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Stäfa
Wappen von Stäfa
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Meilenw
BFS-Nr.: 0158i1f3f4
Postleitzahl: 8712
UN/LOCODE: CH SFA
Koordinaten: 697202 / 233130Koordinaten: 47° 14′ 31″ N, 8° 43′ 21″ O; CH1903: 697202 / 233130
Höhe: 414 m ü. M.
Fläche: 8,59 km²
Einwohner: i14'435 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 1680 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
18,7 % (31. Dezember 2016)[2]
Gemeindepräsident: Christian Haltner (FDP)
Website: www.staefa.ch
Blick vom Zürichsee aus

Blick vom Zürichsee aus

Karte
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Stäfa ist eine politische Gemeinde im Kanton Zürich in der Schweiz. Sie liegt am oberen rechten Zürichseeufer im Bezirk Meilen im Kanton Zürich und umfasst die Ortschaften Stäfa, Kehlhof, Uerikon und den Weiler Mutzmalen.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Stäfa besteht aus den Ortsteilen Ötikon (am Hafen), Oberhusen, Grundhalden, Ülikon und Dorf (am Zusammenfluss von Schmitten- und Dorfbach). Weiter gehören zur Gemeinde Stäfa die Ortschaften Kehlhof und Ürikon sowie der Weiler Mutzmalen. Die Fläche beträgt 859 ha, davon 46 % Landwirtschaft, 19 % Wald, 27 % Siedlungen, 7 % Verkehr.

GeschichteBearbeiten

Das Zürichseeufer von Stäfa ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie 1937 in Ürikon gefundene Spuren einer damaligen Siedlung belegen. 1874 bereits wurde im Ortsteil Oberredlikon ein Mädchengrab mit verschiedenen Grabbeigaben gefunden, das auf etwa 400 v. Chr. datiert wurde. 1794/95 gab die Gemeinde einer Auseinandersetzung über die politische und wirtschaftliche Benachteiligung der Zürcher Landschaft gegenüber der Stadt ihren Namen. (→ Stäfner Handel) 1837 wurde der obere Teil des Stäfner Kirchturmes vom Architekten Ferdinand Stadler neu aufgebaut.

Anfang 1952 begann Robert Barth, Begründer des Unternehmens «Milkin-Institut Robert R. Barth», in einer ehemaligen Weinhandlung in Stäfa mit der Produktion des schweizerischen Erfolgsgetränks Rivella, das heute als Nationalgetränk in der Schweiz auf dem zweiten Platz hinter Coca-Cola steht.

WappenBearbeiten

Blasonierung

In Silber die heilige Verena, golden nimbiert, in goldenem Kleid und rotem Mantel, in der Rechten einen goldenen Kamm, mit der Linken einen grünen Wasserkrug haltend.

Das Wappen von Stäfa zeigt seit 1526 die heilige Verena, die im Schild der damaligen Obervogtei geführt wurde.

BevölkerungBearbeiten

In Stäfa wohnten Ende 2015 14'152 Menschen. Der Ausländeranteil beträgt 18,2 %.[3]

PolitikBearbeiten

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Stäfa: SVP 28,3 %, SP 21,8 %, FDP 20,1 %, glp 10,0 %, Grüne 5,8 %, CVP 4,2 %, BDP 2,9 %, EVP 2,5 %, EDU 2,2 %.[4] Gemeindepräsident ist seit 2014 Christian Haltner.[5]

KirchenBearbeiten

41,4 % der Bevölkerung zählen sich zur evangelisch-reformierten Konfession, 25,1 % zur römisch-katholischen. Bei den evangelischen Freikirchen sind deren drei in der lokalen Sektion der Evangelischen Allianz verbunden: die Chrischona-Gemeinde, die Evangelische Täufergemeinde ETG und die Hausgemeinde Lendi/Grau.[6]

WirtschaftBearbeiten

WeinbauBearbeiten

 
Traube am Schiffsteg
 
Rebberg Sternenhalde

Stäfa ist die grösste Weinbaugemeinde im Kanton Zürich und blickt auf eine lange Weinbautradition zurück, da die Lage an der sonnigen Goldküste, der Zürichsee als Wärmespeicher und die häufigen Föhnlagen ideale Voraussetzungen bilden. (Siehe hierzu auch den Artikel Weinbau am Zürichsee.)

