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Ambox current red.svg Dieser Artikel beschreibt ein aktuelles Ereignis. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.
2016Spanische Parlamentswahlen 2019nächste
amtliches Endergebnis[1]
(Wahlbeteiligung 71,76 %)
 %
30
20
10
0
28,67
16,69
15,86
14,32
10,26
3,91
1,91
1,51
1,25
5,62
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
+6,04
-15,88
+2,88
-6,83
+10,06
+1,28
-0,10
+0,32
+0,06
+2,17
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b in Navarra separate Werte (im Bündnis mit C's)
c in Navarra separate Werte (im Bündnis mit PP)
e 2016: VOX und PxC
Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus
             
Insgesamt 350 Sitze
Sitzverteilung im Senat
          
Insgesamt 266 Sitze

Am 28. April 2019 fanden Wahlen zum Spanischen Parlament, den Cortes Generales, statt. Gewählt wurden die 350 Abgeordneten des Abgeordnetenhauses (Congreso de los Diputados) und 208 der 265 Mitglieder des Senats (Senado) für die XIII. Legislaturperiode seit dem Inkrafttreten der Verfassung von 1978. Am gleichen Tag fanden die Parlamentswahlen für die Valencianische Autonome Gemeinschaft statt.

Es handelte sich um vorgezogene Neuwahlen, die Ministerpräsident Pedro Sánchez ankündigte, nachdem der Haushaltsentwurf seiner PSOE-Minderheitsregierung am 13. Februar 2019 im Abgeordnetenhaus keine Mehrheit gefunden hatte. Der Wahltermin lag vier Wochen vor dem 26. Mai 2019, an dem in Spanien die Europawahl, die Kommunalwahlen und die Wahlen zu den Regionalparlamenten von 12 der 17 Autonomen Gemeinschaften stattfinden.

Die Wahlen waren gekennzeichnet von einem großen Stimmen- und Mandatszuwachs für die PSOE, einem Absturz der PP und dem Einzug der rechtspopulistischen Vox ins Parlament. Dominierendes Thema im Wahlkampf war die Katalonien-Krise, die in Katalonien die Wahlbeteiligung um 12 % ansteigen ließ. Insgesamt nahmen 75,75 % aller wahlberechtigten Spanier an der Wahl teil, etwa 6 % mehr als bei den Wahlen 2016.

Inhaltsverzeichnis

WahlsystemBearbeiten

Im Verfassungsgefüge ist das Abgeordnetenhaus die wesentlich bedeutendere der beiden Kammern. Nur das Abgeordnetenhaus wählt den Ministerpräsidenten und kann ihm und damit der Regierung das Vertrauen entziehen. Die Regierung ist nur dem Abgeordnetenhaus gegenüber verantwortlich. Im Gesetzgebungsverfahren kann der Senat zwar ein Veto einlegen oder Änderungsvorschläge machen. Außer bei Verfassungsänderungen kann das Abgeordnetenhaus ein Veto des Senats aber überstimmen bzw. dessen Änderungsvorschläge ablehnen.

AbgeordnetenhausBearbeiten

Gemäß Artikel 68 Absatz 2 der Verfassung und Artikel 162 des Wahlgesetzes gehören dem Kongress 350 Abgeordnete an, die in 52 Wahlkreisen gewählt werden. Wahlkreise sind die 50 Provinzen und die beiden Autonomen Städte Ceuta und Melilla. In Ceuta und Melilla wird jeweils ein Abgeordneter gewählt. Jede der 50 Provinzen erhält vorab zwei Mandate zugeteilt. Die restlichen 248 Abgeordneten werden den Provinzen nach dem Verhältnis ihrer Einwohnerzahlen nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren zugeteilt.

 
Zahl der in den einzelnen Wahlkreisen zu wählenden Abgeordneten

In den Wahlkreisen werden 2019 folgende Anzahlen von Abgeordneten gewählt:

Die Wahl erfolgt in den Provinzen nach geschlossenen Listen, wobei die Sitze auf die Listen jeweils nach dem D’Hondt-Verfahren zugeteilt werden. In den autonomen Städten werden die Abgeordneten in relativer Mehrheitswahl ermittelt.

Die Zuteilung der Sitze findet allein auf Ebene der Wahlkreise (Provinzen) statt, es gibt keinen Reststimmenausgleich auf nationaler Ebene. Die nominelle Sperrklausel liegt zwar in allen Wahlkreisen bei lediglich 3 %. In den meisten Wahlkreisen liegt die faktische Prozenthürde wegen der beschränkten Anzahl der zu vergebenden Mandate allerdings wesentlich höher.

SenatBearbeiten

Für den Senat werden gemäß Artikel 69 der Verfassung und Artikel 165 des Wahlgesetzes in jeder Festlandprovinz vier Senatoren, auf den Inseln Gran Canaria, Mallorca und Teneriffa je drei Senatoren, in den Autonomen Städten Ceuta und Melilla je zwei Senatoren sowie auf den Inseln bzw. Inselgruppen Ibiza-Formentera, Menorca, Fuerteventura, Gomera, Hierro, Lanzarote und La Palma je ein Senator gewählt. Insgesamt werden damit 208 Senatoren direkt gewählt.

