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Sparkasse Aachen

Logo der Sparkassen  Sparkasse Aachen
Zentrale am Friedrich-Wilhelm-Platz
Zentrale am Friedrich-Wilhelm-Platz
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Friedrich-Wilhelm-Platz 1-4
52062 Aachen
Rechtsform Anstalt des öffentlichen Rechts
Bankleitzahl 390 500 00[1]
BIC AACS DE33 XXX[1]
Gründung 1834[2]
Verband Rheinischer Sparkassen- und Giroverband
Website www.sparkasse-aachen.de
Geschäftsdaten 2016[3]
Bilanzsumme 10.652,6 Mio. €
Einlagen 7.884,0 Mio. €
Kundenkredite 7.650,0 Mio. €
Mitarbeiter 1.966
Geschäftsstellen 95
Leitung
Verwaltungsrat Marcel Philipp, Vorsitzender
Vorstand Hubert Herpers, Vorsitzender
Norbert Laufs, stellv. Vorsitzender
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Sparkasse Aachen ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Aachen. Sie ist die fünfzehntgrößte Sparkasse in Deutschland[4] und die viertgrößte in Nordrhein-Westfalen. Ihr Geschäftsgebiet umfasst die Städteregion Aachen.

Inhaltsverzeichnis

OrganisationsstrukturBearbeiten

Die Sparkasse Aachen ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihre Rechtsgrundlage ist das Sparkassengesetz. Ihre Organe sind der Vorstand und der Verwaltungsrat.

Die Sparkasse verfügt über 95 Geschäftsstellen[5]:

  • Stadt Aachen: 41
  • Stadt Alsdorf: 6
  • Stadt Baesweiler: 4
  • Stadt Eschweiler: 7
  • Stadt Herzogenrath: 5
  • Stadt Monschau: 6
  • Gemeinde Roetgen: 2
  • Gemeinde Simmerath: 8
  • Stadt Stolberg: 10
  • Stadt Würselen: 5
  • Fahrbare Geschäftsstelle mit 12 Haltepunkten: 1

In der Aachener Innenstadt befinden sich die beiden Zentralen: am Münsterplatz die Zentrale der ehemaligen Stadtsparkasse und am Friedrich-Wilhelm-Platz die Zentrale der ehemaligen Kreissparkasse.

VorstandBearbeiten

Der Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern:[6]

  • Hubert Herpers, Vorsitzender seit 1. Juni 2009[7], Stellvertretender Vorsitzender bis 31. Mai 2009[7]
  • Norbert Laufs, Stellvertretender Vorsitzender seit 1. September 2009[7], Mitglied vom 1. Juni 2009 bis 31. August 2009[7]
  • Ralf Wagemann, Mitglied seit 1. Januar 2008[8]
  • Christian Burmester
  • Wilfried Nellessen

VerwaltungsratBearbeiten

Der Verwaltungsrat hat 15 Mitglieder.[6] Ihm gehören an:

  • Marcel Philipp, Oberbürgermeister der Stadt Aachen
  • Dieter Wolf, 1. Stellvertretender Vorsitzender, davor 2. Stellvertretender Vorsitzender
  • Harald Baal, 2. Stellvertretender Vorsitzender, davor Verwaltungsratsmitglied
  • Gabriele Bockmühl
  • Bruno Esser
  • Helmut Etschenberg, davor Vorsitzender des Verwaltungsrats
  • Hans-Dieter Jörissen
  • Christiane Karl
  • Andrea Kluge
  • Werner Krickel
  • Tobias Kronenberg
  • Helmut Ludwig
  • Rolf Nordt
  • Ulla Thönnissen
  • Stefan Vouhs

Ehemalige PersönlichkeitenBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Die erste Sparkasse der Stadt nahm am 1. Januar 1829 ihren Betrieb in der Region auf. Der Gedanke der Stadtväter, eine Sparkasse zu gründen, lässt sich mindestens auf das Jahr 1823 zurückdatieren. Die Sammlung von Statuten anderer Sparkassen lässt den Gründungsgedanken zu einer allmählichen Realisierung werden. Eine erste Etappe zur Verwirklichung stellt der 16. Januar 1828 dar, als der amtierende Oberbürgermeister einen Satzungsentwurf verfasste, welcher die Basis für die Bewilligung des Stadtrates am 19. Juli 1828 bedeutete.

Die Bezirksregierung genehmigte das Statut und forderte die Bürgermeisterei auf, dies in der Bevölkerung bekannt zu machen. Die für den 1. Dezember 1828 geplante Eröffnung der Sparkasse musste wegen Schwierigkeiten bei der Fertigstellung von Drucksachen auf Neujahr 1829 verschoben werden. Der Erfolg der Sparkasse war groß, so dass die geplante Befristung der Sparkasse bis zum Jahre 1834 aufgehoben wurde. Im selben Jahr eröffnet der Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit ebenfalls eine Sparkasse mit Sitz in Aachen, die jedoch auch Spar- und Prämienkassen betrieb.