1969 wurden die Rebberge Kirchbühl, Lattenberg und Sternenhalde sowie Risi Ürikon durch die Gemeindeversammlung vor der Überbauung bewahrt und unter Schutz gestellt. Seither orientiert der Reblehrpfad Stäfa-Ürikon über Reben und Arbeiten im Weinberg.

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Ihren Sitz in Stäfa hat die auf Hörsysteme spezialisierte Sonova Holding AG. Auch der Sensorhersteller Sensirion ist in Stäfa ansässig.

VerkehrBearbeiten

 
Der Hafen am Zürichsee

BahnverkehrBearbeiten

Die rechtsufrige Zürichseebahn (Zürich–Meilen–Rapperswil) gilt als Vorläuferin der S-Bahn Zürich. In den 1960er Jahren erhielt sie eigens vom Kanton Zürich finanzierte RABDe 12/12-Triebzüge («Mirage») und den sogenannten starren Fahrplan (heute Taktfahrplan). Auf der Linie wurden als Vorläufer der S-Bahn ab 1968 der Halbstundentakt und die Selbstkontrolle getestet und rund 25 Jahre später auf den gesamtschweizerischen Regionalverkehr ausgedehnt.

In der Gemeinde gibt es zwei Bahnstationen: Stäfa im unteren Haslenbach und Uerikon. Letztere war 1901–1947 Ausgangspunkt der Uerikon-Bauma-Bahn.

Folgende Linie der S-Bahn Zürich verkehrt von den Bahnhöfen Stäfa und Uerikon:

BusverkehrBearbeiten

Folgende Buslinien werden durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient:

SchiffsverkehrBearbeiten

An den Anlegeplätzen Stäfa und Uerikon halten die Schiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft auf der Linie Zürich BürkliplatzRapperswil.

Kunst, KulturBearbeiten

 
Ansicht von Feusisberg auf Stäfa, Wollerau im Vordergrund
 
Wannenbrünneli der heiligen Verena, Zeuge früher zentraler Wasserversorgung
 
Reformierte Kirche

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Stadlervilla

Sehenswürdigkeiten in Stäfa sind das Gasthaus Alte Krone, wo Johann Wolfgang von Goethe 1797 beim Besuch seines Freundes Heinrich Meyer übernachtete – heute erinnert eine Gedenktafel daran – und das sogenannte Goethebänkli, von wo man einen grossartigen Blick auf den Zürichsee, die Insel Ufenau, den Etzel und die Alpen geniesst.

Architektonisch interessant ist die Villa des Ferdinand Stadler, fertiggestellt 1850.

Überregional bedeutsam sind die vom Künstler Dan Rubinstein (* 1940 in Netanja) gestalteten Glasfenster in der römisch-katholischen Kirche St. Verena, die Szenen der ersten beiden Bücher des Alten Testaments in leuchtenden Farben nacherzählen (Zyklus von 13 Fenstern, die unter das Motto «Barmherzigkeit und Liebe – Gesetz und Gerechtigkeit» gestellt sind).

In Ürikon steht am Seeufer das sogenannte Ritterhaus Ürikon mit Kapelle.

Im Ortsteil Kehlhof steht direkt am See die 1906 im Jugendstil erbaute Villa Sunneschy. Sie wurde 2001 umfangreich restauriert. Die Rückkehr zur freigelegten Originalsubstanz brachte Räume, die durch ihre Farbigkeit faszinieren. Die Villa mit ihrer grossen Wiese ist heute im Besitz der Gemeinde und wird öffentlich genutzt.

OrtsmuseumBearbeiten

Das Ortsmuseum zur Farb gibt einen Einblick in das Leben um 1600.

