Stężyca

Dorf in Polen

Stężyca (deutsch Stendsitz, früher Stendzitz, Adlig Stendsitz; kaschubisch Stãżëca) ist ein Dorf im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde.

Stężyca
Wappen der Gmina Stężyca
Stężyca (Polen)
Stężyca (54° 12′ 19″ N, 17° 56′ 57″O)
Stężyca
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kartuski
Gmina: Stężyca
Geographische Lage: 54° 12′ N, 17° 57′ OKoordinaten: 54° 12′ 19″ N, 17° 56′ 57″ O
Einwohner: 2108 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 83-322
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GKA
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Kościerzyna–Gdynia



Geographische LageBearbeiten

Das Dorf liegt in der Kaschubischen Schweiz am Südzipfel des Radaune-Sees und am Nordufer des Stendsitzer Sees im ehemaligen Westpreußen, etwa neun Kilometer nördlich der Stadt Kościerzyna (Berent), 21 Kilometer südwestlich von Kartuzy (Karthaus) und 50 Kilometer südwestlich von Danzig.

 
Stendsitz zwischen dem Radaune-See und dem Stendsitzer See auf einer Landkarte von 1773

GeschichteBearbeiten

 
Katholische St.-Katharinen-Pfarrkirche (Ende 12. Jahrhundert)
 
Evangelische Gustav-Adolf-Kirche (eingeweiht 1906)

Wie Gräber aus der Heidenzeit belegen, die im 19. Jahrhundert in Stendsitz aufgefunden worden waren,[2] war die Region am Südufer des Rdaune-Sees schon früh besiedelt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren für den Ort mit einem adligen Gut, einer Wassermühle an der Radaune und einer katholischen Pfarrkirche die Ortsnamen Stendzitz und Stendzyc (sprich: …schitz)[3] in Gebrauch.[4][5]

Von 1308 bis 1466 hatte die Ortschaft zum Deutschordensland Preußen gehört; eine aus dieser Zeit überlieferte Ortsbezeichnung lautet Stansitz.[6] Im Jahr 1398 legen der Pfarrer Johann und die Kirchenvorsteher zu Stansitz einen Rechtsstreit bei.[7]

Danach kam der Ort bei der Zweiteilung Preußens zum westlichen Teil, später auch als autonomes Preußen Königlichen Anteils bekannt, das sich freiwillig unter den Schutz der polnischen Krone begeben hatte. Nach der ersten polnischen Teilung 1772 kam die Region zum Königreich Preußen. Von 1818 bis 1920 gehörte Sendsitz zum preußischen Kreis Karthaus.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste der größte Teil des Kreises Karthaus, darunter auch Adlig Stendsitz, aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags im Januar 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Durch den Überfall auf Polen 1939 wurde der Kreis Karthaus mit Stendsitz völkerrechtswidrig vom Deutschen Reich annektiert und wurde dem Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kreisgebiet im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet mit dem Dorf Stendsitz von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen der Verwaltung der Volksrepublik Polen unterstellt. In der Folgezeit wurde die deutsche Minderheit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Stendsitz vertrieben. Die evangelische Kirche stand in den Nachkriegsjahren leer.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945Bearbeiten

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 022 [4]
1840 277 in 38 Häusern[5]
1864 579 am 3. Dezember[8]
1905 745 [9]

GemeindeBearbeiten

Zur Landgemeinde Stężyca gehören 17 weiter Orte mit einem Schulzenamt (sołectwo).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Juni 2017
  2. E. Förstemann: Das nördlichen Pommerellen und seine Alterthümer. In: Preußische Provinzial-Blätter. Andere Folge, Band 1, Königsberg 1852, S. 133–148, insbesondere S. 136.
  3. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 544, Ziffer 6.
  4. a b Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4, Halle 1823, S. 380, Ziffer 6815.
  5. a b Eugen H. Th. Huhn: Topographisch-statistisch-historisches Lexikon von Deutschland. Band 6, Bibliographisches Institut, Hildburgshausen 1849, S. 82.
  6. Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preußen. Gotha 1858, S. 225.
  7. Heinrich Friedrich Jacobson: Geschichte der Quellen des Kirchenrechts des preußischen Staats, mit Urkunden und Regesten. Teil I: Die Provinzen Preußen und Posen. Band 1: Das katholische Kirchenrecht, Königsberg 1837, S. 118–119.
  8. Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirks Danzig (5. Kreis Karthaus). Berlin 1867, S. 34, Ziffer 200.
  9. http://wiki-de.genealogy.net/GOV:STEITZJO84XE@1@2Vorlage:Toter Link/wiki-de.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.