Es ist eine Personenwahl. Der Wähler kann in den Viermann-Wahlkreisen für bis zu drei, in den Drei- und Zweimannwahlkreisen für bis zu zwei und in den Einmannwahlkreisen für einen Kandidaten stimmen und zwar auch verteilt auf mehrere Wahlvorschläge ("Panaschieren"). Gewählt sind die Kandidaten mit den höchsten Stimmenzahlen.

Die weiteren Senatsmitglieder werden durch die Parlamente der Autonomen Gemeinschaften bestimmt, wobei jedes Parlament je angefangener 1.000.000 Einwohner der jeweiligen Gemeinschaft einen Senator bestimmt.

AusgangslageBearbeiten

Spanische Parlamentswahlen 2016
Endergebnis
 %
40
30
20
10
0
33,01
22,63
21,15
13,06
2,66
2,01
1,19
1,19
0,77
4,27
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c inklusive regionale Wahlbündnisse – 2011: Compromís-Q
j darunter: UPYD 0,62 % (−4,08 %p), CC 0,32 % (−0,27 %p), BNG/Nós-UP 0,28 % (−0,48 %p), UDC 0,26 % (2011: CiU), GBai 0,12 % (−0,05 %p)
 
Pedro Sánchez verkündete am 15. Februar 2019 den Termin für die Neuwahlen

Nach den Wahlen vom 26. Juni 2016 war es Ministerpräsident Mariano Rajoy (PP) zunächst nicht gelungen, vom Abgeordnetenhaus erneut zum Ministerpräsidenten gewählt zu werden, da er sich neben seiner eigenen Partei nur auf Ciudadanos und Coalición Canaria stützen konnte. Erst eine interne Krise der PSOE, in deren Verlauf Generalsekretär Pedro Sánchez zurücktrat, führte zu einem Kurswechsel dieser Partei, sodass die Enthaltung der überwiegenden Mehrheit ihrer Fraktion am 29. Oktober 2016 zur erneuten Wahl von Rajoy zum Ministerpräsidenten führte. Im Mai 2017 wurde Sánchez in einer Urwahl aller Parteimitglieder erneut zum PSOE-Generalsekretär gewählt und kehrte damit auf die politische Bühne zurück.

Am 24. Mai 2018 erging das Urteil in der Korruptionsaffäre Caso Gürtel. In dem Urteil wurde festgestellt, dass die PP über Jahre eine verdeckte Parteifinanzierung unterhalten habe und die Partei zur Zahlung von ca. 250.000 Euro verurteilt. Daraufhin stellte die PSOE einen Misstrauensantrag gegen Rajoy, in dessen Folge Sánchez am 1. Juni 2018 vom Abgeordnetenhaus mit den Stimmen von PSOE, Unidos Podemos, der katalanisch-separatistischen Parteien ERC und PDeCat und der baskischen Parteien PNV und EH Bildu zum Ministerpräsident gewählt wurde. Rajoy zog sich daraufhin aus der Politik zurück und zum neuen Vorsitzenden der PP wurde Pablo Casado gewählt.

Am 13. Februar 2019 scheiterte die PSOE-Minderheitsregierung mit ihrem Haushaltsentwurf im Abgeordnetenhaus (wobei von den Parteien, die im Juni 2018 das Misstrauensvotum unterstützt hatten, ERC, PDeCat und EH Bildu gegen den Haushaltsentwurf stimmten). Daraufhin kündigte Ministerpräsident Sánchez am 15. Februar 2019 an, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auf den 28. April 2019 anzuberaumen. Offiziell wurden mit Dekret vom 4. März 2019[2] das Parlament aufgelöst und Neuwahlen anberaumt.

 
Sitzverteilung Abgeordnetenhaus (XII. Legislatur 2016–2019)
 
Sitzverteilung Senat (XII. Legislatur 2016–2019)

KandidaturenBearbeiten

Nationale TeilnahmeBearbeiten

PPBearbeiten

Spitzenkandidat der PP ist deren neuer Vorsitzender Pablo Casado. Casado wurde 2018 zum Nachfolger von Mariano Rajoy gewählt, was aufgrund der neokonservativen und teilweise reaktionären Positionen Casados als Rechtsruck innerhalb der Partido Popular bewertet wurde.[3] In Asturien besteht eine Gemeinschaftskandidatur mit FAC, in Navarra ist die PP Teil der Gemeinschaftskandidatur Navarra Suma.

PSOEBearbeiten

Spitzenkandidat der PSOE ist wie bereits bei den Wahlen 2015 und 2016 Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Gemeinschaftskandidatur mit Nuevas Canarias (NCa) auf den Kanaren, die 2015 und 2016 bestanden hatte, wurde nicht erneut aufgelegt. Dort treten PSOE und NCa 2019 jeweils mit eigenen Listen an.

