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Steg (Brücke)

kleine einfache Brücke, meist nur für Fußgänger
Sumpfsteg in Mecklenburg

Ein Steg (von mhd. stec) ist eine relativ kleine und in der Regel nicht sehr hohe Brücke, die zumeist nur von Fußgängern und Radfahrern zum Überqueren von Gewässern oder Feuchtgebieten genutzt wird. Stege gibt es in sehr unterschiedlichen Formen und aus unterschiedlichen Materialien (Holz, Stein, Metall).[1] Etymologisch hängt der Begriff ebenso wie Steig, Steige und Stiege mit dem Verb „steigen“ zusammen, vgl. „hinaufsteigen“ und „hinübersteigen“.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Über Jahrtausende erhalten haben sich die Reste vorgeschichtlicher Bohlenwege in Mooren. Dabei können die Balken des Weges von Pfosten gestützt sein oder auch nur auf Querbalken liegend mit diesen zusammen ein Gitterrost bilden, das ein Versinken im weichen Boden verhindert.

StegartenBearbeiten

 
Zaßnitzer Steg in Rochlitz (1902)
 
Badesteg am Kirnbergsee

Kurze Stege über Gräben und kleinen Bächen liegen oft nur mit ihren Enden auf den Ufern und sind zur Seite hin oft nicht gesichert. Längere Stege können mit Pfosten abgestützt oder als Hängebrücke konstruiert sein; seitliche Sicherungen wie Geländer wurden oft erst später hinzugefügt.

  • Eine besondere Form ist der Wehrsteg, bei dem ein meist aus Stahl gefertigter Steg ein Wehr überquert. Besonders bekannt sind der Eiserne Steg und der Holbeinsteg über den Main in Frankfurt.
  • Bootsstege und Badestege sind im Gegensatz zu anderen Stegen keine Querungsbauwerke zur Vermeidung von Gewässern, sondern dienen dazu, besser zum Wasser zu gelangen. Größere Bootsstege nennt man Seebrücken.
  • Auch in den Bergen wird der Begriff Steg für Steige verwendet, die brückenähnlich über freies Gelände oder Gewässer führen. Wesentlich seltener verwendet wird es für Steige, die aus dem Stein herausgeschlagen werden.

StegelBearbeiten

In den Vier- und Marschlanden tragen Wege den Namen Stegel, die von den Deichen aus im rechten Winkel vom Gewässer weg führen. In früheren Zeiten waren diese Wege wegen des feuchten Marschbodens als Bohlenwege angelegt.

BehelfsstegeBearbeiten

Im Katastrophenschutz und in der Technischen Hilfeleistung werden etwa durch das THW zur Überwindung von Hindernissen oder Gewässern verschiedene Stegarten als behelfsmäßige Übergänge eingesetzt. Traditionell werden solche behelfsmäßigen Stege aus Holz mit Leinenverbindungen gebaut.[2] Heute wird häufig ein Einsatzgerüstsystem verwendet.[3] Als die Steinerne Brücke in Regensburg von 2010 bis 2015 erneuert wurde, diente ein Behelfssteg als Ersatz.[4][5]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Footbridges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anita Wünschmann: Die Verbindung zum Nichts. Stege gibt es in allen Variationen: Als Boots- und Schiffsanlegesteg, als Aussichtsplattform, als Teil von Verkehrspfaden und als Ausdrucksmittel in der Kunst. Sie verbinden und sie trennen Menschen. In: Neues Deutschland vom 29./30. Juli 2017, S. 22
  2. Katastrophenschutz-Dienstvorschrift 280 von 1978
  3. Stegebau auf der Seite des THW, abgerufen am 6. April 2016
  4. Steinerne Brücke bald ohne Behelfssteg (idowa)
  5. Behelfssteg wird nach fünf Jahren entfernt (BR)