Dieser dynamischen Konkurrenz folgt ein Rückgang des Einlagenbestandes der Sparkasse. Als Resultat dieses Rückgangs sowie der Staats- und Gesellschaftskrise von 1848 stellte die Sparkasse am Ende des Jahres 1851 ihren Betrieb ein.

Schon in den frühen 50er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde versucht erneut eine Darlehenskasse zu gründen. Aber erst die Genehmigung des preußischen Innenministeriums am 28. November 1884 eine erneute Gründung möglich. Somit konnte am 3. Juni 1885 die neu gegründete Darlehenskasse ihren Betrieb aufnehmen. Nach zehnjähriger erfolgreicher Geschäftstätigkeit kann die Darlehenskasse nun auch ihre Kompetenzen im Sparsegment anbieten. Dadurch wurde die Darlehenskasse am 7. Februar 1895 zur Darlehens- und Sparkasse des Landkreises.

Ebenfalls schon Mitte der 1880er Jahre wird über eine erneute Gründung einer Städtischen Sparkasse nachgedacht, aber erst das 1900 in Kraft getretene Bürgerliche Gesetzbuch birgt die Möglichkeit dazu. Die preußische Verordnung, dass Mundgeld nur noch bei staatlich bestimmten Kassen hinterlegt werden dürfen, war ein entscheidender Vorteil für die Städtische Sparkasse gegenüber der Sparkasse des Aachener Vereins. Am 16. Februar 1900 genehmigt die Stadtverordnung die Gründung einer Städtischen Sparkasse und stimmt am 24. August 1900 einer ersten Fassung der Satzung zu. Dies ist der Grundstein für die Gründung der Städtischen Sparkasse am 26. März 1901. Das erste Geschäftsjahr verläuft für die Städtische Sparkasse positiv. Ende 1901 beliefen sich die Einlagen auf über 6,3 Millionen Goldmark. Bereits nach zehn Jahren übertrifft sie mit einem Einlagenbestand von 25 Millionen Mark die wesentlich früher gegründete Kreissparkasse.

Die Epoche der beiden WeltkriegeBearbeiten

 
Kirschenhof: Sitz der Eschweiler Stadtsparkasse (1905–1942)

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges ermöglichte der Kreditwirtschaft die Vermittlung von Kriegsanleihen. Noch im selben Jahr begann die Stadtsparkasse mit dem Bau eines neuen Geschäftsgebäudes am Münsterplatz. 1918 konnte die Kreissparkasse 13 Zweigstellen verzeichnen. Die schwere Inflation 1922/1923 führte zu einer völligen Entwertung des Geldes und der Spareinlagen. So betrugen die Spareinlagen der Stadtsparkasse 23.417 Billionen Goldmark, welche jedoch durch die Einführung der Rentenmark als neue Währung auf 23.417 Goldmark reduziert wurden. Die 1834 gegründete Sparkasse des Aachener Vereins wurde 1923 liquidiert. Das Sparkassengeschäft übernahmen so die ansässigen Sparkassen im Regierungsbezirk Aachen. Um den Geschäftsverkehr im Dreiländereck zu erleichtern, eröffneten im April 1923 einige Sparkassen Geldwechselstuben. In den folgenden Jahren erlebten das Sparen und somit die Sparkassen durch die Revision der Reparationszahlungen und den Beginn der „Goldenen Zwanziger Jahre“ eine Renaissance, die erst durch den New Yorker Börsencrash 1929 gestoppt wurde. Trotz der einsetzenden Weltwirtschaftskrise konnte die Kreissparkasse 1930 eine neue Geschäftsstelle am Friedrich-Wilhelm-Platz eröffnen.

Sowohl die Weltwirtschaftskrise als auch die Bankenkrise ermöglichten es der Kreissparkasse, die Stadtsparkasse Stolberg am 1. November 1932 zu übernehmen. Der Zweite Weltkrieg führte zu einem Mangel an Konsum- und Investitionsmöglichkeiten und hielt die Bevölkerung zum Sparen an. Die Kreissparkasse konnte am 1. Oktober 1942 durch die Übernahme der 1905 gegründeten Stadtsparkasse Eschweiler ihr Filialnetz ausweiten. Somit existierten nur noch die Kreissparkasse Aachen und die Stadtsparkasse Aachen in Kreisgebiet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnten die Sparkassen bereits im Mai 1945 ihren Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen.