Unidas PodemosBearbeiten

Bereits 2016 waren Podemos, Izquierda Unida (IU), die grüne Partei Equo und mehrere linke Kleinparteien als Gemeinschaftskandidatur Unidos Podemos zur Wahl angetreten. In drei Regionen, in denen auch linke Regionalparteien an dem Wahlbündnis beteiligt waren, führte die Kandidatur andere Namen (En Comú Podem in Katalonien, En Marea in Galicien und Podemos-Compromís-EUPV in der Region Valencia). Für die Wahl 2019 wurde das Bündnis aus Podemos, IU, Equo und den beiden Kleinparteien Batzarre-Asamblea de Izquierdas und Alto Aragón en Común für alle Wahlkreise außer Katalonien und Galicien unter dem Namen Unidas Podemos (in der femininen Form statt Unidos Podemos) erneut aufgelegt. Compromís wird in der Region Valencia mit einer eigenen Liste an der Wahl teilnehmen, sodass dort 2019 Unidas Podemos und Compromís getrennt antreten werden. Das Wahlbündnis En Comú Podem in Katalonien wurde für 2019 neu aufgelegt. Das Wahlbündnis von Podemos, IU, Equo und Mareas en Común in Galicien trägt 2019 den Namen En Común-Unidas Podemos. Die Partei Anova gehört diesem Bündnis – anders als 2016 – nicht an. Podemos-Generalsekretär Pablo Iglesias belegt den ersten Platz auf der Liste von Unidas Podemos für den Wahlkreis Madrid und der IU-Vorsitzende Alberto Garzón den ersten Platz im Wahlkreis Málaga.

CiudadanosBearbeiten

Spitzenkandidat der liberalen Ciudadanos ist wie bei den Wahlen 2015 und 2016 deren Vorsitzender Albert Rivera. In Navarra sind Ciudadanos Teil der Gemeinschaftskandidatur Navarra Suma.

VoxBearbeiten

Die rechtspopulistische Partei Vox wurde Ende 2013 von ehemaligen Mitgliedern der Partido Popular gegründet und hat nach ihrem Erfolg bei der andalusischen Regionalwahl vom 2. Dezember 2018 erstmals Aussichten auch in die Cortes Generales einzuziehen.[4] Ihr Spitzenkandidat ist der Vorsitzende Santiago Abascal.

Regionale TeilnahmeBearbeiten

ERCBearbeiten

Die Republikanische Linke Kataloniens wird angeführt von Oriol Junqueras, der wegen des Vorwurfs der Rebellion im Zusammenhang mit dem von ihm mit-initiierten Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien 2017 in Haft sitzt.

JuntsBearbeiten

Das katalanische Wahlbündnis Junts per Catalunya hat den Spitzenkandidaten Jordi Sànchez i Picanyol, der wie Junqueras wegen derselben Vorwürfe in Haft sitzt.

EJA-PNVBearbeiten

Die christlich-konservative Partido Nacionalista Vasco (Baskische Nationalpartei) tritt nur im Baskenland an; ihr Kandidat ist Aitor Esteban.

EH BilduBearbeiten

Euskal Herria Bildu (Baskenland versammelt) ist ein Parteienverband von linken Parteien aus dem Baskenland (Eusko Alkartasuna, Sortu, Aralar und Alternatiba Eraikitzen).

Navarra SumaBearbeiten

Bei den bisherigen Wahlen waren in Navarra die Parteien Unión del Pueblo Navarro (UPN) und PP gemeinsam angetreten. Für die Wahl 2019 haben sich Ciudadanos dieser Gemeinschaftskandidatur angeschlossen. Sie führt den Namen Navarra Suma. Die ersten beiden Plätze der Liste stellt die UPN. Die Plätze 3 und 5 stellt die PP und Platz 4 wird von Ciudadanos eingenommen.

CC-PNCBearbeiten

Die konservative Koalition aus Coalición Canaria und Partido Nacionalista Canario bewirbt sich auf den Kanaren um Mandate. Spitzenbewerberin ist Ana Oramas.

CompromísBearbeiten

Das Bündnis Compromís umfasst vier linke Regionalparteien aus der Region Valencia und wird im Wahlkampf von Joan Baldoví angeführt. Während man bei der letzten Wahl 2016 noch in einer Gemeinschaftskandidatur mit den Podemos antrat, verzichtete Compromís darauf bei der Wahl 2019.

UmfragenBearbeiten

Prognosen vor der WahlBearbeiten

Im Vorfeld der Wahlen ergaben die Umfragen, dass die Sozialdemokraten mit knapp unter 30 % als klar stärkste Kraft gesehen wurden, womit die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Pedro Sánchez deutliche Stimmgewinne verbuchen könnte. Damit verbunden sind klare Verluste für das Bündnis links von der PSOE, der Unidos Podemos, deren Zustimmung sich im Vergleich zur letzten Wahl nahezu halbieren könnte. Deutlichster Verlierer der Parlamentswahl wird nach Ansicht der Demoskopen aber die konservative Partido Popular, welche trotz innerparteilichen Rechtsrucks von 33 auf rund 20 % fallen könnte und dabei hauptsächlich an die rechtspopulistische Partei VOX verliert, welche bei etwa 12 % (2016 0,2 %) gesehen wird. Die liberalen Ciudadanos werden leicht über ihrem Ergebnis von 2016 gesehen. Die restlichen Wählerstimmen werden sich traditionell auf regionale Parteien wie bspw. der katalanischen ERC oder der baskischen PNV aufteilen. Eine Regierungskoalition mit zwei Parteien scheint den Umfragen nach ausgeschlossen.

