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Stade Roland Garros

Tennisanlage in Paris, Frankreich
Lageplan der Anlage von 2012

Das Stade Roland Garros ist ein Tenniskomplex im 16. Arrondissement von Paris in Frankreich. Der Komplex ist im Besitz des französischen Tennisverbands Fédération Française de Tennis (FFT). Hier findet jährlich zwischen Ende Mai und Anfang Juni das zweite Grand-Slam-Tennisturnier, die French Open, statt. Namensgeber des 1927 erbauten Komplexes war der französische Luftfahrtpionier Roland Garros, der im Ersten Weltkrieg zum Fliegerass wurde und 1918 im Kampf fiel. Auf sämtlichen Plätzen des Stade Roland Garros wird auf Sand gespielt.

GeschichteBearbeiten

 
Denkmal des Davis Cups; die Siege der französischen Mannschaft sind in einer Inschrift festgehalten.

Der Komplex wurde im Jahr 1927 am südlichen Rand des Bois de Boulogne erbaut, nachdem die französische Davis-Cup-Mannschaft gegen die Vereinigten Staaten erstmals den Davis Cup gewonnen hatte. Da Frankreich im Folgejahr den Davis Cup als Gastgeber verteidigen musste, sollte dafür eine adäquate Heimstätte erschaffen werden. Ein Denkmal, das an die Davis-Cup-Erfolge erinnert, befindet sich auf dem Place des Mousquetaires zwischen Court Philippe Chatrier und Court 1. Zwischen 1930 und 1968 wurde im Stade Roland Garros, mit Unterbrechungen, auch das Championnat International de France Professionnel ausgetragen. Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde das Areal des Stade Roland Garros von der französischen Regierung, und später von der deutschen Besatzung, als Gefangenenlager genutzt.[1]

InfrastrukturBearbeiten

Das Stade Roland Garros besteht aus drei Stadien unterschiedlicher Größe und 17 weiteren Tennisplätzen. Auf der 8,5 Hektar großen Fläche des Areals befinden sich zudem ein großer Restaurant- und Barkomplex, ein Tennismuseum und ein Presse- und VIP-Bereich.

Court Philippe ChatrierBearbeiten

 
Court Philippe Chatrier, der Center Court des Stade Roland Garros, im Jahr 2007.

Das zentrale Stadion, der Court Central bzw. Center Court, wurde erst im Jahr 1998 in seinen heutigen Namen umgetauft, Court Philippe Chatrier. Auch die vier Haupttribünen erhielten einen Namen: Sie wurden nach den „vier MusketierenJean Borotra, Jacques Brugnon, Henri Cochet und René Lacoste benannt, die für Frankreich den ersten Sieg beim Davis Cup erlangten. Nach ihnen ist außerdem der Siegerpokal des Herreneinzels benannt, der Coupe des Mousquetaires. Das Stadion umfasst insgesamt 15.059 Sitzplätze.[2]

 
Der neue Court Philippe Chatrier 2019

Nach den French Open 2018 wurde das Stadion abgerissen und bis in den April 2019 wieder aufgebaut. Als nächstes wird noch ein schließbares Dach installiert, Diese Arbeiten werden nach den French Open 2019 durchgeführt und sollen 2020 fertig sein. Die erwarteten Kosten belaufen sich auf 150 Millionen Euro.[3]

Court Suzanne LenglenBearbeiten

 
Court Suzanne Lenglen.

Das ursprünglich Court A getaufte Stadion wurde 1994 errichtet und nach der erfolgreichsten französischen Tennisspielerin Suzanne Lenglen benannt. Lenglen gewann zwischen 1914 und 1926 31 Turniere, darunter sechsmal die French Open. Ihr zu Ehren ist auch der Siegerpokal des Dameneinzels, der La Coupe Suzanne Lenglen, nach ihr benannt. Ein Bronzerelief mit Lenglens Abbild am Osteingang des Stadions erinnert ebenfalls an sie. Das Stadion hat eine Kapazität von 10.076 Plätzen.[2]

Court Simonne MathieuBearbeiten

 
Court Simonne Mathieu

Der Court Simonne Mathieu wurde 2019 errichtet und nach Simonne Mathieu benannt. Er hat eine Kapazität von 5000 Sitzplätzen.[4]

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Stade Roland-Garros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bud Collins: History of Tennis. 2010, S. 67
  2. a b Tournament Info / Courts (englisch), abgerufen am 26. März 2016.
  3. Roland Garros renovation entering 'money time' before French Open. In: france24.com. 21. Februar 2019, abgerufen am 30. Mai 2019 (englisch).
  4. The unique 5,000-seat Court Simonne Mathieu is every bit as remarkable as the woman it has been named in honor of. In: wtatennis.com. 21. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019 (englisch).

Koordinaten: 48° 50′ 50,4″ N, 2° 14′ 47,3″ O