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Erlanger Stadtwerke AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1858 (1967 unter diesem Namen)
Sitz Erlangen, Deutschland
Leitung Matthias Exner (Vorstandsvorsitzender), Frank Oneseit (Vorstand)
Mitarbeiterzahl 572 (2016)[1]
Umsatz 174,4 Mio. Euro (2016)[1]
Branche Versorgung
Website www.estw.de
Stand: 3. Juli 2019

Die Erlanger Stadtwerke AG (ESTW) sind das regionale Versorgungsunternehmen der Stadt Erlangen. Sie ist zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Erlangen.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Die Erlanger Stadtwerke gehen auf die Erlanger Gasgesellschaft AG (gegründet 1858), das 1891 gegründete Wasserwerk und das 1902 entstandene Elektrizitätswerk zurück. Im Mai 1915 wurden die drei Betriebe zu den städtisch technischen Werken Erlangen zusammengeführt, die 1939 in Stadtwerke Erlangen umbenannt wurden. Zum 1. Januar 1967 wurde der bisherige kommunale Eigenbetrieb in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1997/98 wurde eine Teilprivatisierung geplant, die aber bei einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Die Erlanger Stadtwerke befinden sich daher bis heute im hundertprozentigen Besitz der Stadt Erlangen. 2001 wurde die Unternehmensstruktur in eine Konzernstruktur umgewandelt, unter anderem, um Vorgaben der Energiemarktliberalisierung und des Steuerrechtes nachzukommen.

Bis 1963 betrieben die Stadtwerke ein Gaswerk an der Äußeren Brucker Straße.[2] Ebenfalls bis in die 1960er Jahre betrieben wurde das Elektrizitätswerk an der Fuchsenwiese, das später von der Stadt Erlangen in ein Kulturzentrum (eröffnet 1982) umgebaut wurde.[3] Seit 1961 betreiben die Erlanger Stadtwerke an der Äußeren Brucker Straße ein Heizkraftwerk, in dem nach verschiedenen Umbauten, Erweiterungen und Modernisierungen neben Wärme zur Fernwärmeversorgung auch Strom produziert wird.[4]

1949 übernahmen die Stadtwerke zusätzlich den Betrieb des Erlanger Stadtverkehrs, in den 1960er Jahren außerdem den Betrieb eines Hallenbads. Mitte der 1990er Jahre stiegen die Erlanger Stadtwerke mit einer gemeinsamen Tochter mit den Nürnberger und Fürther Stadtwerken (NEFkom) in den Telekommunikationsmarkt ein. Die NEFkom ging 2004 in der M-net auf, an der die ESTW bis heute beteiligt sind.

Seit der Liberalisierung des Energiemarktes Ende der 1990er Jahre stehen die Erlanger Stadtwerke in ihrem Kerngeschäft Strom- und Gasversorgung im Wettbewerb. Das Netz dagegen steht nicht im Wettbewerb, unterliegt aber der Regulierung durch die Bundesnetzagentur.

GeschäftsbereicheBearbeiten

NetzbetriebBearbeiten

Die Erlanger Stadtwerke betreiben das Verteilnetz für Strom und Gas im Bereich der Stadt Erlangen. Das Stromnetz wies dabei Ende 2016 eine Länge von 1.038,9 Kilometern bei 20.065 Hausanschlüssen, die entnommene Energiemenge betrug 671,1 Mio. kWh.[1] Das Erdgasnetz hat eine Länge von 332,2 km. Dabei bestehen 7.166 Hausanschlüsse, die Energieentnahme betrug 962,9 Mio. kWh.[1]

EnergieversorgungBearbeiten

Die Erlanger Stadtwerke sind sowohl in der Stromerzeugung als auch in der Stromversorgung aktiv, außerdem in der Gasversorgung und der Erzeugung und Versorgung mit Wärme. Die Erlanger Stadtwerke sind dabei für Strom und Gas Grundversorger für das Gebiet der Stadt Erlangen.

Die Stromproduktion erfolgt über Kraft-Wärme-Kopplung im Heizkraftwerk der ESTW sowie in zehn von den ESTW betriebenen Blockheizkraftwerken.[1] Daneben betreiben die ESTW eine Wasserkraftanlage sowie mehrere Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Über ihre Beteiligung an der Regnitzstromverwertung AG (RSV, 33 Prozent Anteil der ESTW) sowie weitere Unternehmensbeteiligungen sind die Stadtwerke an weiteren Anlagen beteiligt. Die RSV übernimmt auch den Einkauf der Strommenge, den die ESTW nicht aus eigener Produktion deckt.

