saartal AG den gleichen Fahrzeugtyp (GT 6 Z) kaufen, wie er bei der Bogestra in Bochum/Gelsenkirchen neu eingesetzt wurde. Ein Testwagen fuhr zwar in Saarbrücken, es kam aber nicht zum Erwerb der Fahrzeuge.

Der Rückzug begann nun mit dem Ende des Gemeinschaftsverkehrs mit der Völklinger Straßenbahn im Jahr 1958. Ab dem 5. November 1958 wurden auch die Linien 8, 9 und 9S durch Oberleitungsbusse ersetzt. Zwischen dem 1. September 1960 und dem 22. Mai 1965 wurden auch die verbliebenen Linien der Straßenbahn endgültig eingestellt, es gab eine Abschiedsfahrt der Straßenbahn. Der Oberleitungsbus wurde schon 1964 wieder stillgelegt.

Die Oberleitungen der Straßenbahnen wurden teilweise in Straßenbeleuchtung mit Trägersystem umgebaut. Viele Originalmasten sind noch vorhanden. In den 32 Jahren ohne Straßenbahn stieg der Verkehr der Dieselbusse stark an, somit auch der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid. Nachdem teils im Minutentakt gefahren wurde, begann man ab 1987 mit den Planungen einer Regionalstadtbahn: der Saarbahn. Ein Teil der für Straßenbeleuchtung verwendeten Oberleitungsmasten wurde erneut für die Oberleitung verwendet.

LiteraturBearbeiten

  • Dieter Höltge, Michael Kochems: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 12: Rheinland-Pfalz/Saarland. EK-Verlag, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 3-88255-393-6.

EinzelnachweiseBearbeiten