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Starkenberg

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Starkenberg
Starkenberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Starkenberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 59′ N, 12° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Altenburger Land
Verwaltungs­gemeinschaft: Rositz
Höhe: 235 m ü. NHN
Fläche: 26,42 km2
Einwohner: 1890 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 04617
Vorwahlen: 03448, 034495, 034496, 03447
Kfz-Kennzeichen: ABG, SLN
Gemeindeschlüssel: 16 0 77 044
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Borngasse 7
04617 Starkenberg
Website: www.starkenberg.info
Bürgermeister: Wolfram Schlegel
Lage der Gemeinde Starkenberg im Landkreis Altenburger Land
AltenburgDobitschenFockendorfGerstenbergGöhren (bei Altenburg)GöllnitzGöpfersdorfGößnitzHaselbach (bei Altenburg)HeukewaldeHeyersdorfJonaswaldeKriebitzschLangenleuba-NiederhainLöbichauLödlaLuckaMehnaMeuselwitzMonstabNobitzPonitzPostersteinRositzNobitzSchmöllnStarkenbergThonhausenTrebenVollmershainWindischleubaThüringenLandkreis GreizSachsen-AnhaltSachsenKarte
Über dieses Bild

Starkenberg ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Sie ist die bevölkerungsmäßig zweitgrößte und flächenmäßig größte Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Rositz, deren Sitz sich in der gleichnamigen Gemeinde befindet.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Starkenberg liegt etwa 9 km westlich von Altenburg im Altenburg-Zeitzer Lößhügelland, einem Teilgebiet der Leipziger Tieflandsbucht. Der Gerstenbach durchfließt die Gemeinde im Süden.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind Kriebitzsch, Monstab, Göhren, Göllnitz, Mehna, Dobitschen und die Stadt Schmölln im Landkreis Altenburger Land sowie Elsteraue mit dem Ortsteil Spora und Zeitz mit dem Ortsteil Kayna im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis.

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde setzt sich aus dem Hauptort und 3 Ortsteilen (Großröda, Naundorf, Tegkwitz) mit insgesamt 18 Ortslagen zusammen:

Ortsteil urkundliche Ersterwähnung[2] Einwohnerzahl1 Eingemeindung
Breesen 1181–1214;
1. April 1250
18 1. Juli 1950 (nach Tegkwitz)
Dobraschütz 1360 64 1. Juli 1950 (nach Kraasa)
Dölzig 1. April 1154 15 1. Juli 1950
Großröda 976 225 1. Januar 2012
Kleinröda 1703 96 1923 (nach Posa)
Kostitz 24. April 1182 394 1. Juli 1950
Kraasa 1181–1224 97 1. Januar 1957 (nach Naundorf)
Kreutzen 1181–1224 16 1. Juli 1950 (nach Tegkwitz)
Misselwitz 1181–1214 10 1. Dezember 2008 (mit Tegkwitz)
Naundorf 1181–1214 207 1. Dezember 2008
Neuposa  1920 193 1. Januar 1974 (mit Posa)
Oberkossa 1. November 1291 51 1. Juli 1950 (nach Kraasa)
Pöhla 1336 80 1. Juli 1950
Posa 4. Mai 1296 33 1. Januar 1974
Starkenberg 1181–1214;
29. Januar 1222
280  
Tanna   25 1. Oktober 1938 (nach Wernsdorf)
Tegkwitz 13. März 1143 276 1. Dezember 2008
Wernsdorf   51 1. Juli 1950 (nach Naundorf)

1Quelle: starkenberg.info

GeschichteBearbeiten

 
Bahnhof Starkenberg

Die benachbarten Orte Starkenberg und Tegkwitz sind Herkunftsorte eines burggräflichen Geschlechts „Erkenbertinger“. Im Jahre 1088 wurde ein Zeuge in einer Naumburger Urkunde erwähnt. Bekannt wurde dann 1143–1171 der Reichsministeriale Erkenbert von Tegkwitz, der zur Erschließung des Erzgebirges beigetragen hat. Im Jahre 1222 bezeichnete sich ein Zweig der Familie als Burggrafen von Starkenberg. Der Zweig starb im 15. Jahrhundert aus und die Burg Starkenberg wurde nach der Zerstörung durch die Hussiten abgerissen.[3] Danach hatte das neu errichtete Rittergut in Kostitz die Erbgerichtsbarkeit über Starkenberg, Posa und Pöhla. Das Schloss wurde nach der Bodenreform 1945 abgerissen, das Pächterhaus war bis 2009 Sitz der Gemeindeverwaltung.[4] Seitdem befindet sich der Gemeindesitz im sanierten Gasthof Zur Linde. Eine Kapelle wurde bereits 1559 abgebrochen. Im Jahre 1705 wurde eine Mühle erbaut, wobei heute nur noch ein späteres Wohnhaus des Müllers aus dem Jahre 1815 steht.