Bei der Stromversorgung setzten die ESTW 2016 rund 366 Mio. kWh ab, bei der Gasversorgung knapp 770 Mio. kWh. Etwa die Hälfte des Gases verbrauchte das ESTW-eigene Heizkraftwerk, unmittelbar an Endverbraucher gingen 323 Mio. kWh. Mit Fern- und Nahwärme wurden 1.941 Haushalte versorgt, die rund 400 Mio. kWh bezogen.[1]

WasserversorgungBearbeiten

Die ESTW versorgen das Erlanger Stadtgebiet mit Ausnahme der 1972 eingemeindeten Stadtteile mit Wasser. Außerdem erledigen sie die Betriebs- und Geschäftsführung für den Zweckverband zur Wasserversorgung der Eltersdorfer Gruppe, der außerhalb des Erlanger Stadtgebiets auch Tuchenbach, Ober- und Untermichelbach umfasst, und beliefern die Gemeinden Bubenreuth, Möhrendorf und Buckenhof, die das Wasser eigenständig weiterverteilen.[5] Im eigenen Netz wurden 2016 14.102 Hausanschlüsse versorgt, der Absatz betrug 7,1 Mio. Kubikmeter.[1]

StadtverkehrBearbeiten

Erlanger Stadtwerke Stadtverkehr GmbH
 
Basisinformationen
Unternehmenssitz Erlangen
Webpräsenz Webpräsenz
Betriebsleitung Ralf Wurzschmitt
Verkehrsverbund VGN
Linien
Bus 19
Statistik
Fahrgäste 13,3 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 4,7 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 404
Länge Liniennetz
Buslinien 232,3 km

Die Erlanger Stadtwerke AG betrieben 2016 den Stadtbusverkehr mit 19 Linien. Dabei wurden 13,6 Mio. Fahrgäste transportiert und etwa 400 Haltestellen bedient. Das Stadtbusnetz hat eine Gesamtlänge von 232,3 km.[1]

LinienübersichtBearbeiten

TagesverkehrBearbeiten

Folgende Stadtbuslinien fahren in Erlangen (Stand 13. Dezember 2016, ohne Nachtbuslinien):

  • Linie 20: Arcaden – Siemens Med – Technische Fakultät – Tennenlohe – Nürnberg Am Wegfeld
  • Linie 30: Hugenottenplatz – Arcaden – Erlangen Süd – Nürnberg Am Wegfeld – Flughafen – Nürnberg Nordostbahnhof
  • Linie 280: Zambellistraße – Schulzentrum West – Neumühle – Paul-Gossen-Straße – Gebbertstraße – Technische Fakultät – Sebaldussiedlung
  • Linie 281: Hugenottenplatz – Frauenaurach – Kriegenbrunn – Hüttendorf
  • Linie 283: Hugenottenplatz – Dechsendorfer Weiher
  • Linie 284: Eichendorffschule – Arcaden – Hauptbahnhof – Hugenottenplatz – Zollhaus – Markuskirche – Sieglitzhof
  • Linie 285: Max-Planck-Str. – Bruck – Arcaden – Zollhaus – Markuskirche – Buckenhof
  • Linie 286: Büchenbach Zambellistraße – Schulzentrum West – Martin-Luther-Platz – Hauptbahnhof – Arcaden – Max-Planck-Str.
  • Linie 287: Westfriedhof – Steudach – Büchenbach Zambellistraße – Schulzentrum West – Martin-Luther-Platz – Hauptbahnhof – Arcaden – Technische Fakultät – Sebaldussiedlung
  • Linie 289: Klinikum am Europakanal – Büchenbach Nord – Paul-Gossen-Straße (S-Bahn-Halt) – Gebbertstraße – Arcaden – Hauptbahnhof – Martin-Luther-Platz – Waldkrankenhaus
  • Linie 290: Nürnberg Am Wegfeld – Boxdorf – Großgründlach – Erlangen Tennenlohe – Bruck – Roncallistift – Gebbertstraße – Arcaden – Hauptbahnhof – Maximiliansplatz/Kliniken – Waldkrankenhaus
  • Linie 293: Westfriedhof – Steudach – Büchenbach Zambellistraße – In der Reuth – Schulzentrum West – Martin-Luther-Platz – Hauptbahnhof – Hugenottenplatz – Zollhaus – Sebaldussiedlung
  • Linie 294: Eltersdorf – (Eltersdorf Bahnhof) – Bruck – Arcaden – Hauptbahnhof – Hugenottenplatz – Röthelheimpark – Sieglitzhof
  • Linie 295: Tennenlohe – Gebbertstr. – Arcaden – Hauptbahnhof – Hugenottenplatz
  • Linie 296: In der Reuth – Am Hafen – Werner-von-Siemens-Str. – Wirtschaftsschule
NachtverkehrBearbeiten
  • Linie N10: Nürnberg Hauptbahnhof – Plärrer – Friedrich-Ebert-Platz – Thon – Am Wegfeld – Buch Nord – Boxdorf – Großgründlach – Tennenlohe – Erlangen Hugenottenplatz
  • Linie N20: Fürth Rathaus – Erlangen Hauptbahnhof – Erlangen Hugenottenplatz
  • Linie N27: Erlangen Hugenottenplatz – St. Johann – Dechsendorf – Kosbach – Häusling – Steudach
  • Linie N28: Buckenhof – Sieglitzhof – Erlangen Hugenottenplatz – St. Johann – Frauenaurach – Kriegenbrunn – Hüttendorf
  • Linie N29: Erlangen Hugenottenplatz – Bruck – Eltersdorf

