Spitzenverband Fachärzte Deutschlands

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) ist ein Dachverband selbständiger, freier und fachärztlicher Berufsverbände.

2005/2006 wurde der informelle Gesprächskreis „Potsdamer Runde“ ins Leben gerufen. In dessen Rahmen tauschten sich die angeschlossenen Berufsverbände regelmäßig über die Anliegen der Fachärzte aus. Im Juli 2012 wurde der Name geändert in „Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa)“.

Daneben repräsentiert der SpiFa die Interessen der deutschen Fachärzteschaft auch auf europäischer Ebene und ist Mitglied in der European Union of Medical Specialists. Der SpiFa verfolgt das Anliegen, Versorgung in Deutschland mitzugestalten und hat zu diesem Zweck eine Tochtergesellschaft, die Sanakey GmbH, gegründet.

StrukturBearbeiten

Der Dachverband vertritt mit seinen 28 ordentlichen und assoziierten Mitgliedsverbänden[1] die Interessen von über 150.000 der in Deutschland tätigen Fachärzte in Klinik und Praxis.

Abkürzung Verband
ALM Akkreditierte Labore in der Medizin
BAO Bundesverband Ambulantes Operieren
BVA Bundesverband der Augenärzte Deutschlands e.V.
BNC Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.
BVDD Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V.
BVDH Berufsverband Deutscher Humangenetiker e.V.
BVND Berufsverband Niedergelassener Diabetologen e.V.
BVF Berufsverband der Frauenärzte
bng Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.
BNHO Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.V.
BVHNO Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte
BVOU Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
BdP Bundesverband der Pneumologen
BDPM Bundesverband für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie
BVPRM Bundesverband der Rehabilitationsärzte Deutschlands e.V.
BDRh Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V.
BDU Berufsverband der Deutschen Urologen e.V.
DFV Deutscher Facharztverband
BdB Bundesverband der Belegärzte e.V.
DBVPP Deutscher Berufsverband der Fachärzte für Phoniatrie und Pädaudiologie e.V.
DGMKG Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie e.V.
BDA Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V.
BDI Berufsverband Deutscher Internisten e.V.
BDN Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V.
BNGO Berufsverband Niedergelassener Gynäkologischer Onkologen in Deutschland e.V.
BDNC Berufsverband Deutscher Neurochirurgen e.V.
DGPRÄC Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e.V.
NAV-Virchow-Bund Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.

Ziel des SpiFa ist die Darstellung und Vertretung der übergeordneten Interessen der Fachärzte in Klinik und Praxis, sowie deren politische Durchsetzung auf Bundes- und Landesebene ebenso wie die Darstellung in der Öffentlichkeit. Er bündelt die fachärztlichen Interessen und vertritt diese gegenüber Politik, Selbstverwaltung und anderen freien ärztlichen Verbänden. Es gehört auch zu seinen Aufgaben, die Mitgliedsverbände über politische Prozesse, Entwicklungen in der Selbstverwaltung sowie über die Lobbyarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Gesundheitssystems zu informieren und aktiv einzubinden sowie an der öffentlichen Meinungsbildung teilzunehmen.

Der SpiFa vertritt Forderungen nach einer Stärkung der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitssystems, einem Ausbau selektivvertraglicher Regelungen durch den Gesetzgeber und unterstützt darüber hinaus die europäische Integration.

MitgliedschaftenBearbeiten

Der SpiFa ist Mitglied in der 2007 gegründeten Allianz Deutscher Ärzteverbände und darüber hinaus über seine Vorstandsmitglieder, die Vorsitzenden der ständigen Ausschüsse und den Hauptgeschäftsführer in verschiedenen Gremien in der Selbstverwaltung und in Unternehmen vertreten.

Seit 1. Januar 2017 vertritt der SpiFa als größter deutscher Facharztdachverband die fachärztlichen Interessen auch auf europäischer Ebene bei der UEMS[2].

Organisation und VorstandBearbeiten

Der Verband wird von einem auf vier Jahre gewählten Vorstand geleitet. Dieser besteht aus einem Vorstandsvorsitzenden und drei Stellvertretern. Als Vorstandsmitglied können nur die fachärztlichen Vorsitzenden oder andere fachärztliche Mitglieder des Vorstandes eines Berufsverbandes innerhalb des SpiFa gewählt werden.

Vorstandsvorsitzende des SpiFa:

  • von 2012 bis 2013 Thomas Scharmann,
  • von 2013 bis 2015 Andreas Gassen,
  • seit 2015 Dirk Heinrich

Die Mitgliederversammlung ist das maßgebliche und beschlussgebende Organ des Verbandes. In ihr sind alle ordentlichen Mitglieder des SpiFa mit Stimmrecht vertreten. Assoziierte Mitglieder verfügen über ein Anwesenheits- und Rederecht.

Die Positionen des SpiFa und damit der deutschen Fachärzteschaft werden in thematischen Fachausschüssen beraten und erarbeitet.

Ein weiteres Organ ist der Hauptgeschäftsführer des SpiFa. Er unterstützt den Vorstand bei der Außendarstellung des Verbandes zur Umsetzung der genannten Ziele. Der Hauptgeschäftsführer ist zudem für die Verwaltung des SpiFa und der sich daraus ergebenden Geschäfte des Verbandes zuständig. Hauptgeschäftsführer des SpiFa ist seit 2012 der Rechtsanwalt und ehemalige Bundestagsabgeordneter Lars Lindemann.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. SpiFa: Ordentliche und Assoziierte Mitgliedsverbände. (spifa.de [abgerufen am 18. September 2017]).
  2. KV Berlin: SpiFa übernimmt Europavertretung deutscher Fachärzte in der UEMS. (PDF) Abgerufen am 1. Januar 2017.