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St. Marien (Loburg)

Kirchengebäude in Deutschland
Außenansicht der Kirche mit Blick auf den Chor (2016)

Die Kirche Sankt Marien, offizieller Name Unbefleckte Empfängnis, ist die ehemalige, 2018 profanierte katholische Kirche in Loburg, einem Ortsteil von Möckern im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Die nach dem Dogma der Unbefleckten Empfängnis benannte Kirche gehörte zuletzt zur Pfarrei St. Johannes der Täufer mit Sitz in Burg, im Dekanat Stendal des Bistums Magdeburg. Sie ist im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt unter der Erfassungsnummer 094 40838 als Baudenkmal aufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Straßenansicht (2016)

1537 wurde in Loburg durch den Magistrat die Reformation eingeführt und dadurch wurden die Loburger Bevölkerung und die Kirche evangelisch-lutherisch. Nachdem sich im 19. Jahrhundert wieder Katholiken in Loburg angesiedelt hatten, hielt Pfarrvikar Dunkelberg aus Gommern am 16. August 1904 im Loburger Schützenhaus den ersten katholischen Gottesdienst nach der Reformation.

Ende August 1909 begann der Bau der Kirche, die bereits am 12. Dezember 1909 von Vikar Eberhard Göbel gesegnet wurde. Im Juni 1910 verlegte sein Nachfolger, Pfarrvikar Wilhelm Ikemeier, seinen Wohnsitz nach Loburg.

Infolge des Zweiten Weltkriegs vergrößerte sich die Zahl der Katholiken in Loburg und Umgebung erheblich. 1939 kamen vorübergehend Flüchtlinge aus dem Saarland nach Loburg und 1944 folgten Evakuierte aus den Westgebieten des Deutschen Reiches. 1945/46 zogen Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches zu, die sich auch im Raum Loburg dauerhaft niederließen. Daraufhin wurde am 1. Juni 1948 die Pfarrei Loburg errichtet. 1956 wurden neue Fenster in die Kirche eingebaut, 1962 erhielt die Kirche einen neuen Taufstein, 1965/66 wurde der Altar vorgezogen und der Tabernakel bekam einen neuen Platz. 1981 erfolgte der Einbau einer neuen Holzdecke und neuer Bänke.

1994 wurde der letzte ortsansässige Priester, Leo Nöring, versetzt und die Kirche fortan vom Pfarrer aus Ziesar mitbetreut. Am 8. Juli 1994 wurde das Bistum Magdeburg gegründet, dem Loburg seitdem angehört. Seit dem Tod des Pfarrers von Ziesar im Jahr 1998 werden die priesterlichen Aufgaben in Loburg vom Pfarrer aus Burg wahrgenommen. Am 1. Februar 2006 wurde der Gemeindeverbund Burg-Gommern-Loburg eingerichtet, dem die Pfarrei Loburg von da an angehörte.[1] Am 2. Mai 2010 entstand aus dem Gemeindeverbund die heutige Pfarrei St. Johannes der Täufer, zu der neben den Kirchen St. Johannes der Täufer (Burg) und Herz Jesu (Gommern) auch die Loburger St.-Marien-Kirche gehörte. Im Juni 2018 fand sich bei einer Versteigerung der Kirche zu einem Mindestgebot von 75.000 Euro kein Bieter.[2] Am 29. Dezember 2018 wurde die Kirche im letzten Gottesdienst profaniert, seitdem werden Räume der lutherischen Laurentiusgemeinde mitgenutzt, die Marienkirche wurde verkauft.[3][4]

Lage, Architektur und AusstattungBearbeiten

 
Gesamtansicht mit Sakristei, Kirche und Pfarrhaus (2016)
 
Inneres (2016)

Das Kirchengebäude befindet sich an der Bundesstraße 246 auf dem Grundstück Bahnhofstraße 16 und bildet mit dem quer zum Kirchenschiff angeordneten Pfarrhaus, auf dem sich ein Dachreiter befindet, eine bauliche Einheit. In dieser Bauform entstanden gegen Anfang des 20. Jahrhunderts auch andere Kirchen wie zum Beispiel Herz Jesu (Eilsleben), St. Josef (Löderburg), St. Paulus (Unterlüß) und Maria Hilfe der Christen (Wietze). Die Kirche ist als Putzbau auf Bruchsteinsockel ausgeführt.

Die Kirche ist innen von einer hölzernen Spitztonnendecke überspannt und bietet 70 Besuchern Platz. Der Chorraum besitzt ein Kreuzrippengewölbe. Im Chorraum stellen Reliefs von 1958 Laurentius von Rom, Simon Petrus, die Jungfrau Maria, Jesus Christus, den Apostel Johannes, Paulus von Tarsus und Johannes den Täufer dar (von links nach rechts). Links und rechts vom Chorraum befinden sich der Tabernakel mit einer Darstellung des Heiligen Geistes in Form einer Taube darüber, sowie, in einer kleinen Wandnische, eine Marienstatue, vor der Opferkerzen aufgestellt werden können. Zur Innenausstattung der Kirche gehören ferner 16 Kreuzwegstationen, ein Beichtstuhl sowie ein Missionskreuz, das an die Volksmissionen von 1920, 1930 und 1959 erinnert. Über eine Pfeifenorgel verfügte die Kirche nicht.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Unbefleckte Empfängnis (Loburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.bistum-magdeburg.de/aktuelles-termine/amtsblatt/2006/ausgabe-02-2006/bischof.html
  2. Ingmar Höfgen: Loburg behält katholische Kirche. Volksstimme, 22. Juni 2018, abgerufen am 25. Januar 2019.
  3. Stephen Zechendorf: Gemeindeleben bleibt, der Ort wechselt. Volksstimme, 22. Dezember 2018, abgerufen am 2. Januar 2019.
  4. Stephen Zechendorf: Das letzte Abendmahl in St. Marien. Volksstimme, 31. Dezember 2018, abgerufen am 2. Januar 2019.

Koordinaten: 52° 6′ 53″ N, 12° 5′ 20,7″ O