Ste-Clotilde (Paris)

Kirchengebäude in Paris

Die Basilika Sainte-Clotilde ist eine katholische Pfarrkirche in der rue Las Cases im 7. Arrondissement von Paris. Sie wurde in den Jahren 1846 bis 1856 von François-Chrétien Gau und Théodore Ballu erbaut.[1] Die Kirche ist der heiligen Chrodechild und der heiligen Valeria von Limoges geweiht.

Sainte-Clotilde

BaugeschichteBearbeiten

Vorbedingungen, UmfeldBearbeiten

Die Kirche wurde im neogotischen Stil geplant, als Nachahmung einer rheinischen Kathedrale des 14. Jahrhunderts. Daher wurden die Pläne in Paris auch lange befehdet. Eine Kirche im Stil einer deutschen Kathedrale in einem Land zu bauen, das die Gotik selbst erfunden hat, erschien abwegig. Das Interesse an der Gotik war in Frankreich ab etwa 1770 wieder erwacht. Bei allen Bauaufgaben wandte man diesen ursprünglich sakralen Stil an, natürlich auch bei Kirchen-Neubauten.

Die Blütezeit dieser sogenannten „Troubadour-Gotik“ lag im Ersten Kaiserreich Napoleons.[2] Dieser Baustil wurde unter der Restauration aufgrund archäologischer Untersuchungen verändert. Vorangetrieben wurde dieser vor allem von Arcisse de Caumont, Guizot, Vitet und Mérimée. In diese Zeit fiel daher auch die Restaurierung der Sainte-Chapelle im Jahr 1838 und der Kathedrale Notre-Dame de Paris 1845 durch Lassus und Eugène Viollet-le-Duc.

AusführungBearbeiten

Aufgrund dieser besonderen kunsthistorischen Situation wurden die Entwürfe des Architekten Théodore Ballu, der vor allem die Fassade und die Turmhelme entwarf, trotz aller Bedenken wegen der deutschen Vorbilder verwirklicht. Die Kirche wurde 1857 eingeweiht und 1897 von Papst Leo XIII. zur Basilica minor erhoben.[1] Sie ist 96 Meter lang und 38 Meter breit, ihre Türme haben eine Höhe von 70 Meter.[1]

AusstattungBearbeiten

Die Statue der hl. Klotilde an der neugotischen Fassade wurde Charles Henri Joseph Cordier, der eher einen exotischen Stil pflegte, in einem klassisch-romantischen Stil geschaffen.[3]

Im Innenraum der Kirche sind Fenster von Émile Thibaud (1806–1896), Malereien von Jules Eugène Lenepveu, Statuen von James Pradier, Francisque Joseph Duret, Eugène Guillaume und Paul Gayrard. Den Altar hat Goudji 2007 entworfen.[1]

OrgelBearbeiten

 
Cavaillé-Coll-Orgel von 1859

Die Hauptorgel der Kirche wurde 1859 von Aristide Cavaillé-Coll erbaut. 1933 wurde das Instrument klanglich verändert, durch Beuchet-Debierre aus Nantes. 1962 wurden durch dieselbe Orgelbaufirma die Traktur elektrifiziert, die Klaviaturumfänge erweitert und das Klangbild stark in Richtung Neoklassik weiterentwickelt. Im Zuge der letzten Überarbeitung durch Bernard Dargassies (2004) wurde u. a. ein Chamadenregister eingebaut und zusätzlich ein fahrbarer elektrischer Spieltisch aufgestellt.

I Grand-Orgue C–c4
Montre 16′
Bourdon 16′
Montre 08′
Bourdon 08′
Flûte harmonique0 08′
Gambe 08′
Prestant 04′
Flûte douce 04′
Quinte 223
Doublette 02′
Plein-jeu VI
Cornet V
Bombarde 16′
Trompette 08′
Clairon 04′
Chamade 08′
II Positif C–c4
Bourdon 16′
Montre 08′
Bourdon 08′
Flûte harmonique0 08′
Salicional 08′
Unda maris 08′
Quinte 513
Prestant 04′
Flûte octaviante 04′
Tierce 315
Septième 227
Quinte 223
Doublette 02′
Tierce 135
Larigot 113
Piccolo 01′
Plein-jeu III–VI
Trompette 08′
Clarinette 08′
Clairon 04′
Tremblant
III Récit expressif C–c4
Quintaton 16′
Cor de nuit 08′
Flûte traversière 08′
Gambe 08′
Voix céleste 08′
Principal 04′
Flûte octaviante 04′
Nasard 223
Octavin 02′
Tierce 135
Fifre 01′
Plein-jeu IV
Bombarde 16′
Trompette 08′
Voix humaine 08′
Basson-hautbois0 08′
Cor de basset 08′
Clairon 04′
Chamade 08′
Tremblant
Pédale C–g1
Soubasse 32′
Contrebasse 16′
Bourdon 16′
Quinte 1013
Basse 08′
Flûte 08′
Octave 04′
Flûte 04′
Flûte 02′
Contre bombarde0 32′
Bombarde 16′
Basson 16′
Trompette 08′
Clairon 04′
Chamade 08′
Chamade 04′
  • Koppeln:
    • Accouplements: Pos./G.O., Réc./G.O., Réc./Pos. en 16′, 8′ et 4′.
    • Tirasses: G.O./Péd, Pos./Péd, Réc. en 8'/Péd et Réc. en 4'/Péd.
  • Spielhilfen: Combinateur, Tutti, Crescendo, Coupure pédale.

Ihre Titularorganisten waren:

Pfarrer von Sainte-ClotildeBearbeiten

Chronologische Reihenfolge der Pfarrer:[1]

  • L’Abbé Hamelin, 1857–1883
  • Mgr. Gardey, 1883–1914
  • Le Chanoine Verdrie, 1914–1946
  • Le Chanoine Hubert, 1946–1974
  • L’Abbé Caryl-Kamnitzer, 1974–1986
  • Le Chanoine Choné, 1986–1992
  • L’Abbé Maillard de la Morandais, 1992–1995
  • Mgr. Antoine de Vial, 1995–2003
  • Le Père Matthieu Rougé, September 2003–2012
  • Le Père Laurent Stalla-Bourdillon, seit September 2012

LiteraturBearbeiten

  • Georges Brunel, Marie-Laure Deschamps-Bourgeon, Yves Gagneux: Dictionnaire des Églises de Paris. Éditions Hervas, Paris 2000 (1. Auflage 1995), ISBN 2-903118-77-9, S. 667–668.
  • Aline Dumoulin, Alexandra Ardisson, Jérôme Maingard, Murielle Antonello: Paris D’Église en Èglise. Éditions Massin, Paris 2008, ISBN 978-2-7072-0583-4, S. 177–180.

WeblinksBearbeiten

Commons: Ste-Clotilde (Paris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e {{Webarchiv | url= | archive-is=20130201223455| text=Beschreibung der Kirche (französisch)}}
  2. Geschichte der „Troubadour-Gotik“ und Bilder der Kirche
  3. Karl Woermann: Geschichte der Kunst aller Zeiten und Völker, Band 3, 1. Die französische Kunst von 1848 bis um 1905. Bibliographisches Institut, Leipzig, S. 237 ff.

Koordinaten: 48° 51′ 30,7″ N, 2° 19′ 9,6″ O