SportBearbeiten

SportanlagenBearbeiten

Die grösste Sportanlage in Stäfa ist der Sportplatz Frohberg. Neben drei Fussballplätzen (davon einer mit Kunstrasen) sind zahlreiche Tennisplätze, sowie die Mehrzweckhalle «Halle für Alle» zu finden.

HandballBearbeiten

In Stäfa gibt es einen Handballclub mit einer Juniorenabteilung, die Lakers Stäfa. Die erste Mannschaft hat in der Saison 2008/2009 in der Nationalliga A gespielt, wurde als Tabellenletzter jedoch in die Nationalliga B relegiert. Am 1. Mai 2010 gelang der sofortige Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse.

UnihockeyBearbeiten

Den Unihockeyclub Lokomotive Stäfa gibt es seit 1993. Heute spielen acht Mannschaften in der Meisterschaft mit, in verschiedene Ligen. Von den acht Mannschaften sind fünf Junioren.

FussballBearbeiten

Der 1895 gegründete FC Stäfa ist einer der ältesten Fussballvereine der Schweiz. Im Jahr 2014 zählte er 30 Mannschaften.[7] Seit über 30 Jahren kicken auch Frauen auf der Sportanlage Frohberg. Der FC Stäfa betrachtet sich als ein Ausbildungsverein, weshalb in jeder Altersstufe eine «Leistungsmannschaft» ausgebildet wird. Der Club hat rund 550 Mitglieder und unterhält 18 Junioren- und 4 Juniorinnen-Mannschaften.

TurnvereinBearbeiten

Der Turnverein Stäfa bezweckt in erster Linie die Förderung und Unterstützung des Breiten- und Leistungssportes. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten und Grenzen mithalten können. Ganz nach dem Motto, Turnen in einem Verein von 3–99 Jahren, bietet der Turnverein Stäfa sportliche Aktivitäten für alle Altersstufen.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Peter Arens (1928–2015), Schauspieler und Theaterregisseur
  • Oskar Bachmann (1941–2013), Politiker (SVP)
  • Alfred Bollinger (1932–2015), Mediziner und Professor für Angiologie
  • Heinrich Braendlin (1777–1848), Kaufmann und Politiker
  • Heinz Haller (1914–2004), deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Staatssekretär, Wahlheit und verstorben in Stäfa
  • Franziska Kohlund (1947–2014), Schauspielerin und Theaterregisseurin
  • Christoph Mörgeli (* 1960), Politiker (SVP) und Medizinhistoriker, in Stäfa geboren und lebt in Stäfa
  • Ernst Näf (* 1920), Radrennfahrer
  • Hans Pfaff (1896–1971), Pfarrer und Schriftsteller, lebte und arbeitete ab 1935 bis zu seinem Tod in Stäfa
  • Rudolf Rebmann (1759–1837), Landwirt und Politiker
  • Hans Heinrich Ryffel (1804–1880), Unternehmer und Politiker
  • Stefan Stahel (* 1962), Jazzmusiker
  • Werner Vetterli (1929–2008), Sportler, Sportreporter, Fernsehmoderator und Politiker (SVP), in Stäfa geboren und aufgewachsen
  • Ernst Wiechert (1887–1950), Schriftsteller, lebte von 1948 bis 1950 in Uerikon
  • Alexander Ziegler (1944–1987), Schauspieler und Schriftsteller, lebte viele Jahre in Stäfa

LiteraturBearbeiten

  • Beat Frei: Stäfa: wohnen, arbeiten, mitreden, leben. Lesegesellschaft, Stäfa 2007, ISBN 978-3-033-01269-1.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 20. September 2017.
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/daten/gemeindeportraet_kanton_zuerich.html#a-content (abgerufen am 17. Dezember 2016).
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. April 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.zh.ch, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 3. Dezember 2015
  5. NZZ 6. Juli 2014
  6. http://www.each.ch/ea-st%C3%A4fa.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  7. FC Stäfa: Home. In: fc-staefa.ch. Abgerufen am 21. November 2013.