Letzte Umfragen vor der WahlBearbeiten

Institut Datum PP PSOE UP C's ERC EJA-PNV PACMA VOX
KeyData[5] 22.04.2019 20,4 % 29,4 % 13,1 % 15,3 % 3,3 % 1,2 % 10,4 %
Demoscopia Servicios[6] 22.04.2019 21,8 % 28,1 % 12,6 % 14,4 % 2,9 % 1,4 % 12,7 %
electoPanel[7] 22.04.2019 19,5 % 27,2 % 12,8 % 15,0 % 2,7 % 1,3 % 2,2 % 12,4 %
SocioMétrica[8] 21.04.2019 18,2 % 29,5 % 13,6 % 15,1 % 3,3 % 1,1 % 0,9 % 12,6 %
Celeste-Tel[9] 20.04.2019 23,5 % 28,9 % 13,5 % 15,1 % 2,9 % 1,2 % 1,3 % 12,5 %
IMOP[10] 20.04.2019 19,8 % 29,8 % 14,1 % 15,1 % 3,0 % 1,2 % 1,8 % 10,0 %
Invymark[11] 19.04.2019 20,4 % 28,1 % 13,0 % 15,2 % 3,3 % 1,3 % 12,7 %
NC Report[12] 19.04.2019 23,8 % 28,1 % 13,0 % 14,9 % 2,9 % 1,3 % 9,0 %
GAD3[13] 19.04.2019 20,1 % 31,5 % 12,1 % 13,9 % 3,3 % 1,2 % 1,9 % 11,4 %
40 db[14] 18.04.2019 17,8 % 28,8 % 13,2 % 14,1 % 3,3 % 1,0 % 2,8 % 12,5 %
Sondaxe[15] 18.04.2019 18,3 % 30,9 % 13,6 % 13,8 % 2,8 % 2,1 % 10,5 %
Wahl 2016 26.06.2016 33,0 % 22,6 % 21,2 % 13,1 % 2,6 % 1,2 % 1,2 % 0,2 %

VerlaufBearbeiten

 
Verlauf der Umfrage-Mittelwerte von der Wahl 2016 bis zur Wahl 2019

ErgebnisseBearbeiten

 
Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) der Cortes Generales

AbgeordnetenhausBearbeiten

Nachdem bis 2015 nur zwei große (PSOE und PP) und eine kleine (IU) landesweit bedeutende Parteien bestanden hatten, waren bei der Wahl 2015 Podemos und Ciudadanos hinzugekommen. 2019 wurde das Parteiensystem auf nationaler Ebene mit dem Einzug der 2016 noch völlig unbedeutenden rechtsextremen Partei VOX um eine fünfte Kraft erweitert.

Wahlsieger sind neben VOX auch die regierenden Sozialdemokraten mit einem Zuwachs von sechs Prozent, die erstmals seit 2008 wieder stärkste Kraft wurden. Gewinne hatten auch Ciudadanos zu verzeichnen, mit ihrem bisher besten Ergebnis bei einer gesamtspanischen Wahl.

Der Stimmen- und Mandatsanteil der konservativen PP halbierte sich im Vergleich zur Vorwahl um etwa die Hälfte, was das schlechteste Abschneiden der Partei seit ihrem Bestehen bedeutete. Auch das Linksbündnis Unidas Podemos hatte Verluste von etwa sieben Prozent zu verzeichnen.

In Katalonien verbuchte die links-separatistische ERC Gewinne von knapp sieben Prozent und ist nach der Wahl mit 15 Abgeordneten (+ 6) im Abgeordnetenhaus vertreten, während die bürgerlich-separatistische JuntsxCat ein Mandat verlor. Bei den baskischen Parteien konnten sowohl die bürgerliche EAJ-PNV (ein Mandat mehr) als auch die linke EH Bildu (zwei Mandate mehr) Gewinne erzielen. Auf den Kanaren konnte Coalición Canaria ihr Ergebnis von knapp acht auf knapp 13 Prozent steigern (ein Mandat mehr). Das valencianische Linksbündnis Compromís, das 2015 noch mit vier über gemeinsame Listen mit Podemos und IU gewählten Abgeordneten ins Abgeordnetenhaus eingezogen war, ist künftig nur noch mit einem Mandat vertreten. Die seit 2011 erstmals wieder zu einer gesamtspanischen Wahl angetretene kantabrische Regionalpartei PRC (die in Kantabrien den Ministerpräsidenten stellt) erhielt in dieser Region knapp 15 Prozent und ist erstmals mit einem Abgeordneten im Abgeordnetenhaus vertreten.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Nationales ErgebnisBearbeiten

