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Die Sternwarte Davidschlag ist eine oberösterreichische, auch in der Forschung tätige Privatsternwarte. Sie liegt etwa 30 km nördlich von Linz im Gemeindegebiet von Kirchschlag bei Linz und hat den IAU Observatory Code: 540 Linz. Das Observatorium wurde 1978 von zwei Mitgliedern der Linzer Astronomischen Gemeinschaft, den Amateurastronomen Erich Meyer und Erwin Obermair, errichtet. Der Beobachtungsplatz auf etwa 820 m Seehöhe weist trotz der relativen Nähe zur Landeshauptstadt kaum Lichtverschmutzung auf, was teilweise durch die Topografie bedingt ist.

Inhaltsverzeichnis

Gründung und InstrumentariumBearbeiten

Die beiden Gründer, zu denen sich noch der Computerspezialist Herbert Raab gesellte, spezialisierten sich schon zu Beginn auf die Beobachtung von Kleinplaneten und Kometen sowie der Wiederauffindung solcher "verloren gegangenerer" Kleinkörper. Im Laufe der Zeit konnte etwa ein Dutzend neuer Asteroiden entdeckt werden. In internationaler Anerkennung dieser Erfolge wurden zwei Asteroiden nach den Sternwartegründern benannt. Neuere Messtechniken dienen der Beobachtung von Erdbahnkreuzern.

Bis 1983 beherbergte die 4,5-Meter-Kuppel ein kurzbrennweitiges Newton-Teleskop mit 30 cm Apertur, der als eine Art Astrograf diente. Danach wurde die Beobachtungsstation mit einem Schmidt-Cassegrain-Teleskop der belgischen Firma Lichtenknecker (30 cm, f/5.2) ausgestattet. Im Oktober 1999 erfolgte die Installierung eines computergesteuerten Deltagraph-Reflektors von 60 cm Öffnung und 2 Meter Brennweite, der von einer Gabelmontierung nach Rudolf Pressberger getragen wird. Die Auswertung der Asteroiden- und Kometenörter erfolgt mit der CCD-Software Astrometrica von H. Raab.

EntdeckungenBearbeiten

Erich Meyer entdeckte seit 1996 in Davidschlag 21 Asteroiden, sowie nochmals 8 zusammen mit Erwin Obermair und Herbert Raab[1]. Bis 2005 war er an 6 weiteren Asteroiden-Entdeckungen beteiligt, die von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) der Sternwarte Davidschlag zugesprochen wurden[2].

Erwin Obermaier gelang die Entdeckung von 7 Asteroiden[1]. Drei weitere wurden von der IAU der Sternwarte Davidschlag zugesprochen[2].

Präzise Positionsbestimmungen des Kometen Shoemaker-Levy 9, die 1993 an der Sternwarte Davidschlag erfolgten, trugen wesentlich dazu bei, den späteren Impakt dieses Kometen auf dem Planeten Jupiter vorherzusagen[3].

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Minor Planet Discoverers
  2. a b Minor Planet Discoveries - Webseite der Sternwarte Davidschlag (Memento des Originals vom 10. Januar 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.astrometrica.at
  3. IAUC 5800: Periodic Comet Shoemaker-Levy 9 (1993e), abgerufen 2015.

WeblinksBearbeiten