Starkenberg gehörte bis in 19. Jahrhundert zum wettinischen Amt Altenburg,[5][6] welches ab dem 16. Jahrhundert aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens unter der Hoheit folgender Ernestinischer Herzogtümer stand: Herzogtum Sachsen (1554 bis 1572), Herzogtum Sachsen-Weimar (1572 bis 1603), Herzogtum Sachsen-Altenburg (1603 bis 1672), Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg (1672 bis 1826). Bei der Neuordnung der Ernestinischen Herzogtümer im Jahr 1826 kam der Ort wiederum zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Nach der Verwaltungsreform im Herzogtum gehörte Starkenberg bezüglich der Verwaltung zum Ostkreis (bis 1900)[7] bzw. zum Landratsamt Altenburg (ab 1900).[8] Juristisch war ab 1879 das Amtsgericht Altenburg und seit 1906 das Amtsgericht Meuselwitz für den Ort zuständig. Zwischen 1887 und 1972 führte durch Kostitz die Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg, die allerdings aufgrund des Braunkohlenbergbaues zwischen Großröda und Meuselwitz abgetragen wurde. Der Haltepunkt "Kostitz" wurde 1955 in "Starkenberg" umbenannt. Das Bahnhofsgebäude ist jetzt ein Wohnhaus mit Gaststätte.[9][10]

Starkenberg gehörte ab 1918 zum Freistaat Sachsen-Altenburg, der 1920 im Land Thüringen aufging. 1922 kam der Ort zum Landkreis Altenburg. Am 1. Juli 1950 wurden die Gemeinden Kostitz und Dölzig eingemeindet. Bei der zweiten Kreisreform in der DDR wurden 1952 die bestehenden Länder aufgelöst und die Landkreise neu zugeschnitten. Somit kam die Gemeinde Starkenberg mit dem Kreis Altenburg an den Bezirk Leipzig, der seit 1990 als Landkreis Altenburg zu Thüringen gehörte und 1994 im Landkreis Altenburger Land aufging. Zu Zeiten der DDR wurden am 1. Januar 1967 der Ort Pöhla und am 1. Januar 1974 die Gemeinde Posa mit den Ortsteilen Neuposa und Kleinröda eingemeindet. Am 1. Dezember 2008 wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Naundorf und Tegkwitz in die Gemeinde Starkenberg eingegliedert. Am 1. Januar 2012 folgte die Gemeinde Großröda. Eine geplante Fusion mit Rositz im Zuge der Gebietsreform Thüringen 2018 und 2019 wurde vorerst auf Eis gelegt.[11]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Entwicklung der Einwohnerzahl (Stand jeweils 31. Dezember):

  • 1994: 1319
  • 1995: 1312
  • 1996: 1342
  • 1997: 1337
  • 1998: 1345
  • 1999: 1351
  • 2000: 1307
  • 2001: 1290
  • 2002: 1276
  • 2003: 1260
  • 2004: 1239
  • 2005: 1226
  • 2006: 1192
  • 2007: 1170
  • 2008: 1936
  • 2009: 1915
  • 2010: 1904
  • 2011: 1853
  • 2012: 2054
  • 2013: 2013
  • 2014: 1989
  • 2015: 1963
  • 2016: 1905
  • 2017: 1890
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
 
Mühle in Kostitz

Bodendenkmal Burg StarkenbergBearbeiten

Burg Starkenberg, Stammsitz der Burggrafen von Starkenberg befand sich ursprünglich auf einem Bergsporn mitten im Ort, heute zwischen den Straßen "Fleischerberg" und "Malzgasse" gelegen. Das Areal des Bergsporns ist heute (Stand: 2018) mit Häusern bebaut. Es wurde zusammen mit einem erhaltenen Keller der Burg um/vor 1997 unter Denkmalschutz/Bodendenkmalschutz gestellt. Der Burgkeller ist ein 24 m langes, 3 m breites und 2 m hohes Tonnengewölbe, welches mit Sandsteinquadern ausgemauert ist. Das Landesdenkmalamt datierte das Kellergewölbe auf die Zeit um 1430. Der Keller befindet sich auf dem Privatgrundstück "Malzgasse Nr.40" und ist nur durch ein altes Haus zugängig. Überirdisch sind von der Burg keinerlei Mauerreste, (eindeutig identifizierbare) Gräben oder Wälle zu erkennen.

