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Steinbeis-Hochschule Berlin

Universität in Deutschland

Die Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) ist eine 1998 gegründete private, staatlich anerkannte wissenschaftliche Hochschule mit Promotionsrecht im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Sie bietet vorrangig berufsbegleitende Studienprogramme und Lehrgänge in Berlin sowie bundesweit über ihre Transfer-Institute an. Neben Bachelor-Studiengängen gibt es Master-Studiengänge und die Möglichkeit zur Promotion. Namensgeber ist der Wirtschaftspolitiker Ferdinand von Steinbeis (1807–1893).

Steinbeis-Hochschule Berlin
Logo
Motto Verzahnung von Theorie und Praxis
Gründung 1998
Trägerschaft privat
Ort Berlin
Bundesland BerlinBerlin Berlin
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Johann Löhn
Studierende 6.344 WS 2014/15[1]
Professoren 63
Website www.steinbeis-hochschule.de

Inhaltsverzeichnis

OrganisationsstrukturBearbeiten

 
Sitz der Steinbeis-Hochschule Berlin, Gürtelstraße 29a/30 in Berlin-Friedrichshain, 2015

Die SHB ist ein selbstständiges Tochterunternehmen der Steinbeis-Stiftung. Die Hochschule gliedert sich in Steinbeis-Transfer-Institute (STI), die wie alle Unternehmen im Steinbeis-Verbund als „Unternehmen im Unternehmen“ geführt werden. Einige Institute der SHB organisieren ihre Studienangebote jeweils unter dem Dach eines speziellen Verbundes, einer sogenannten School.

Geleitet wird die Hochschule von Präsident Johann Löhn seit 1998. Ihm steht der Hochschulrat mit Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Politik beratend zur Seite. Träger ist die Steinbeis-Hochschule-Berlin GmbH, eine 100%ige Tochter der Steinbeis-Stiftung. Geschäftsführer der Trägergesellschaft ist Jürgen Abendschein.

Die SHB organisiert sich nach dem Vorbild der Steinbeis-Stiftung dezentral über die Steinbeis-Transfer-Institute (STI), die innerhalb zentraler Rahmenbedingungen wirtschaftlich unabhängig agieren.[2] Derzeit gibt es rund 170 eigenständige STIs, die sich auf zahlreiche Standorte in verschiedenen Bundesländern verteilen. Schwerpunkte bilden die Verbünde (Schools), in denen jeweils mehrere Institute zusammengefasst sind.

Einrichtungen und Institute (Auswahl)Bearbeiten

 
Büste des Ferdinand von Steinbeis im Eingangsbereich der SHB, 2015
  • School of Management and Technology (SMT)
  • ADG Business School
  • School of International Business and Entrepreneurship (SIBE)
  • School of Management and Innovation (SMI)
  • School of Governance Risk & Compliance (School GRC)
  • School of Criminal Investigation and Forensic Sciences (School CIFoS)
  • Steinbeis-Transfer-Institut Studienzentrum Marburg (STI Marburg)
  • Steinbeis Business Academy (SBA)
  • Akademie für öffentliche Verwaltung und Recht (AOEV)
  • Business School Alb-Schwarzwald
  • Dental and Oral Medicine Alliance (SDOM)
  • IBR School of Executive Management
  • Steinbeis Technology Group
  • Institut für Organisation & Management (IOM)
  • IEC Institute of Executive Capabilities (IEC)
  • zeb.business school
  • Deutsche Immobilien-Akademie (DIA) bzw. Center of Real Estate Studies (CRES)

StudiengängeBearbeiten

  • Betriebswirtschaft
  • Business Engineering
  • Management
  • Informatik
  • Technologie
  • Allied Health and Health Management
  • Bildungsmanagement
  • Dentaltechnologie und -management
  • Laws
  • Psychologie
  • Kriminalistik

StudienabschlüsseBearbeiten

An der SHB können Abschlüsse als Bachelor sowie als Master erlangt werden:

  • Bachelor of Arts, Engineering, Science
  • Master of Science und Master of Arts, Business Administration, Business Engineering, Engineering, Law, Science.