Ergebnis der Parlamentswahlen in Spanien 2019
(Zusammensetzung Abgeordnetenhaus)
Partei Stimmen Sitze
Anzahl % +/− Anzahl +/−
Partido Socialista Obrero Español (PSOE)1 7.513.142 28,67 +6,04 123 +38
Partido Popular (PP)2 4.373.653 16,69 −15,88 66 −69
Ciudadanos (C's)3 4.155.665 15,86 +2,80 57 +25
Unidas Podemos (UP)4 3.751.145 14,32 −6,83 42 −29
VOX 2.688.092 10,26 +10,06 24 +24
Esquerra Republicana de Catalunya (ERC)5 1.024.628 3,91 +1,28 15 +6
JuntsxCat6 500.787 1,91 −0,10 7 −1
Eusko Alderdi Jeltzalea (EAJ-PNV)7 395.884 1,51 +0,32 6 +1
EH Bildu 259.647 0,99 +0,22 4 +2
Coalición Canaria-(CC-PNC) 137.664 0,53 +0,20 2 +1
Navarra Suma (UPN/Ciudadanos/PP)8 107.619 0,41 −0,12 2 ±0
Compromís9 173.821 0,66 neu 1 neu
Partido Regionalista de Cantabria (PRC) 52.266 0,20 neu 1 neu
Partido Animalista (PACMA) 328.299 1,25 +0,06
Sonstige 539.223 2,06 +0,89
leere Stimmzettel10 199.836 0,76 +0,02
Gesamt 26.201.371 100,0 350
Gültige Stimmen 26.201.371 98,95 −0,13
Ungültige Stimmen 276.769 1,05 +0,13
Wahlbeteiligung 26.478.140 71,76 +5,28
Nichtwähler 10.420.743 28,24 −5,28
Wahlberechtigte 36.898.883
Quelle: Elecciones Generales Congreso
Fußnoten ausklappen
1 Ergebnis inklusive Partit dels Socialistes de Catalunya (PSC-PSOE) in Katalonien (Wahlkreise Barcelona, Girona, Lleida und Tarragona). Ergebnis verglichern mit dem Ergebnis von PSOE, PSC-PSOE und der Gemeinschaftskandidatur PSOE-NCa auf den Kanaren (Wahlkreise Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife) bei der Wahl 2016.
2 Ergebnis inklusive der Gemeinschaftskandidatur PP-FAC in Asturien. Das Ergebnis der Gemeinschaftskandidatur UPN/PP/Ciudadanos (Navarra Suma) im Wahlkreis Navarra ist gesondert ausgewiesen. Vergleich mit dem Ergebnis der PP bei der Wahl 2016 inklusive der Gemeinschaftskandidaturen PP-PAR in Aragonien (Wahlkreise Saragossa, Teruel und Huesca) und PP-FAC in Asturien, ohne Ergebnis der Gemeinschaftskandidatur UPN-PP in Navarra.
3 Ergebnis von Ciudadanos; Ergebnis der Gemeinschaftskandidatur UPN/PP/Ciudadanos (Navarra Suma) im Wahlkreis Navarra ist gesondert ausgewiesen. Vergleich mit dem Ergebnis von Ciudadanos bei der Wahl 2016, mit Ausnahme des Ergebnisses in Navarra.
4 Gemeinschaftskandidatur Unidas Podemos von Podemos, Izquierda Unida (IU), der grünen Partei Equo und den kleinen linken Parteien Batzarre-Asamblea de Izquierdas und Alto Aragón en Común in allen Wahlkreisen außer denen der Regionen Katalonien und Galicien; Katalonien: Gemeinschaftskandidatur En Comú Podem (Podemos, ICV, EUiA und Barcelona en Comú); Galicien: Gemeinschaftskandidatur En Común-Unidas Podemos (Podemos, IU, Equo, Mareas en Común). Vergleich mit Unidos Podemos (Podemos, Izquierda Unida (IU), Equo, Més per Balears-Més per les Illes, Batzarre-Asamblea de Izquierdas, Unidad Popular en Común, Izquierda Asturiana, Construyendo La Izquierda-Alternativa Socialista, Segoviemos, Izquierda Castellana, Democracia Participativa), En Comú Podem (Podemos, ICV, EUiA und Barcelona en Comú; Katalonien), Podemos-Compromís-EUPV (Podemos, Bloc Nacionalista Valencià, Iniciativa del Poble Valenciá, Verds Equo del País Valencià, Coalició Compromís und IU; Region Valencia) und En Marea (Podemos, IU und Anova-Irmandade Nacionalista; Galicien) bei der Wahl 2016.
5 In Katalonien Gemeinschaftskandidatur ERC mit der Kleinpartei Sobiranistes; in der Region Valencia Alleinkandidatur von ERC; ohne Veus PROGRESSISTES (PSM-Entesa, Més per Menorca, Els Verds de Mallorca-Iniciativa Verds, ERC, Guanyem Eivissa; Wahlkreis Balearen). Vergleich mit dem Ergebnis der Gemeinschaftskandidatur der ERC-Catalunya Sí (Katalonien) bei der Wahl 2016, ohne die Gemeinschaftskandidatur Sobirania per a les illes (ERC und Kleinpartei Acord Independentista; Balearen).
6 Formell Gemeinschaftskandidatur der PDeCAT mit ihrer in Auflösung befindlichen Vorgängerpartei CDC. Vergleich mit dem Ergebnis der CDC bei der Wahl 2016.
7 Ergebnis von EAJ-PNV in der Autonomen Gemeinschaft Baskenland (Wahlkreise Gipuzkoa, Bizkaia und Araba). In Navarra war EAJ-PNV sowohl bei der Wahl 2019 als auch bei der Wahl 2016 Teil der Gemeinschaftskandidatur Geroa Bai (Ergebnis in der Tabelle separat ausgewiesen).
8 Gemeinschaftskandidatur von UPN, PP und Ciudadanos in Navarra. Vergleich mit dem Ergebnis von UPN-PP und Ciudadanos im Wahlkreis Navarra bei der Wahl 2016.
9 Gemeinschaftskandidatur der regionalen Linksparteien Bloc Nacionalista Valencià, Iniciativa del Poble Valenciá, Verds Equo del País Valencià in der Region Valencia; diese waren bei der Wahl 2016 in einer Gemeinschaftskandidatur mit Podemos und IU angetreten.
10 Leere Stimmzettelumschläge bzw. ungekennzeichnete Stimmzettel (Votos en Blanco) gelten nach spanischen Wahlrecht als gültig (Art. 96.5 LOREG) und zählen daher z. B. auch bei der Berechnung der Prozenthürde mit. Die ausgewiesenen Prozentzahlen beziehen sich auf die Gesamtzahl der gültigen Stimmen (also inklusive der votos en blanco).

