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Stara Dąbrowa (Powiat Stargardzki)

Gmina in der Woiwodschaft Westpommern, Polen

Stara Dąbrowa (deutsch Alt Damerow, Kreis Saatzig/Pommern) ist ein Dorf mit Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und gehört zum Powiat Stargardzki (Kreis Stargard (Pommern)).

Stara Dąbrowa
Wappen der Gmina Stara Dąbrowa
Stara Dąbrowa (Polen)
Stara Dąbrowa
Stara Dąbrowa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Stargard
Gmina: Stara Dąbrowa
Geographische Lage: 53° 25′ N, 15° 8′ OKoordinaten: 53° 25′ 26″ N, 15° 8′ 28″ O
Einwohner: 618
Postleitzahl: 73-112
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 142: Rzęśnia–Lisowo
Schienenweg: Stargard–Gdańsk,
Bahnstation: Lisowo
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 18 Ortschaften
13 Schulzenämter
Fläche: 112,59 km²
Einwohner: 3723
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3214092
Verwaltung
Adresse: Stara Dąbrowa 20
73-112 Stara Dąbrowa
Webpräsenz: www.staradabrowa.pl



Inhaltsverzeichnis

Geographische LageBearbeiten

Stara Dąbrowa im Powiat Stargardzki – im Unterschied zu Stara Dąbrowa im Powiat Słupski (Kreis Stolp), der Ortsname Stara Dąbrowa kommt in Polen noch weitere Male vor – liegt etwa Kilometer nordöstlich der Kleinstadt Stargard (Stargard in Pommern) und 38 Kilometer östlich von Stettin.

 
Dorfkirche.

Dorf Stara Dąbrowa (Alt Damerow)Bearbeiten

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1254 wurde Alt Damerow erstmals urkundlich erwähnt. Das Kirchdorf war ursprünglich ein altes Lehen der Familie Wedel, bis es im 17. und 18. Jahrhundert in den Besitz anderer Familien kam. Um 1780 hatte Alt Damerow einen Gutsbetrieb, drei auf der Feldmark des Dorfs von dem Gutsbesitzer angelegte Vorwerke, von denen er eines Ramen, eines Habacht und das dritte Birkholz nannte, einen Prediger, einen Küster, 13 Bauern, eine Schmiede und insgesamt 31 Haushaltungen.[2] Die beiden ersteren Vorwerke sind bald eingegangen, so dass nur das Vorwerk Birkholz übrig blieb.[3] Im Jahr 1853 wurde das Rittergut von seinem Besitzer Friedrich Wilhelm von Reibnitz an Carl Hermann Otto Runge verkauft.[3]

Um 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Alt Damerow eine Flächengröße von 10,4 km², Auf der Gemarkung gab es zwei Wohnorte, in denen insgesamt 58 Wohnhäuser standen:[4]

  1. Alt Damerow
  2. Birkholz

Im Jahr 1925 wurden in Alt Damerow insgesamt 445 Einwohner gezählt, die auf 78 Haushaltungen verteilt waren.[4]

Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Saatzig im Regierungsbezirk Stettin der Provinz Pommern. Es war in den Amts- und Standesamtsbezirk Sassenhagen (heute polnisch: Chlebówko) integriert. Das zuständige Amtsgericht war das in Stargard (Pommern).

Im Jahre 1905 waren in Alt Damerow 139 Einwohner registriert. Ihre Zahl stieg vor 1925 auf 418 und betrug 1933 noch 398 und blieb bis 1939 nahezu konstant bei 397.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Alt Damerow unter polnische Verwaltung gestellt und in Stara Dąbrowa umbenannt. Die deutschen Einwohner wurden vertrieben.

Der Ort ist heute Teil und Sitz der Gmina Stara Dąbrowa im Powiat Stargardzki in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Stettin). Die Einwohnerzahl beträgt etwa 620.

KircheBearbeiten

Kirchspiel/PfarreiBearbeiten

Vor 1945 lebte in Alt Damerow eine überwiegend evangelische Bevölkerung. Der Ort war Pfarrsitz für das Kirchspiel Alt Damerow, in das die Filialgemeinden Sassenhagen (heute polnisch: Chlebówko) und – seit 1828 – Müggenhall (Białuń) eingegliedert waren. Das Kirchspiel gehörte zum Kirchenkreis Freienwalde (Chociwel) im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern der Kirche der Altpreußischen Union.

Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel insgesamt 1.230 Gemeindeglieder, von denen 380 zur Ortsgemeinde Alt Damerow gehörten. Das Kirchenpatronat hatten die Rittergutsbesitzer von Alt Damerow, Müggenhall und Sassenhagen inne.

Seit 1945 lebt in Stara Dąbrowa eine fast ausnahmslos katholische Bevölkerung. Der Ort ist Sitz der Pfarrei św. Józefa (Hl. Josef) und gehört zum Dekanat Stargard Wschód (Stargard-Ost) im Erzbistum Stettin-Cammin der Katholischen Kirche in Polen.

Heute hier lebende evangelische Kirchenglieder sind in die Pfarrei der St. Trinitatiskirche in Stettin in der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen eingegliedert.

