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St. Georg (Freiburg im Breisgau)

Kirchengebäude in Freiburg im Breisgau
Kirche St. Georg in St. Georgen

Die Kirche St. Georg ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im Stadtteil St. Georgen der Stadt Freiburg im Breisgau. Sie gehört zur Seelsorgeeinheit St. Georgen-Hexental des Erzbistums Freiburg.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Die Hardkirche. Die Zeichnung ist wahrscheinlich vor dem Abriss der Kirche im Jahre 1866 entstanden, sie wurde 1870 nachträglich mit Aquarelltechniken koloriert. Es ist die einzige bekannte überlieferte Darstellung der Kirche.

Die Kirchenstätte kann bis ins Jahr 804 zurückverfolgt werden; in einer Stiftungsurkunde des Ritters Gisalher an das Benediktinerkloster St. Gallen wird eine Kirche im Dorf Hardkirch nachgewiesen. Das Dorf Hardkirch wurde später Teil von St. Georgen. Die Kirche wurde im Jahre 1178 St. Georg[1] geweiht. Der erste schriftliche Nachweis des Kirchennamens St. Georg für die Hardkirche liegt aus dem Jahr 1322 als „kilche sant Georium“ vor. 1516 wurde unter den Johannitern ein neuer Kirchenbau im gotischen Stil errichtet: die bis ins 19. Jahrhundert bestehende Hardkirche, die im 18. Jahrhundert barock umgestaltet worden war.

Der Neubau im 19. Jahrhundert wurde notwendig, da die Kirchengemeinde so stark angewachsen war, dass viele Gemeindeglieder bei Gottesdiensten keinen Platz mehr in der Kirche mit 400 Plätzen fanden. Dem Sonntagsgottesdienst fernbleiben durfte man als Katholik nicht und es gab nur eine Heilige Messe am Sonntag. Heinrich Hübsch, der ursprüngliche Architekt, wollte die neue Kirche zusätzlich zur alten Hardkirche bauen und hatte dafür auch Rückhalt in der Gemeinde. Der Nachfolger von Hübsch änderte dies einvernehmlich mit dem erzbischöflichen Bauamt, dem Gemeinderat und den Bürgern von St. Georgen, gegen den Willen der Bewohner der Ortsteile Uffhausen und Wendlingen, die auch zur Gemeinde gehörten.

Heutiger KirchenbauBearbeiten

 
Innenansicht St. Georg

Die aktuelle Kirche wurde in den Jahren 1866 bis 1869 nach den Plänen von Lukas Engesser, mit einem weit gefassten Mittelschiff und zwei schmalen Seitenschiffen errichtet. Am 7. Februar 1869 wurde die Kirche geweiht. Der Innenraum der Kirche wurde immer wieder an den Zeitgeschmack angepasst; die letzte große Renovierung wurde in den Jahren 2005 und 2006 vorgenommen. Die Pläne des Kirchenbaus im Stile des romanischen Historismus mit aufgesetztem Kirchturm waren zeittypisch und entsprachen Entwürfen von Heinrich Hübsch, siehe auch die Kirchen in Sulzburg und Schallstadt-Mengen. Für den Kirchenneubau wurde die alte Hardkirche 1865 abgerissen. Teile des Inventars wurden in die neue Kirche übernommen. Der Neubau wurde so angelegt dass er – zeittypisch – zur Baslerstraße, der Hauptstraße zeigte.[2]

AusstattungBearbeiten

 
Taufstein
 
Hochaltar

Der Taufstein aus der Zeit der Renaissance (um 1600) wurde ebenso wie eine barocke Figur des Heiligen Sebastian aus der abgerissenen Hardkirche übernommen.

