Sprötze

Ortschaft in Niedersachsen

Koordinaten: 53° 18′ 34″ N, 9° 48′ 22″ O

Sprötze
Wappen von Sprötze
Höhe: 56 (45–109) m ü. NN
Einwohner: 2442 (30. Jun. 2011)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 21244
Vorwahl: 04186

Seit 1972 ist die ehemals selbstständige Gemeinde Sprötze eine Ortschaft der Stadt Buchholz in der Nordheide im Norden Niedersachsens (Deutschland) bei Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

Lage und VerkehrBearbeiten

Sprötze ist umgeben von den Gemeinden Drestedt und Kakenstorf, sowie dem zu Buchholz gehörenden Ortsteil Trelde. Es liegt an der Bundesstraße 3 zwischen Trelde und Welle und wird vom Sprötzer Bach durchflossen. Südöstlich der Ortschaft liegt mit dem etwa 129 m hohen Brunsberg eine der höchsten Erhebungen Norddeutschlands. Von hier lässt sich die Nordheide überblicken. Der Ort verfügt über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg, an dem im Rahmen des Hanse-Netzes verkehrende Züge der metronom Eisenbahngesellschaft auf der Verbindung Hamburg–Bremen halten, und ist dem Hamburger Verkehrsverbund angeschlossen.

GeschichteBearbeiten

NameBearbeiten

Sprötze wurde als Sproccinla 1105 erstmals erwähnt. Der Ortsname veränderte sich im Laufe der Zeit über Spretzenlo, Sprotzelo, Sprotzel und Sprötzel zum heutigen Sprötze.[1] Sprötze hat eine Backstein-Kirche aus dem 20. Jahrhundert.

Frühgeschichtliche EntwicklungBearbeiten

Das ursprüngliche Sprötze (Sproccinla) bestand aus zwei Höfen mit je 8 bis 10 Menschen. Der Platz war zum Siedeln gut geeignet, da er nach Westen ein für die Sonne geöffnetes Tal aufwies und sonst von Wäldern und Bergzügen geschützt war. Außerdem durchfloss ein Bach das „Dorf“. Dennoch wuchs dieser Ort die ersten 400 Jahre nur sehr schleppend. Nach den ersten 400 Jahren hatte sich die Einwohnerzahl von Sprötze verdreifacht (6 Familien). Die Ursache für das schleppende Wachstum hatte vielfältige Ursachen, wie beispielsweise immer neue Katastrophen, Kriege und nicht zuletzt die Pest. Dadurch standen auch einige Höfe knapp 100 Jahre leer.

19. JahrhundertBearbeiten

Mit dem Bau der Eisenbahn entlang des Sprötzer Ortsrandes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung Spötzes sprunghaft von 153 Einwohnern auf 343 an. So wurden hier z.B. einige der zugereisten Bahnarbeiter sesshaft. Aber auch Gewerbebetriebe kamen ins Dorf.

„Die Vierdörfer“Bearbeiten

Durch das Bevölkerungswachstum wurde der Bau einer Grundschule erforderlich. Sprötze schied aus dem alten Vierdörfer Schulverband aus, der seit 1867 bestand. Ein Jahr später wurden Sprötze dann eine eigenständige Gemeinde und verließ die bis dahin bestehende Dörfergemeinschaft der „Vierdörfer“. Bis zum Jahr 1900 bildeten die Gemeinden Kakenstorf, Drestedt, Trelde und Sprötze die Gemeinde Die Vierdörfer. Kakenstorf und Drestedt sind heute eigenständige Gemeinden. Trelde und Sprötze wurden am 1. Juli 1972 in die Stadt Buchholz in der Nordheide eingegliedert.[2]

Zweiter WeltkriegBearbeiten

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen viele deutsche Flüchtlinge nach Sprötze. Zeitweise lebten hier mehr Auswärtige als Alteingesessene.

PolitikBearbeiten

Sprötze verfügt über einen Ortsrat. Dieser wird zu allen wesentlichen Veränderungen in der Ortschaft gehört und in einigen Fällen befindet er selbstständig. Die Ortschaft hat einen eigenen Etat, über den der Ortsrat allein entscheidet. Der Ortsrat besteht derzeit aus 9 Mitgliedern (Stand: November 2016): CDU 45,7 % (4 Mitglieder), WGS 29,3 % (3 Mitglieder), Bündnis 90/Die Grünen 14,6 % (1 Mitglied) und SPD 10,4 % (1 Mitglied).

Ortsbürgermeisterin ist Heidemarie Micheel (CDU),

stellver. Ortsbürgermeister ist Gerd Ulrich (Bündnis 90/Die Grünen).