Pfarrer 1553–1945Bearbeiten

Seit der Reformation und bis zur Vertreibung 1945 amtierten in Alt Damerow 14 evangelische Geistliche:

  1. Balthasar Cremer, 1553–1595
  2. Martin Gerschovius, 1596–1623 (danach Vakanz)
  3. Christian Cremer sen., 1669–1714
  4. Christian Cremer jun. (Sohn von 3.), 1714–1742
  5. Karl Ludwig Hövel, 1744–1771
  6. Magnus Christoph Neumann, 1771–1798
  7. Johann Friedrich Jakob Bogenschneider, 1798–1813
  8. Friedrich August Golcher, 1814–1833
  9. Friedrich August Schlegel, 1833–1856
  10. Otto Friedrich Jobst, 1858–1859
  11. Karl Wilhelm Emil Schlichting, 1859–1867
  12. Wilhelm Richard Haltenorth, 1867–1899
  13. Hermann Plocke, 1899–1937
  14. Friedrich Tietze, 1939–1945

Söhne und Töchter des OrtesBearbeiten

Gmina Stara DąbrowaBearbeiten

AllgemeinesBearbeiten

Stara Dąbrowa ist der Amtssitz der gleichnamigen Landgemeinde, die 1946 zunächst den Namen Gmina Dąbrowa trug. Sie liegt im Powiat Stargardzki in der Woiwodschaft Westpommern (bis 1998 Woiwodschaft Stettin).

 
Die Lage der Gmina Stara Dąbrowa im Powiat Stargardzki

Die Gemeindefläche umfasst 112,59 km², was 7,4 % der Fläche des Powiat Stargardzki entspricht. Einwohnermäßig steht die Gmina mit 3.570 Menschen an 102. Stelle der 114 Gemeinden der westpommerschen Woiwodschaft.

Im Osten ist der Flusslauf der Krąpiel (Krampehl) die natürliche Grenze der Gemeinde, im Südwesten begrenzt der Jezioro Grabowskie (Patschsee) ihr Gebiet. Von Norden nach Süden fließt der Biały Potok (Gehringsbach) durch die Gmina und mündet später in die Krąpiel.

Nachbargemeinden der Gmina Stara Dąbrowa sind:

Postalisch hat die Gemeinde die einheitliche Postleitzahl 73-112.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gmina Stara Dąbrowa gehören 18 Ortschaften, die 13 Ortsteilen (Schulzenämtern) zugeordnet sind.

  • Ortsteile:
  • Białuń (Müggenhall)
  • Chlebówko (Sassenhagen)
  • Chlebowo (Sassenburg)
  • Kicko (Kietzig)
  • Krzywnica (Uchtenhagen)
  • Łęczyca (Lenz)
  • Łęczyna (Lenz Borkenstein)
  • Nowa Dąbrowa (Neu Damerow)
  • Parlino (Parlin)
  • Stara Dąbrowa (Alt Damerow)
  • Storkówko (Storkow)
  • Tolcz (Tolz)
  • Załęcze (Lenz D)
  • Übrige Ortschaften: Łęczówka (Lenz B), Moskorze (Lenz Ilsenhof), Rokicie (Neumühl), Rosowo (Rossow) und Wiry (Vieren).

VerkehrBearbeiten

StraßenBearbeiten

Das Gebiet der Gmina Stara Dąbrowa wird von zwei Woiwodschaftsstraßen erschlossen, die in Łęczyca (Lenz) einander kreuzen:

Im Übrigen werden die Gemeindeteile durch Nebenstraße. und Landwege miteinander verbunden.

SchienenBearbeiten

Heute gibt es im Gebiet der Gmina Stara Dąbrowa keinen Bahnanschluss mehr. Die nächste Bahnstation ist Lisowo an der Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk und ist acht Kilometer entfernt.

Bis zum Jahre 2001 bestand eine Bahnstrecke zwischen Stargard (Stargard (Pommern)) und Dobra (Daber), die 1895 erbaut worden war und bis 1945 von den Saatziger Kleinbahnen, danach von der Polnischen Staatsbahn betrieben wurde. An dieser Strecke lagen sechs Orte der heutigen Gmina Stara Dąbrowa: Storkówko (Storkow), Łęczyca (Lenz), Stara Dąbrowa (Alt Damerow), Białun (Müggenhall), Chlebówko (Sassenhagen) und Chlebowo (Sassenburg).

Im selben Baujahr entstand eine Bahnstrecke, die in Alt Damerow abzweigte und über Trampke (heute polnisch: Trąbki), Nörenberg (Ińsko) bis nach Dramburg (Drawsko Pomorskie) führte. Sie durchfuhr zwei Ortschaften der heutigen Gemeinde: Nowa Dąbrowa (Neu Damerow) und Krzywnica (Uchtenhagen) und wurde bis 1996 betrieben.

LiteraturBearbeiten

  • Paul Schulz (Hrsg.): Der Kreis Saatzig und die kreisfreie Stadt Stargard – Ein pommersches Heimatbuch. Rautenberg, Leer 1984, ISBN 3-7921-0307-9.
  • Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1, Stettin 1903.
  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 4, Anklam 1868, S. 557–558 (Online).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1, Stettin 1784, S. 262, Nr. 13.
  3. a b Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 4, Anklam 1868, S. 557–558..
  4. a b Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Alt Damerow im ehemaligen Kreis Saatzig in Pommern (2011)