Regionale ErgebnisseBearbeiten

Das Ergebnis (Stimmen und Sitze) in den einzelnen Autonomen Gemeinschaften (Regionen) und den beiden Autonomen Städten Ceuta und Melilla:

PSOE
 
PP
 
C's
 
UP
 
VOX
 
ERC
 
Junts
 
EAJ-PNV
 
EH Bildu
 
CC-PNC
Navarra+ Compr.
 
PRC
Sitze
gesamt
Andalusien 34,23 %
24
17,19 %
11
17,70 %
11
14,25 %
9
13,38 %
6
061
Aragonien 31,73 %
5
18,93 %
3
20,54 %
3
13,56 %
1
12,20 %
1
013
Asturien 33,13 %
3
17,91 %
1
16,71 %
1
17,15 %
1
11,49 %
1
008
Balearen 26,34 %
3
16,84 %
1
17,43 %
1
17,82 %
2
11,28 %
1
007
Baskenland 19,89 %
4
7,44 %
0
3,14 %
0
17,57 %
4
2,21 %
0
31,05 %
6
16,70 %
4
018
Extremadura 38,08 %
5
21,40 %
2
17,96 %
2
9,49 %
0
10,77 %
1
010
Galicien 32,13 %
10
27,39 %
9
11,18 %
2
14,49 %
2
5,27 %
0
023
Kanaren 27,85 %
5
15,53 %
3
14,66 %
2
15,72 %
3
6,55 %
0
12,96 %
2
015
Kantabrien 25,19 %
2
21,71 %
1
15,14 %
1
10,22 %
0
11,16 %
0
14,59 %
1
005
Kastilien-La Mancha 32,37 %
9
22,69 %
6
17,47 %
4
10,15 %
0
15,29 %
2
021
Kastilien-León 29,78 %
12
26,05 %
10
18,90 %
8
10,39 %
0
12,30 %
1
031
Katalonien 23,21 %
12
4,85 %
1
11,55 %
5
14,89 %
7
3,60 %
1
24,59 %
15
12,05 %
7
048
La Rioja 31,70 %
2
26,53 %
1
17,81 %
1
11,79 %
0
8,98 %
0
004
Madrid 27,28 %
11
18,64 %
7
20,93 %
8
16,24 %
6
13,86 %
5
036
Murcia 24,75 %
3
23,44 %
2
19,54 %
2
10,38 %
1
18,64 %
2
010
Navarra 25,75 %
2
18,66 %
1
4,83 %
0
12,77 %

0

29,32 %
2
005
Valencia 27,78 %
10
18,58 %
7
17,98 %
6
14,23 %
5
12,02 %
3
0,16 %
0
6,45 %
1
033
Ceuta 28,73 %
1
21,44 %
0
11,96 %
0
4,81 %
0
23,96 %
0
001
Melilla 20,72 %
0
23,91 %
1
12,87 %
0
3,82 %
0
16,85 %
0
001
Spanien (gesamt) 28,68 %
123
16,70 %
66
15,86 %
57
14,31 %
42
10,26 %
24
3,91 %
15
1,91 %
7
1,51 %
6
0,99 %
4
0,53 %
2
0,41 %
2
0,66 %
1
0,20 %
1
350

FraktionenBearbeiten

Es bildeten sich die folgenden Fraktionen:

  • PSOE (Grupo Parlamentario Socialista): 123 Mitglieder
  • PP (Grupo Parlamentario Popular): 66 Mitglieder
  • Ciudadanos (Grupo Parlamentario Ciudadanos): 57 Mitglieder
  • Unidas Podemos (Grupo Parlamentario Confederal de Unidas Podemos-En Comú Podem-Galicia en Común): 42 Mitglieder
  • VOX (Grupo Parlamentario VOX): 24 Mitglieder
  • ERC (Grupo Parlamentario Republicano): 14 Mitglieder
  • EAJ-PNV (Grupo Parlamentario Vasco – EAJ-PNV): 6 Mitglieder

Nach der Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses werden die übrigen Abgeordneten in der Grupo Mixto („gemischte Fraktion“) zusammengefasst. Dies sind also Abgeordnete, die sich keiner Fraktion angeschlossen haben bzw. von keiner Fraktion aufgenommen wurden. Außerdem zählen dazu Abgeordnete von Parteien, die die Mindestvoraussetzungen (Mandate bzw. Stimmenanteil) für die Bildung einer Fraktion nicht erfüllen. Zur Grupo Mixto zählen zurzeit 18 Abgeordnete: die sieben Abgeordneten von JuntsxCat, die vier Abgeordneten von EH Bildu, die beiden Abgeordneten von Coalición Canaria, die beiden Abgeordneten von Navarra Suma (beide UPN), der Abgeordnete von Compromís und der Abgeordnete der PRC; außerdem zählt Oriol Junqueras (ERC) zur Grupo Mixto, da sein Mandat zurzeit wegen der Inhaftierung ruht und er sich deshalb nicht der ERC-Fraktion anschließen konnte.