Nachkriegszeit und WiederaufbauBearbeiten

 
Zentrale am Münsterplatz in Aachen

Durch die Währungsreform 1948 und den schnellen Wiederaufbau zeichnet sich bereits in den 50er Jahren das Wirtschaftswunder ab. Das stetige Wirtschaftswachstum und die Vollbeschäftigung führen zu einem Anstieg des Spar- und Kreditgeschäfts der Sparkasse. In den folgenden Jahren verdichtete sich das Zweigstellennetz weiter. Am 1. April 1958 trat das „Gesetz über die Sparkassen- und Giroverbände“ in Kraft. Als Resultat gaben sich die Sparkassen eine neue Satzung. 1967 wurde ein Rechenzentrum eingerichtet und Scheckkarten für den vereinfachten Giroverkehr. Zwischen 1967 und 1975 eröffnete oder übernahm die Stadtsparkasse 15 neue Filialen. So betrieb sie 1975 bereits 42 Zweigstellen. Durch die Eingemeindung von 7 Gemeinden zum 1. Januar 1972 fielen teilweise auch ehemalige Filialen der Kreissparkasse der Stadtsparkasse zu. Um ein lückenloseres Filialnetz zu gewährleisten, wurde zudem eine mobile Filiale eingesetzt.

1978 dezentralisiert die Stadtsparkasse die Kundenbetreuung. Zudem wird im selben Jahr der erste Geldautomat in Betrieb genommen. 100 Jahre nach der Gründung der Darlehenskasse konnte die Kreissparkasse 1985 über eine halbe Million Kundenkonten zählen und 3,3 Mrd. DM Bilanzvolumen ausweisen. Die Kreissparkasse besaß 1985 62 Geschäftsstellen und besetzte über 1000 Arbeitsplätze. Die ersten Kontoauszugsdrucker stammen aus dieser Zeit.

1990 bis heuteBearbeiten

Am 1. Januar 1993 fusionieren die Stadtsparkasse Aachen und die Kreissparkasse Aachen zur heutigen Sparkasse Aachen. Das neue Institut zählte mit einer Bilanzsumme von über 10 Mrd. DM zu den großen Sparkassen der Bundesrepublik Deutschland und gewährleistet eine einheitliche Betreuung des Aachener Wirtschaftsraumes.

Zum Stichtag 31. Dezember 2016 waren 1.966 Mitarbeiter beschäftigt, davon 173 Auszubildende.[6] Im Jahr 2017 wurde die Sparkasse Aachen nach einem Test als beste Bank Deutschlands ausgezeichnet.[10]

Wirtschaftliche EntwicklungBearbeiten

Eckdaten Sparkasse Aachen[11]
2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Bilanzsumme (Mio. Euro) 9.355,1 9.119,1 9.649,5 9.240,6 9.301,1 9.546,3 9.452,5 9.826,3 10.019,3 10.141,3 10.652,6
Einlagen (Mio. Euro)[12] 7.062,2 7.169,0 7.378,4 7.256,5 7.221,7 7.211,7 7400,4 7.317,0 7.484,1 7.583,2 7.884,0
Kundenkredite (Mio. Euro) 5.582,1 5.664,5 5.873,7 6.038,3 6.266,9 6.557,7 6771,5 6.850,4 7.104,8 7.342,8 7.650,0
Mitarbeiter 2.177 2.124 2.101 2.108 2.096 2.046 2.036 2.058 2.071 2.047 1.966

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. 175 Jahre Sparkasse Aachen, S. 19. In: 175 Jahre Sparkasse Aachen. Abgerufen am 4. August 2017.
  3. Bericht 2016 In: sparkasse-aachen.de, abgerufen am 15. Juli 2017 (PDF; 2,5 MB)
  4. Rangliste der Sparkassen zum 31. Dezember 2016
  5. Bericht an die Gesellschaft 2016 der Sparkasse Aachen. Abgerufen am 14. Juli 2017.
  6. a b c Bericht an die Gesellschaft 2016, S. 45. Abgerufen am 4. August 2017.
  7. a b c d Suche nach Sparkasse Aachen, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 10. Januar 2012.
  8. Suche nach Sparkasse Aachen, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 10. Januar 2012.
  9. a b c d Suche nach Sparkasse Aachen, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 10. Januar 2012.
  10. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/sparkasse-aachen-als-beste-bank-deutschlands-ausgezeichnet-1.1542625
  11. Suche im elektronischen Bundesanzeiger Sparkasse Aachen Jahresabschlüsse
  12. hier: Einlagen = Verbindlichkeiten gegenüber Kunden; Quelle: Elektronischer Bundesanzeiger, Jahresabschlüsse der Sparkasse Aachen

Koordinaten: 50° 46′ 27″ N, 6° 5′ 4″ O