Stanley Clarke

US-amerikanischer Fusion-Bassist und Filmkomponist
Stanley Clarke (um 1980)
Stanley Clarke live bei den Leverkusener Jazztagen 2016

Stanley Marvin Clarke (* 30. Juni 1951 in Philadelphia, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Bassist sowie Grammy-Preisträger aus dem Bereich der Fusion- und Jazzmusik. Im Fusionbereich gilt er als einer der beiden bedeutendsten Bassisten der 1970er-Jahre (neben Jaco Pastorius). Außerdem trat er seit Anfang der 1990er-Jahre vermehrt als Filmkomponist auf.

LebenBearbeiten

Nach seinem Studium an der Philadelphia Academy of Music zog Clarke 1971 nach New York City, wo er unter anderem mit Art Blakey, Gil Evans, Joe Farrell, Stan Getz, Dexter Gordon, Joe Henderson, Al Di Meola, Pharoah Sanders und Horace Silver zusammenarbeitete. In dieser Zeit trat er der von Chick Corea geleiteten Fusion-Band Return to Forever bei, die eine der erfolgreichsten Jazzrock-Formationen dieser Zeit wurde. Außerdem produzierte er eine Reihe von Soloalben, von denen School Days zusammen mit Jaco Pastorius’ Debütalbum zu den besten Bass-Alben der Jazzrock-Ära gezählt wird.

Im Jahr 1987 gründete er mit der Jazz-Sängerin Deborah Holland und dem ehemaligen The-Police-Schlagzeuger Stewart Copeland die Band Animal Logic. Nach zwei Studio-Alben und einigen Singles gingen die Musiker Ende 1991 wieder getrennte Wege. 2005 gründete Clarke das Acoustic Fusion Supergroup TRIO! mit Béla Fleck und Jean-Luc Ponty. Außerdem beschäftigt er sich als Produzent von Filmmusik. Im Jahr 2011 erhielt Clarke den Grammy für das beste zeitgenössische Jazzalbum (Best Contemporary Jazz Album), The Stanley Clarke Band (2010).

SpielweiseBearbeiten

Clarkes Bassspiel ist gekennzeichnet von einer ausgereiften Slaptechnik und außerordentlicher Virtuosität. Die Slaptechnik, deren Erfindung Larry Graham zugeschrieben wird, besteht im kräftigen Anschlagen der Saiten mit der Daumenseite durch Drehung aus dem Handgelenk. Das kombiniert er oft rhythmisch mit Zupfen der höheren Saiten. Clarke trug Anfang der 1970er-Jahre entscheidend zur Entwicklung und Verbreitung dieser Technik im Jazzrock bei. Clarke ist der erste einflussreiche Musiker, der häufig einen Piccolobass verwendete, einen um eine Oktave höher gestimmten, viersaitigen E-Bass. Auch wenn er durch sein E-Bass-Spiel bekannt geworden ist, ist sein virtuoses Spiel auf dem Kontrabass (das Hauptinstrument seiner späteren Laufbahn) schon früh dokumentiert (Moon Germs mit dem Joe Farrell Quartet von 1971).

 
Stanley Clarke (2009)

DiskografieBearbeiten

SoloalbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  UK   US   R&B Vereinigte Staaten  JazzTemplate:Charttabelle/Wartung/Land unbekannt (US)
1974 Stanley Clarke US59
(16 Wo.)US
1975 Journey to Love US34
(19 Wo.)US
1976 School Days US34
(22 Wo.)US
1978 Modern Man US57
(19 Wo.)US
1979 I Wanna Play for You US62
(14 Wo.)US
1980 Rocks, Pebbles and Sand UK42
(2 Wo.)UK
US95
(11 Wo.)US
1982 Let Me Know You US114
(8 Wo.)US
1984 Time Exposure US149
(12 Wo.)US
1993 East River Drive R&B54
(27 Wo.)R&B
2003 1,2, to the Bass Jazz11
(15 Wo.)Jazz
2007 The Toys of Men Jazz8
(30 Wo.)Jazz
2010 The Stanley Clarke Band Jazz7
(21 Wo.)Jazz
Stanley Clarke Band
2014 Up Jazz6
(8 Wo.)Jazz
Stanley Clarke Band
2018 The Message Jazz5
(8 Wo.)Jazz
Stanley Clarke Band

Weitere Alben

  • 1973 – Children of Forever
  • 1985 – Find Out
  • 1986 – Hideaway
  • 1988 – If This Bass Could Only Talk
  • 1991 – Live, 1976–1977
  • 1992 – Passenger 57 (Soundtrack)
  • 1992 – The Collection
  • 1995 – At the Movies
  • 1997 – Bass-ic Collection
  • 1999 – Hot Fun – Best (1974–93, Zounds, alle Titel digital remastert)

Mit George DukeBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  UK   US   R&B Vereinigte Staaten  JazzTemplate:Charttabelle/Wartung/Land unbekannt (US)
1981 Clarke/Duke Project US33
(23 Wo.)US
R&B7
(27 Wo.)R&B
1983 Clarke/Duke Project 2 US146
(10 Wo.)US
R&B44
(11 Wo.)R&B
1990 3 R&B52
(14 Wo.)R&B

Weitere Alben

  • 1993: Live in Montreux, 1988

KollaborationsalbenBearbeiten

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  UK   US   R&B Vereinigte Staaten  JazzTemplate:Charttabelle/Wartung/Land unbekannt (US)
1995 The Rite of Strings Jazz6
(23 Wo.)Jazz
2009 Jazz in the Garden Jazz12
(9 Wo.)Jazz
2015 D-Stringz Jazz21
(1 Wo.)Jazz

Weitere Alben

Mit Chick Corea und Lenny WhiteBearbeiten

  • Echoes of an Era (mit Chaka Khan)
  • Echoes of an Era Live (mit Nancy Wilson)
  • The Griffith Park Band Live
  • The Griffith Park Collection

Animal LogicBearbeiten

  • 1989 – Animal Logic
  • 1991 – Animal Logic II

New BarbariansBearbeiten

 
Stanley Clarke (Steinegg Live Festival 2016)

SinglesBearbeiten

Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[1]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
  R&B Vereinigte Staaten  JazzTemplate:Charttabelle/Wartung/Land unbekannt (US)
1976 Silly Putty
Journey to Love
R&B94
(2 Wo.)R&B
1978 Slow Dance
Modern Man
R&B76
(6 Wo.)R&B
1980 We Supply
Rocks, Pebbles and Sand
R&B76
(10 Wo.)R&B
1981 Sweet Baby
The Clarke/Duke Project
R&B6
(19 Wo.)R&B
mit George Duke
I Just Want to Love You
The Clarke/Duke Project
R&B49
(8 Wo.)R&B
mit George Duke
1982 Straight To The Top
Let Me Know You
R&B81
(3 Wo.)R&B
1983 Heroes
The Clarke/Duke Project 2
R&B37
(13 Wo.)R&B
mit George Duke
1984 Straight To The Top
Let Me Know You
R&B81
(3 Wo.)R&B
1985 Born In The U.S.A.
Find Out!
R&B52
(8 Wo.)R&B
The Stanley Clarke Band
1990 Lady
3
R&B68
(6 Wo.)R&B
mit George Duke
2015 Pop Virgil
Up
Jazz8
(20 Wo.)Jazz
The Stanley Clarke Band

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Commons: Stanley Clarke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. a b c d Chartquellen: UK US