SenatBearbeiten

Ergebnis der Parlamentswahlen in Spanien 2019
(Zusammensetzung Senat)
Partei Senatoren gesamt Direktwahl indirekt
Anzahl +/− Anzahl +/− Anzahl
Partido Socialista Obrero Español (PSOE) 139 +76 123 +80 18
Partido Popular (PP) 75 −76 54 −76 19
ERC 13 +1 11 +1 2
EAJ-PNV 10 +4 9 +4 1
Ciudadanos (C's) 10 +4 4 +4 6
Unidas Podemos (UP) 6 −17 −16 6
JuntsxCat 4 +2 2 +2 2
Navarra Suma (UPN/Ciudadanos/PP) 3 neu 3 neu
CC-PNC 2 ±0 1 ±0 1
EH Bildu 2 +1 1 +1 1
ASG 1 ±0 1 ±0
VOX 1 ±0 1
Gesamt 266 208 58
Quelle: Elecciones Generales Senado

RegierungsbildungBearbeiten

Rechtlicher RahmenBearbeiten

Für die Regierungsbildung ist nach der spanischen Verfassung nur das Abgeordnetenhaus relevant: Es wählt den Ministerpräsidenten (Art. 99), nur ihm ist die Regierung verantwortlich (Art. 108).

Nach Sondierungsgesprächen mit den im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien macht der König dem Abgeordnetenhaus einen Vorschlag für das Amt des Ministerpräsidenten. Eine Frist hierfür gibt die Verfassung nicht vor. Über diesen Vorschlag wird nach Aussprache abgestimmt und zwar nach der Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses in öffentlicher namentlicher Abstimmung, bei der die Abgeordneten mit Ja, Nein oder Enthaltung abstimmen können. Erhält der Kandidat die absolute Mehrheit (also mindestens 176 Ja-Stimmen) ist er zum Ministerpräsident gewählt. Verfehlt er diese Mehrheit, findet 48 Stunden später ein zweiter Wahlgang statt, in dem dann eine relative Mehrheit ausreicht (mehr Ja- als Nein-Stimmen, unabhängig von der Zahl der Enthaltungen).

Ist der Vorgeschlagene auch im zweiten Wahlgang nicht erfolgreich, werden weitere Vorschläge nach demselben Verfahren (also falls erforderlich mit zwei Wahlgängen) abgehandelt. Sind nach dem ersten Wahlgang über den ersten Vorschlag zwei Monate vergangen, ohne dass ein Kandidat zum Ministerpräsident gewählt wurde, werden beide Kammern vom König aufgelöst und Neuwahlen abgehalten. Ein einmal gewählter Ministerpräsident kann nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt werden, d. h. indem das Abgeordnetenhaus mit absoluter Mehrheit einen anderen Ministerpräsidenten wählt (Art. 113 der Verfassung).

AusgangslageBearbeiten

Die Ausgangslage für eine Regierungsbildung stellt sich ähnlich schwierig dar wie nach den vorangegangenen Wahlen 2015 und 2016. Außer einer großen Koalition (PP/PSOE) oder einer Koalition PSOE/Ciudadanos würde kein Zweiparteienbündnis über eine Mehrheit verfügen. Sowohl PP als auch Ciudadanos haben jedoch vor der Wahl ein Zusammengehen mit der PSOE ausgeschlossen. Anders als nach der Wahl 2016 besteht zwar im neu gewählten Parlament eine Mehrheit der linken Parteien (PSOE, Unidas Podemos, ERC, EH Bildu, Compromís, zusammen 185 Sitze), allerdings wäre ein solches Bündnis auf die separatistischen Parteien ERC und EH Bildu angewiesen. Auch ein Bündnis von PSOE, Unidas Podemos und den nicht-separatistischen Regionalparteien mit Ausnahme von Navarra Suma (also EAJ-PNV, Coalición Canaria, Compromís, PRC) würde nur 175 Sitze umfassen statt der erforderlichen 176 Stimmen.

Die neugewählten Kammern konstituierten sich am 21. Mai 2019. Zur Präsidentin des Abgeordnetenhauses wurde die bisherige Ministerin Meritxell Batet (PSC-PSOE) gewählt. Präsident des Senats wurde Manuel Cruz (PSC-PSOE). Am 5. und 6. Juni 2019 führte der König Sondierungsgespräche mit Vertretern der Parteien. Anschließend schlug er Amtsinhaber Pedro Sánchez für das Amt des Ministerpräsidenten vor.