Die Georgsfigur an der Außenseite stammt von Franz Xaver Reich.[3]

AltäreBearbeiten

Der Hochaltar von Joseph Dettlinger wurde bei der ersten Renovierung der Kirche im Jahr 1896 aufgestellt. Er ist eine Kopie des spätgotischen Flügelaltars aus Kaysersberg von Hans Bongart aus dem Jahr 1518 und zeigt Szenen aus der Leidensgeschichte. Motive hiervon verwendete Dettlinger auch für den Kreuzweg in der Kirche Unserer Lieben Frau in der Karlsruher Südstadt.[4]

Der barocke Altaraufsatz des Marienaltars wurde der Kirche 1961 vom Augustinermuseum Freiburg überlassen. Der Zelebrationsaltar stammt vom Freiburger Bildhauer Bruno Knittel.[5]

OrgelBearbeiten

Die Orgel von St. Georg geht zurück auf ein Instrument aus der Orgelbauwerkstatt Merklin und Fröhlich aus dem Jahr 1869. Das Orgelgehäuse stammt aus dem Sängerhaus in Freiburg. 1978 wurde das Instrument durch die Orgelbaufirma Fischer & Krämer (Endingen) neu errichtet, wobei ein Teil der alten Register Wiederverwendung fand. Das Instrument hat heute 34 Register auf zwei Manualen und Pedal. Die Trakturen sind mechanisch. 2008 Renovierung durch Orgelbau Mühleisen (Leonberg).[6]

I Hauptwerk C–a3
1. Bourdon 16′ H
2. Prinzipal 8′
3. Viola da Gamba 8′
4. Bourdon 8′
5. Octave 4′ H
6. Rohrflöte 4′ H
7. Quinte 223
8. Superoctave 2′
9. Sifflet 1′
10. Mixtur IV 113
11. Cornet V 8′ H
12. Trompette 8′ H
Tremulant
II Schwellwerk C–a3
13. Metallflöte 8′
14. Salicional 8′
15. Schwebung 8′ H
16. Prestant 4′
17. Flauto dolce 4′ H
18. Nazard 223
19. Octavin 2′
20. Terz 135
21. Larigot 113
22. Cymbel III 1′
23. Dulcian 16′
24. Hautbois 8′
25. Chalumeau 4′
Tremolo
Pedal C–f1
26. Subbass 16′ H
27. Violonbass 16′ H
28. Octave 8′ H
29. Gedecktbass 8′ H
30. Octave 4′
31. Rauschquinte II 223
32. Bombarde 16′
33. Trompete 8′
34. Clairon 4′
  • Koppeln: II/I, I/P, II/P
  • Anmerkungen:
H = historisches Register bzw. Pfeifenbestand

Weiterführende LiteraturBearbeiten

  • Franz Xaver Kraus: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden. Band 6. Jacob Christian Benjamin Mohr, Tübingen und Leipzig 1904, S: 321. Digitalisat. Abgerufen am 21. Juni 2015.
  • Hermann Brommer: Freiburg, St. Georgen : kath. Pfarrkirche St. Georg, Patrozinium 23. April ; Stadtteil der Stadt Freiburg im Breisgau (238 m ü.d.M.), Schnell & Steiner, München 1979

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. St. Georgener Chronik, Walter Schlatterer, Klaus Eugen Meier Verlag, 1986
  2. Silvia Faller: Streit um die Kirche spaltete den Ort, Badische Zeitung 28. Dezember 2009 online
  3. Dr. van Endert (Herausgeber): Organ für christliche Kunst, 18. Jahrgang, Verlag der M. DuMont-Schauberg'schen Buchhandlung, Köln 1868, S. 249, Volltext in der Google-Buchsuche
  4. Kirche Unsere Liebe Frau (Karlsruhe) online
  5. Michael Klant: Die Künstlerfamilie Knittel. In: Skulptur in Freiburg. Kunst des 19. Jahrhunderts im öffentlichen Raum, Freiburg im Breisgau 2000, ISBN 3-922675-77-8, S. 180
  6. Portfolio der Werkstätte für Orgelbau Mühleisen GmbH online

Koordinaten: 47° 58′ 52,3″ N, 7° 47′ 37,3″ O