Steingaden

Gemeinde in Deutschland

Steingaden ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und der Verwaltungsgemeinschaft Steingaden, dessen Mitglied die Gemeinde ist. Der Ort Steingaden ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steingaden
Steingaden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steingaden hervorgehoben

Koordinaten: 47° 42′ N, 10° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Weilheim-Schongau
Verwaltungs­gemeinschaft: Steingaden
Höhe: 763 m ü. NHN
Fläche: 64,04 km2
Einwohner: 2928 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86989
Vorwahl: 08862
Kfz-Kennzeichen: WM, SOG
Gemeindeschlüssel: 09 1 90 154
Gemeindegliederung: 53 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Krankenhausstr. 1
86989 Steingaden
Website: www.steingaden.de
Erster Bürgermeister: Max Bertl
Lage der Gemeinde Steingaden im Landkreis Weilheim-Schongau
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Über dieses Bild
Steingaden in der Abendsonne
Steingaden von Nordosten

Die Gemeinde beherbergt zwei einzigartige Baudenkmäler, die berühmte Wieskirche und das Welfenmünster.

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Die Gemeinde liegt im Alpenvorland an der Grenze zwischen Oberbayern und dem Allgäu. Nächste größere Städte sind Füssen 19 km südwestlich, Kaufbeuren in 27 und Garmisch-Partenkirchen in 29 km Entfernung (jeweils Luftlinie).

Die Illach durchquert das Gemeindegebiet in Ost-West-Richtung. In Steingaden vereinigen sich einige Bäche zum Neuhauser Bach, der etwa 2 km weiter nördlich in die Illach mündet. Diese wiederum fließt dem im äußersten Westen der Gemeinde gelegenen Lechstausee Urspring und damit dem Lech zu. Der Badesee Bismarckweiher liegt am nördlichen Ortsrand.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 53 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Der Ort Steingaden gehörte zur geschlossenen Hofmark des 1147 von Welf VI. gegründeten Prämonstratenserklosters Steingaden, das 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben wurde. Die früher großenteils zum Kloster gehörigen umliegenden Orte Fronreiten, Lauterbach und Urspring wurden im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 zu selbständigen politischen Gemeinden. Der Ort Steingaden gehörte zur Gemeinde Urspring.[3]

Fronreiten, Lauterbach und Urspring wurden am 1. April 1939 zur Gemeinde Steingaden zusammengefasst.[4] Im Zuge der Gemeindegebietsreform schloss sich Steingaden mit umliegenden Gemeinden am 1. Mai 1978 zur Verwaltungsgemeinschaft Steingaden zusammen.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2461 auf 2905 um 444 Einwohner bzw. um 18 %.

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner[5] 1417 1565 1850 2031 1973 3051 2418 2368 2443 2561 2699 2730 2748 2745 2744

PolitikBearbeiten

 
Altes Bauernhaus in Steingaden

Bei der Kommunalwahl am 16. März 2014 erhielt die Listenverbindung von CSU/Unabhängigen Wähler/Parteifreie Wähler bei einem Stimmenanteil von 70,7 % zehn Sitze im Gemeinderat, die Frauenliste vier Sitze (Stimmenanteil 29,3 %).

Bürgermeister war ab 1996 Xaver Wörle. Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 83,5 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.

WappenBearbeiten

Blasonierung:Gespalten; vorne in Rot ein silberner linkshin schreitender Greifenlöwe, hinten in Silber ein roter, auf drei Quadersteinen stehender Turm.“[6]

Wappenführung seit 1939

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Wegkapelle bei Kellershof
 
Oberer Lindegger See

BauwerkeBearbeiten

Die Klosterkirche in Steingaden
Brunnenfigur in Steingaden
Wieskirche
St. Maria Magdalena in Urspring

MusikBearbeiten

Kirchenmusik im Welfenmünster: Die Gestaltung der Liturgie obliegt im Wesentlichen dem Steingadener Kirchenchor und der Schola. Der Chor besteht aus ca. 60 Mitgliedern. Die Musikliteratur erstreckt sich vom gregorianischen Choral über Motetten, Choräle und Orchestermessen bis zum neuen geistlichen Lied. Der Chor wirkte auch mit bei den großen Freilichtaufführungen „Welfs Erbe“ und „Wunder Wies“.

In der Wieskirche werden jedes Jahr von Mai bis September die Konzertreihen „Festlicher Sommer“[7], „Abendkonzerte“[8] und „Musik im Pfaffenwinkel“[9] veranstaltet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

In der Wirtschaft der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde spielt der Tourismus eine große Rolle.

VerkehrBearbeiten

Die Gemeinde und der relativ zentral gelegene Hauptort werden in Nord-Süd-Richtung von der Bundesstraße 17 durchquert. Diese wird in Steingaden von der Staatsstraße 2059 gekreuzt. Die Deutsche Alpenstraße verläuft von Süden kommend auf der B 17 und verlässt Steingaden auf der St 2059 östlich Richtung Oberammergau.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Steingaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Steingaden – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Steingaden in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. September 2019.
  3. Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern, Gebietsstand 1928
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 566.
  5. Kommunalstatistik von Steingaden, abgerufen am 5. November 2010
  6. Eintrag zum Wappen von Steingaden in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  7. Festlicher Sommer in der Wies (Memento des Originals vom 20. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.foerderverein-fsw.de
  8. Abendkonzerte
  9. Musik in Pfaffenwinkel (siehe S. 3)