KritikBearbeiten

Kritik am angekündigten Studiengang in HomöopathieBearbeiten

Anfang 2014 kam die Hochschule bundesweit in die Kritik, nachdem sie angekündigt hatte, über ein Steinbeis-Transfer-Institut in Traunstein ab September 2014 an der Homöo-Akademie einen Bachelorstudiengang in Homöopathie starten zu wollen. Kritiker sprechen von einer „Blamage für den Wissenschaftsstandort Bayern“.[3] Laut der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) sei der Studiengang „schlicht ein akademischer Etikettenschwindel“, der „einer Pseudowissenschaft höhere Weihen“ verleihe.[4]

Laut dem Wissenschaftsjournalisten Christian Weymayr sei der Studiengang eine „Fortbildungsschule für Heilpraktiker“, welche mit „einem akademischen Mantel beschönigt, aufgewertet“ würde. Man rede „vom Master und Bachelor, von Hochschule, von ‚akademisch‘“, so würden „alle die ernsthaften Studiengänge, die sich wissenschaftlichen Standards verpflichtet fühlen und an ganz normalen Hochschulen angesiedelt sind, diskreditiert.“[5] Der Einschätzung des Mediziners Edzard Ernst nach sei „nicht einmal das Minimum von kritischem Denken und akademischer Seriosität erfüllt“. Solche Ausbildungen seien „extrem bedauerlich – sie entwerten den Bachelor of Science auf allen anderen Gebieten und haben nicht das Geringste mit ‚Science‘ zu tun“.[6] Gegen die Akkreditierung des Studiengangs wurde eine Petition an den Berliner Senat gerichtet, welcher für die Hochschule zuständig ist.[7]

Anfang April 2014 veröffentlichte Spiegel Online, dass der geplante Studiengang doch nicht eingeführt wird.[8]

Kritik am Masterstudiengang KriminalistikBearbeiten

Der Masterstudiengang Kriminalistik in Berlin hatte im November 2015, drei Jahre nach Beginn des Studiengangs, noch keine notwendige Akkreditierung von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Dabei soll eine Akkreditierung in Berlin nach Beginn eines Studiengangs erfolgen. Erst Anfang 2015 bemühte sich die Hochschule um eine Akkreditierung. Diese Akkreditierung wurde von der zuständigen Agentur wegen vieler Mängel ausgesetzt. Wenn ein Studiengang keine Akkreditierung erhält, dürfen keine neuen Studenten diesen beginnen. Der Beginn des Masterstudiengang Criminal Investigation 2015 wurde auf März 2016 verschoben. Der Masterstudiengang Criminal Investigation war in den letzten Jahren vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik beworben worden.[9]

Am 8. März 2016 wurde der Studiengang vom Akkreditierungsrat akkreditiert. Die Evaluationsagentur Baden-Württemberg erteilte die Programmakkreditierung rückwirkend, die dadurch seit Beginn des Masterstudiums im Jahr 2012 wirksam ist.[10]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2014/15, S. 68–113 (abgerufen am 8. März 2016)
  2. Anja Reinhardt (Redaktion): Unternehmertum.Organisation.Erfolg. In: Steinbeis-Hochschule Berlin SHB – Wissen.Transfer.Anwendung. Straub Druck+Medien AG, Schramberg, 4. Auflage 2013, S. 10–11.
  3. BR: Der Globuli-Bachelor Streit um Homöopathie-Studium in Traunstein (Memento vom 3. März 2014 im Internet Archive), vom 26. Februar 2014
  4. Umstrittenes Homöopathie-Studium: Die Globulisierungs-Falle. Bei: Spiegel Online, 17. Februar 2014
  5. Dr. Globuli – Neuer Studiengang für Homöopathie. Bei: SWR, 24. Februar 2014
  6. Homöo-Akademie: „Nicht einmal ein Minimum an akademischer Seriosität“. In: Der Standard, 27. Jänner 2014
  7. [1]
  8. Globuli-Kunde: Privat-Hochschule gibt Homöopathie-Studiengang auf. In: Spiegel Online, 4. April 2014
  9. Miriam Olbrisch: Tatort Universität. In: Der Spiegel 46/2015, S. 50.
  10. School of Governance Risk & Compliance: Pressemitteilungen vom 8. März 2016

Koordinaten: 52° 30′ 33,8″ N, 13° 28′ 24,6″ O