Die Wahlperiode beträgt regelmäßig fünf Jahre und dauert damit voraussichtlich bis 2021 an.

Kultur, Sport und BildungBearbeiten

Am zweiten Augustwochenende findet alljährlich das Sprötzer Schützenfest statt. In Sprötze wurde 1992 die VooV Experience ins Leben gerufen, die jedoch seit 2001 in Putlitz stattfindet.

Grundschule Sprötze-TreldeBearbeiten

Die Ortschaft Sprötze unterhält gemeinsam mit der Ortschaft Trelde eine gemeinsame Grundschule. Bis zum Schuljahr 2005/2006 hatten beide Ortschaften jeweils eigenständige Grundschulen.

Geschichtliche Entwicklung der GrundschuleBearbeiten

Die Grundschule Sprötze wurde im Jahre 1897 gegründet. Bis dahin mussten die Schüler aus Sprötze die Grundschule in Trelde besuchen. 1967 wurde die Grundschule Sprötze mit vier Klassenräumen und einer Turnhalle samt Sportplatz komplett neu gebaut. In den 1990er Jahren wurde das Schulgebäude in Sprötze umfangreich saniert und mit weiteren Räumen versehen. Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 konnte die Grundschule Trelde aufgrund zu geringer Schülerzahlen nicht mehr als eigenständige Grundschule bestehen bleiben und wird seitdem als Außenstelle gemeinsam mit der Sprötzer Grundschule geführt. Aus dieser Entwicklung resultiert der heutige Name Grundschule Sprötze-Trelde. Schulträger ist die Stadt Buchholz in der Nordheide.

VereineBearbeiten

Sprötze verfügt über diverse Vereine, vom Blasorchester bis zur Freiwilligen Feuerwehr.[3]

HeimatmuseumBearbeiten

Das Heimatmuseum wurde als ein Verein gegründet, der das Ziel hat, die Förderung und Pflege eines heimatkundlichen Museums zu erreichen. Außerdem soll die Erforschung und Auseinandersetzung mit der Kultur und der Geschichte Sprötzes und den weiteren Orten der früheren „Vierdörfer“-Gemeinschaft vertieft werden. Zielsetzung des Vereins ist die aktive Arbeit, das Zusammentragen von alten Fotografien, Urkunden, Ergänzung der Chroniken, Planung und Durchführung von Vortrags-Veranstaltungen und Ausstellungen.

Landfrauenverein „Vierdörfer“Bearbeiten

Sprötze verfügt über einen Landfrauenverein. Der Verein hat mittlerweile mehr als 300 Mitglieder aller Altersgruppen, seine Mitglieder kommen auch aus dem Sprötze umgebenden Umland. Am 31. Januar 1980 wurde der Landfrauenverein „Vierdörfer“ gegründet. Der Name „Vierdörfer“ wurde in Erinnerung an die bis 1900 bestehende kommunale Einheit der Dörfer Drestedt, Kakenstorf, Sprötze und Trelde gewählt. Der Landfrauenverein Sprötze ist Mitglied des Kreisverbandes der Landfrauenvereine im Landkreis Harburg und im Niedersächsischen Landfrauenverband. Zum Frauenverein „Bereginja“ im ehemaligen Ostpreußen besteht ein reger Austausch.

TSV Sprötze e.V.Bearbeiten

Sprötze hat einen eigenen Turn- und Sportverein, den TSV Sprötze e.V., in dem verschiedenste Sportarten für alle Altersgruppen angeboten werden. Der Verein wurde im Jahre 1926 gegründet wurde. 1938 musste der Verein seine Aktivitäten einstellen, 1946 wurde er neu gegründet. Der Tennisclub („TC Estetal“) im TSV Sprötze verfügt über eine Anlage mit vier Außenplätzen in zentraler Lage Sprötzes, die als eine der schönsten im Landkreis Harburg gilt. Im Jahre 2011 feierte der Verein sein 85-jähriges Vereinsjubiläum.

SportBearbeiten

Der Ortsteil Sprötze besitzt zusammen mit dem Ortsteil Trelde eine Sportgemeinschaft „Sg Estetal“ für den Fußballbereich. Der TSV-Sprötze bietet darüber hinaus auch Tanzen, und viele weitere sportliche Aktivitäten an.

Eine weitere Sportgemeinschaft besitzt Sprötze mit dem Nachbarort Kakenstorf. Der Schützenverein bietet u. a. Kleinkaliber-, Bogen-, Luftgewehr- und Tontaubenschießen an.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://sproetze.de/Sproetze/historisches.htm
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.
  3. vgl. hierzu wie im Folgenden: http://www.sproetze.de/vereine.htm