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Straßenbahn Parla
Bild
Basisinformationen
Staat Spanien
Stadt Parla
Eröffnung 6. Mai 2007
Betreiber Tranvía de Parla, S.A.
Verkehrsverbund Consorcio Regional de Transportes de Madrid
Infrastruktur
Streckenlänge 8,3 km
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem 750 V DC Oberleitung
Haltestellen 15
Betrieb
Linien 1
Takt in der HVZ 7 min
Takt in der SVZ 15 min
Reisegeschwindigkeit 19 km/h
Fahrzeuge Alstom Citadis 302
Statistik
Fahrgäste 4 380 000 pro Jahr (2009)
Netzplan

Die spanische Stadt Parla in der Provinz Madrid besitzt seit 2007 eine auf einer Ringlinie verkehrende Straßenbahn. Diese ermöglicht sowohl Fahrtbeziehungen innerhalb der Stadt Parla als auch mit dem Rest der Metropolregion Madrid. Die Spurweite beträgt 1435 Millimeter, womit eine Kompatibilität mit den anderen betriebenen oder geplanten Straßenbahnstrecken in der Stadt Madrid besteht – und auch die Möglichkeit, Fahrzeuge auszutauschen.

GeschichteBearbeiten

Die Planungen zum Bau der Straßenbahn gingen von der Stadtverwaltung aus. Eröffnet wurde der erste Abschnitt am 6. Mai 2007 und der zweite Abschnitt am 8. September 2007, nachdem der Abschnitt zwischen Plaza de Toros und Poligono Industrial Ciudad de Parla mit dem Bau der Haltestelle Parla Norte fertiggestellt wurde, die später eröffnet werden soll und einen Umstieg zur S-Bahn Madrid (span.: Cercanías) ermöglichen wird.

Die Straßenbahn Parla besteht aus einer ringförmigen Strecke mit 15 Haltestellen, die sich in einem mittleren Abstand von 500 Metern befinden. Die Strecke ist insgesamt 8,3 km lang. Sie verbindet die Innenstadt mit Neubaugebieten (darunter Parla Este) und wichtigen Punkten der Stadt wie der Polizeistation, Gesundheits- und Kulturzentren, Einkaufszentren usw. Sie verfügt über Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn Madrid am Bahnhof Parla und zukünftig auch an einem neuen Bahnhof im Norden der Stadt.

Weitere PlanungenBearbeiten

Für die Zukunft ist der Bau zweier weiterer Linien geplant, auch sie sollen ringförmig sein.

  • Die Linie 2 soll das Gebiet PAU-5 erschließen, das sich am Rand der A-42 befindet, wo sich der künftige Technologie- und Industriepark von Parla entwickelt.
  • Die Linie 3 soll die die zukünftigen Wohngebiete im Süden von Parla sowie das Krankenhaus und die geplante neue S-Bahn-Station im Süden Parlas erschließen.

FahrpreisBearbeiten

 
Fahrausweis für 10 Fahrten (Wert 7 €).

Der Fahrpreis beträgt 1,10 Euro für die einfache Fahrt und 7 € für eine 10-Fahrten-Karte. Der Preis ist identisch mit dem Fahrpreis der städtischen Buslinien, die Fahrkarte kann in beiden Verkehrsmitteln benutzt werden. Die Zeitkarten des Consorcio Regional de Transportes de Madrid mindestens der Zone B2 werden ebenfalls anerkannt.

KapazitätBearbeiten

Die Kapazität der Bahnen beträgt 182 Personen, vergleichbar mit drei Stadtbussen. Eingesetzt wird die Niederflur-Gelenkstraßenbahn Alstom Citadis 302, die auch in Barcelona, Murcia, auf Teneriffa und bei der Stadtbahn Madrid verwendet wird.

BegleitmaßnahmenBearbeiten

Neben dem Bau der Straßenbahnstrecke wurden Park & Ride-Plätze am Rand der Stadt gebaut, um den innerstädtischen Automobilverkehr zu reduzieren und die Benutzung der Straßenbahn zu fördern.

BewertungenBearbeiten

Das Projekt ist verschiedentlich kritisiert worden, da Parla eine Schlafstadt südlich Madrids sei, in der die meisten Verkehrsbeziehungen zu den Nachbarstädten verlaufen. In Parla selbst gebe es nur Arbeitsplätze im Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor. Deshalb seien bessere städteübergreifende Verkehrsverbindungen nötig. Darüber hinaus verbinde die aktuelle Strecke nicht alle Viertel der Stadt wie La Laguna oder das Krankenhaus Hospital Infanta Cristina.

Wegen des zukünftig geplanten Ausbaus der Straßenbahnnetzes mit der Schaffung von weiteren Linien, die die gesamte Stadt erschließen würden, werden alle derzeitigen Mängel behoben. Darüber hinaus argumentieren die Befürworter, dass dank der Straßenbahn ganz Parla mit der S-Bahn verbunden werde und somit Anschluss an die Hauptstadt erhalte. Insgesamt erleichtert die Straßenbahn Verkehrsbeziehungen innerhalb der Stadt, wodurch die lokale Wirtschaft und der lokale Dienstleistungssektor gestärkt werde.

Im ersten Betriebsjahr benutzten 2. 350. 000 Fahrgäste die Straßenbahn. Im zweiten Betriebsjahr stieg die Zahl auf 3. 800. 000 Fahrgäste und im dritten Betriebsjahr auf 4. 380. 000 Fahrgäste. Trotz des starken Anstiegs der Fahrgastzahlen gibt es Stimmen, die die Nachfrage auf der Strecke nicht für straßenbahnwürdig halten.

Bisher haben Architekten und andere Führungskräfte aus den Niederlanden, China und Neuseeland die Straßenbahn Parla besucht, sowie aus anderen spanischen Städten wie Valladolid, Ciudad Real oder Sevilla. Im Januar 2011 besuchten zukünftige Straßenbahnfahrer aus Saragossa die Stadt, weil der Straßenbahnbetrieb einer der besten in Spanien sei.

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

  Commons: Trams in Parla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien