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Stedesdorf

Ort in Ostfriesland, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stedesdorf
Stedesdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stedesdorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 38′ N, 7° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wittmund
Samtgemeinde: Esens
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 27,95 km2
Einwohner: 1610 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km2
Postleitzahl: 26427
Vorwahl: 04971
Kfz-Kennzeichen: WTM
Gemeindeschlüssel: 03 4 62 015
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kaiserstraße 1
26427 Stedesdorf
Website: www.stedesdorf.de
Bürgermeisterin: Ilse Reineke
Lage der Gemeinde Stedesdorf im Landkreis Wittmund
Landkreis AurichLangeoogSpiekeroogLandkreis FrieslandNordseeLandkreis AurichLandkreis FrieslandLandkreis LeerWilhelmshavenBlomberg (Landkreis Wittmund)DunumEsensEversmeerFriedeburgHoltgastMoorwegNenndorf (Landkreis Wittmund)NeuharlingersielNeuschooOchtersumSchweindorfStedesdorfUtarpWerdum|WesterholtWittmundKarte
Über dieses Bild

Stedesdorf ist eine Gemeinde in Ostfriesland in der Samtgemeinde Esens im Landkreis Wittmund in Niedersachsen.

GeografieBearbeiten

Stedesdorf ist eine Geestrandsiedlung und liegt an der Verbindungsstraße zwischen Esens (etwa vier Kilometer nordwestlich von Stedesdorf) und Wittmund (etwa neun Kilometer südöstlich).

Zur Gemeinde gehören neben der Ortschaft Stedesdorf die Ortsteile Mamburg, Osteraccum und Thunum.

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung der Ortschaft Stedesdorf findet sich in einer Schenkungsurkunde des Erzbischofs Adalbero von Bremen. In dieser Urkunde, die im Jahr 1137 abgefasst worden ist, wird dem neugegründeten Prämonstratenserkloster Stade der Betrag von vier Mark aus unserer Kuria Stedesdorpe (quatuor marce den curia nostra Stedesdorpe) zugeeignet. Ob es sich bei Stedesdorpe um Stedesdorf handelt, ist allerdings umstritten. Auch Steddorp im Landkreis Rotenburg (Wümme) könnte in dieser Urkunde gemeint sein.[2]

In der Ortschaft Thunum fand sich vermutlich in früheren Zeiten eine Burg. Die Burg in Thunum ist bis zum Jahr 1344 nachgewiesen. Mamburg wurde 1473 urkundlich erwähnt. Die jüngste Ortschaft Osteraccum wird erstmals 1497 genannt.

Kirchengeschichte

Der Domscholaster von Bremen, Adam, berichtet 1050 von Kirchen im Küstenbereich. Auch für Stedesdorf ist ein früher Kirchenholzbau in dieser Zeit nachgewiesen. Bereits in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde aber eine Tuffsteinkirche errichtet, die als älteste Kirche im alten Harlingerland gilt. In Stedesdorf tagte das Sendgericht und das Sendrecht wurde im Ort ausgesprochen. Als Sendkirche hatte der Ort die Funktion einer regionalen Ecclesia Matrix (Mutterkirche) und übte den kirchlichen Einfluss auf die Nachbardörfer aus. Esens, Thunum, Burhafe, Dunum, Werdum, Fulkum, Buttforde, Westerbur und weitere Orte waren kirchlich Stedesdorf unterstellt. Somit war Stedesdorf im nördlichen Bistum Bremen der größte Sendkirchenbezirk (1420).

ReligionBearbeiten

Der weitaus überwiegende Teil der Einwohner Stedesdorfs gehören zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Stedesdorf - Thunum. Die römisch-katholischen und evangelisch-freikirchlichen Christen werden von ihren Kirchen in Esens aus seelsorgerlich betreut.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Stedesdorf besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl von 1001 bis zu 2000 Einwohnern.[3] Die elf Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.[4]

Die Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
Für die Gemeinde Stedesdorf 47,56 % 5 +4,13 % 0
SPD 33,08 % 4 −8,46 % 0
Bürgerwille 14,90 % 2 +6,45 % +1
Bündnis 90/Die Grünen 4,44 % 0 −2,12 % −1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 69,25 %[5] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 65,58 %.

Bei der konstituierenden Sitzung haben sich die SPD und die Wählergemeinschaft „Bürgerwille“ zu einer Gruppe zusammengeschlossen.[4] Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Ilse Reineke zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die aktuelle Wahlperiode.[4]

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Blau ein rot gezungter goldener Löwe, der in seinen Tatzen vier goldene Kornähren hält. Der Löwe ist dem Wappen des Häuptlings Wibet von Stedesdorf entnommen. Die Ähren stehen für die vier Ortsteile Mamburg, Osteraccum, Thunum und Stedesdorf.

BauwerkeBearbeiten

 
St.-Ägidien-Kirche, von Süden aus gesehen

Die St.-Ägidien-Kirche in Stedesdorf wurde als Sendkirche des ehemaligen Erzbistums Bremen zwischen 1100 und 1150 errichtet. Ihr Grundrisstyp ist in Ostfriesland einzigartig. Das gedrungene Kirchenschiff wird durch einen eingezogenen und fast quadratischen Chorbereich abgeschlossen. Der aus Backsteinen gemauerte Glockenturm des geschlossenen Typs steht frei und stammt von 1695.[7] An der Nordseite des freistehenden Glockenturms befindet sich der Rillenstein von Stedesdorf.

VerkehrBearbeiten

Der Bahnhof Stedesdorf lag an der Bahnstrecke Norden–Sande. Die Züge passieren den Ort inzwischen ohne Halt.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Stedesdorf (Hrsg.): 1137–1987. Die St. Aegidien-Kirche zu Stedesdorf. Geschichte einer Kirchengemeinde. Stedesdorf 1987.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Ev.-luth. Kirchengemeinde Stedesdorf (Hrsg.): 1137–1987. Die St. Aegidien-Kirche zu Stedesdorf. Geschichte einer Kirchengemeinde, Stedesdorf 1987, S. 31.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  4. a b c Stedesdorf – Gemeinderat, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  5. a b Gemeinde Stedesdorf – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  7. Robert Noah: Ostfriesische Kirchen. 2. Auflage. Aurich 1980, S. 35.