BäderbetriebBearbeiten

Die Erlanger Stadtwerke betrieben seit den 1960er Jahren das Erlanger Hallenbad Frankenhof, das 2017 geschlossen wurde. Seit 1. Januar 2008 betreiben die ESTW im Auftrag der Stadt Erlangen das Freibad West und das Röthelheimbad mit Hannah-Stockbauer-Halle und damit alle städtischen Erlanger Schwimmbäder. Als Ersatz für das Hallenbad Frankenhof errichteten die Erlanger Stadtwerke auf dem Gelände des Freibads West ein neues Hallenbad, das 2017 eröffnet wurde.

Tochterunternehmen und BeteiligungenBearbeiten

Die ESTW haben drei Tochterunternehmen gebildet (Stand 2016). Zweck der beiden erstgenannten Tochterunternehmen ist insbesondere die Sicherstellung des steuerlichen Querverbunds. Die Erlanger Stadtbus GmbH weist eine eigene Geschäftsbesorgung auf:

  • Erlanger Stadtwerke Stadtverkehr GmbH (Stadtverkehr, 100 Prozent)
  • Erlanger Stadtwerke Hallenbad GmbH (Badbetrieb, 100 Prozent)
  • Energiedienst Erlangen GmbH (Energiedienstleistung, 100 Prozent)
  • Erlanger Stadtbus GmbH (Betrieb der Buslinien, 51 Prozent Beteiligung der Erlanger Stadtwerke Stadtverkehr GmbH, 49 Prozent Beteiligung der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg)

Die Beteiligungen der ESTW dienen im Wesentlichen der Sicherung ihres Geschäftsbetriebs und der Bezugsquellen bei Strom, Gas und Wasser. 2016 verfügte das Unternehmen über folgende Beteiligungen[1]

  • Regnitzstromverwertung AG (Stromproduktion und -bezug, 33,3 Prozent)
  • Reuthwind GmbH & Co. KG (Stromproduktion, 7,4 Prozent)
  • Bürgerwindrad Wilhelmsdorf UG & Co. KG (Stromproduktion, 5,5 Prozent)
  • Bürgerwindrad Litzendorf-Hohenellern GmbH & Co. KG (Stromproduktion, 3,7 %)
  • enPlus eG (Gasbezug, 10,0 Prozent)
  • Kommunale Frankengas Beteiligungsgesellschaft mbH (Teilhaber des Gasversorgers Frankengas, 1,4 Prozent)
  • Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH (Verkehrsverbund, 11,1 Prozent über die Erlanger Stadtwerke Stadtverkehr GmbH)
  • Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (Wasserbezug, 12,4 Prozent)
  • solid GmbH (Information über Solarenergie, 14,1 Prozent)
  • M-net Telekommunikations GmbH (Telekommunikation, 4,6 Prozent)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f g h i Geschäftsbericht 2016. (pdf) (Nicht mehr online verfügbar.) Erlanger Stadtwerke AG, 2017, archiviert vom Original am 12. September 2017; abgerufen am 12. September 2017.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estw.de Geschäftsbericht 2016; Erlangen@1@2Vorlage:Toter Link/www.estw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Martina Bauernfeind: Gaswerk. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).
  3. Reinhard Jakob: Elektrizitätswerk. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).
  4. Martina Bauernfeind: Heizkraftwerk. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).
  5. Trinkwasserpreise. (Nicht mehr online verfügbar.) Erlanger Stadtwerke AG, archiviert vom Original am 3. Januar 2014; abgerufen am 2. Januar 2014.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estw.de