zu den Burggrafen von Starkenberg siehe auch:

zu den Erkenbertingern (Gesamtfamilie) siehe auch:

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Im Ortskern von Starkenberg existieren rund um den historischen Gasthof zahlreiche architektonisch wertvolle Fachwerkhäuser. Im Ortsteil Kostitz steht das Pächterwohnhaus des ehemaligen Rittergutes und das Wohnhaus des Müllers. In Naundorf ist ein Kunsthaus zu besichtigen. Besonders sehenswert sind die beiden bekannten Altenburger Vierseithöfe in Breesen und Dobraschütz sowie die vier Kirchen in Dobraschütz[12], Großröda, Tegkwitz und Wernsdorf.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

  • Wählergemeinschaft Starkenberg – 13 Sitze (92,8 %)
  • Wählergemeinschaft Feuerwehrverein Naundorf e.V. – 1 Sitz (7,2 %)

Die Wahlbeteiligung lag bei 53,0 % (−7,3 %p).

BürgermeisterBearbeiten

Langjähriger Bürgermeister ist der bis 2004 für die SPD kandidierende Wolfram Schlegel. Er wurde zuletzt am 5. Juni 2016 mit einer Mehrheit von 86,7 % und einer Wahlbeteiligung von 51,1 % (+ 4,5 %) im Amt bestätigt.[13]

BildungBearbeiten

Im Ortsteil Posa befindet sich eine Grundschule. Die Schule im Ortsteil Starkenberg wurde nach Eröffnung der zentralen Schule in Posa geschlossen.[14]

TelefonvorwahlenBearbeiten

Die Gemeinde besitzt vier verschiedene Telefonvorwahlen. Während Starkenberg mit Dölzig, Kleinröda, Kostitz, Neuposa, Pöhla und Posa sowie Großröda über die Vorwahl von Meuselwitz (03448) zu erreichen sind, besitzt der Ortsteil Naundorf mit Dobraschütz, Kraasa, Oberkossa, Tanna und Wernsdorf die Vorwahl von Dobitschen (034495). Der Ortsteil Tegkwitz mit Ausnahme von Breesen, der die Altenburger Vorwahl (03447) hat, mit Kreutzen und Misselwitz ist über die Rositzer Vorwahl (034498) erreichbar.

VerkehrBearbeiten

 
Ehemaliger Bahnhof Kostitz

Durch das Gemeindegebiet verlief die Bahnstrecke Meuselwitz–Ronneburg, welche zwischen Meuselwitz und Dobitschen abgebaut ist. Für die Reststrecke liegt die Betriebsführung seit dem 1. März 2014 bei den Starkenberger Baustoffwerken.[15]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Seifert: Verschwundene alte Burgen im Altenburger Ostkreis
  • Gustav Wolf, Sabine Hofmann, Klaus Hofmann: „Das alte Schloss sehn wir noch heut …“ Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II). Museum Burg Posterstein, 2010
  • Christiane Nienhold, Gustav Wolf, Klaus Hofmann: … und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln! Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten. Museum Burg Posterstein, 2007

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Städte und Dörfer, Verlag Rockstuhl 2001 Bad Langensalza ISBN 3-934748-58-9 S.1-67
  3. Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen; Wartberg Verlag 2000; ISBN 3-86134-631-1; S. 23
  4. Webseite des Museums Burg Posterstein
  5. Das Amt Altenburg im Buch Geographie für alle Stände, ab S. 201
  6. Die Orte des Amts Altenburg ab S.83
  7. Der Ostkreis des Herzogtums Sachsen-Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  8. Das Landratsamt Altenburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  9. Kostitz auf der Webseite der Gemeinde Starkenberg Abgerufen im Internet am 12. Mai 2012
  10. Der Haltepunkt Starkenberg auf www.sachsenschiene.net
  11. LVZ-Online: Starkenberg legt Verhandlungen mit Rositz auf Eis. Abgerufen am 21. August 2017.
  12. Kirche in Dobraschütz
  13. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl Landeswahlleiter Thüringen, abgerufen am 1. August 2016
  14. Der Ortsteil Starkenberg auf der Webseite der Gemeinde Starkenberg
  15. eisenbahn-magazin, Heft 5, 2014, S. 20