Wahlen des MinisterpräsidentenBearbeiten

Am 15. Juli 2019 gab Sánchez, der bis zu seiner möglichen Neuernennung das Land weiter geschäftsführend leitet, das Scheitern erster Koalitionsgespräche der PSOE mit der Unidos Podemos (UP) bekannt. Die Verhandlungen waren zuvor ins Stocken geraten, da UP eine Regierungsbeteiligung gefordert hatte, was Sánchez aber zunächst abgelehnt hatte. Zugleich verwies er darauf, dass er kein Vertrauen in Podemos-Chef Iglesias habe. Dieser hatte für sich selbst einen Ministerposten in der künftigen Regierung beansprucht. Sánchez forderte PP und Ciudadanos auf, sich bei seiner Kandidatur bei der Wahl eines neuen Ministerpräsidenten im zweiten Wahlgang zu enthalten und ihm somit die Bildung einer Regierung nur mit einer relativen Mehrheit im Parlament zu ermöglichen.[16]

Beim ersten Wahlgang am 23. Juli 2019 entfielen auf Sánchez nur 124 Stimmen (PSOE und die kantabrische Regionalpartei PRC mit einer Stimme) statt der erforderlichen 176 Stimmen – bei 170 Gegenstimmen (PP, Ciudadanos, VOX, ERC, JunsxCat, Navarra Suma, Coalición Canaria und eine Abgeordnete von Unidas Podemos) und 52 Enthaltungen (die restlichen Abgeordneten von Unidas Podemos, EAJ-PNV, EH Bildu und Compromís); die vier inhaftierten katalanisch-separatistischen Abgeordneten (einer von der ERC und drei von JuntsxCat), deren Mandat ruht, nahmen an der Abstimmung nicht teil.[17] Die notwendige absolute Mehrheit wurde damit verfehlt. Der zweite Wahlgang, in dem die relative Mehrheit ausgereicht hätte, fand am 25. Juli 2019 statt – auch hier verfehlte Sanchez nach letzten gescheiterten Verhandlungen über eine mögliche Koalitionsregierung mit Podemos die nötige Mehrheit (124 Stimmen gegen 155, bei 67 Enthaltungen). Am Tag darauf teilte der König mit, zunächst noch keine Sondierungsgespräche mit den Parteivertretern zwecks Benennung eines nächsten Kandidaten zu führen, sondern den Parteien Zeit für weitere Verhandlungen geben zu wollen.[18] Kommt es bis zum 23. September nicht zur Wahl eines Ministerpräsidenten, führt dies automatisch zur Auflösung des Parlaments und Neuwahlen am 10. November 2019.[19]

In der Zeit bis Ende August 2019 gelang in allen Autonomen Gemeinschaften, in denen am 28. April 2019 (Valencia) bzw. am 26. Mai 2019 (Aragonien, Asturien, Balearen, Extremadura, Kanaren, Kantabrien, Kastilien-La Mancha, Kastilien-León, La Rioja, Madrid, Murcia, Navarra) Regionalwahlen stattfanden, die Regierungsbildung. Allerdings kam es auch hierbei in keinem Fall zu einer Zusammenarbeit zwischen dem "linken" und dem "rechten" Lager. So konnten in den Regionen Madrid und Murcia Koalitionen aus PP und Ciudadanos nur mit Unterstützung von VOX Minderheitsregierungen bilden und in Navarra gelang die Wahl der PSOE-Ministerpräsidentin nur aufgrund der Stimmenthaltung einiger Abgeordneter der separatistischen EH Bildu.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. [1]
  2. Real Decreto 129/2019, de 4 de marzo, de disolución del Congreso de los Diputados y del Senado y de convocatoria de elecciones. (PDF) In: Boletín Oficial del Estado. 5. März 2019, abgerufen am 5. März 2019 (spanisch).
  3. Pablo Casado vence en el congreso del PP y consuma el giro a la derecha, auf elpais.com
  4. zeit.de 16. April 2019 / Julia Macher: Der dreifache Rechtsruck
  5. La gran ventaja de Sánchez no bastaría para gobernar sólo con Iglesias, según los sondeos, auf publico.es
  6. ULTIMÍSIMA ENCUESTA | La derecha repunta pero aún está a 5 escaños de gobernar a 6 días de las elecciones, auf okdiario.com
  7. electoPanel 22/04, auf electomania.es
  8. El PSOE ganaría en todas las Comunidades gracias a la desunión de la derecha, auf elespanol.com
  9. El bloque conservador suma más escaños que PSOE y Unidas Podemos sin llegar a la mayoría, auf eldiario.es
  10. El PSOE llega a la recta final primero, pero necesitaría a Podemos y PNV para gobernar, auf elconfidencial.com
  11. Sondeos Invymark, auf lasexta.com
  12. NC Report, auf estaticos4.larazo.es
  13. Sánchez suma con Podemos y ERC, pero se la juega con los indecisos, auf abc.es
  14. La izquierda crece pero aún necesita apoyos para gobernar, auf elpais.com
  15. El PSOE se dispara y Vox se desinfla: Sánchez podrá elegir socios de gobierno, auf lavozdegalicia.es
  16. Reiner Wandler: Koalitionsverhandlungen gescheitert: In Spanien drohen Neuwahlen. Der Standard, 15. Juli 2019, abgerufen am selben Tage.
  17. Anabel Díez/Javier Casquiro: Pedro Sánchez pierde la primera votación de su investidura. In: El País. 23. Juli 2019, abgerufen am 23. Juli 2019 (spanisch).
  18. Comunicado de la Casa de S.M. el Rey tras la audiencia a la presidenta del Congreso de los Diputados, quien le ha trasladado oficialmente el resultado del debate de investidura. In: Webseite des spanischen Königshauses. 26. Juli 2019, abgerufen am 31. Juli 2019 (spanisch).
  19. El Pais: La investidura de Pedro Sánchez fracasa y se activa la cuenta atrás para nuevas elecciones, 25. Juli 2019 (spanisch)