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Die Sopwith F.1 Camel ist ein Doppeldecker und gilt als das erfolgreichste britische Jagdflugzeug des Ersten Weltkrieges. Sie wurde von der Sopwith Aviation Company entwickelt und gebaut. Mit ihr gelang alliierten Piloten der Abschuss von 1294 Flugzeugen der Mittelmächte.

Sopwith Camel
Sopwith F.1 Camel
Sopwith F.1 Camel
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland:

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Hersteller: Sopwith Aviation Company
Erstflug: Dezember 1916
Stückzahl: 5490
Sopwith 2F.1 (Marineversion)

Inhaltsverzeichnis

EntwicklungBearbeiten

Die Camel war eine größere und schwerere Weiterentwicklung der Sopwith Pup. Die offizielle Bezeichnung lautete Sopwith Biplane F.1; den Spitznamen Camel bekam das Flugzeug wegen der höckerartigen Verkleidungen der beiden Maschinengewehre. Zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt wurde aus dem Spitznamen die offizielle Bezeichnung.

Erstflug war im Dezember 1916.[1]

Insgesamt wurden 5490 Stück dieses Flugzeuges hergestellt, von denen einige noch heute existieren.

KonstruktionBearbeiten

Der Rumpf war in Holzbauweise ausgeführt. Die Beplankung bestand im vorderen Bereich aus Metall, während der Bereich bis hinter dem Cockpit mit Sperrholz beplankt war. Der restliche Rumpf besaß eine Stoffbespannung.

Das Flugzeug war ein einstieliger Doppeldecker. Die Tragflächen waren in Holzbauweise mit Stoffbespannung ausgeführt und besaßen zwei Holme. Alle Tragflächen waren mit Querrudern ausgestattet.

Das Leitwerk war in verspannter Normalbauweise konstruiert. Als Material wurde ebenfalls Holz verwendet. Die Bespannung bestand aus Stoff.

Das Flugzeug besaß ein starres Fahrwerk mit durchgehender Achse und einen Hecksporn.

EinsatzBearbeiten

Die Konzentration der Massen (Triebwerk, Pilot, Bewaffnung und Treibstoff) um den Schwerpunkt ließ ein extrem wendiges Flugzeug entstehen – zumindest wenn es mit der Rotationsrichtung des Umlaufmotors rechtsherum flog. Nicht alle Piloten kamen damit zurecht; das Muster galt als sehr schwierig zu fliegen, und die Verluste bei der Ausbildung waren höher als die Kampfverluste.

Am 19. Juli 1918 starteten von dem ersten Flugzeugträger HMS Furious sieben mit Bomben beladene Camel zum Angriff auf die deutschen Luftschiffhallen in Tondern. Bei dem Angriff wurden die Luftschiffe L 54 und L 60 samt ihren Hallen zerstört. Dies war der erste Luftangriff durch Trägerflugzeuge in der Geschichte.

Mit der Camel verbunden bleibt der Name des kanadischen Fliegerasses Major William George Barker, der insgesamt 52 Abschüsse erzielte. 44 gelangen ihm in der Camel mit der Seriennummer B6313, die meisten davon in Italien im Kampf gegen Österreich-Ungarn. Damit war B6313 das erfolgreichste Einzelflugzeug des Ersten Weltkrieges.

LeistungsvergleichBearbeiten

Leistungsvergleich von Jagdeinsitzern im Fronteinsatz zum Ende des Ersten Weltkriegs:

Name Staat Erstflug Indienst­stellung Motor­leistung max. Ge­schwin­digkeit Start­masse Be­waff­nung (MG) Gipfel­höhe Stück­zahl
Albatros D.III Deutsches Reich  Deutsches Reich 1916-08-01 1917-01-15 170 PS 165 km/h 886 kg 2 5.500 m 1352
S.E.5a Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich 1916-11-22 1917-03-15 200 PS 222 km/h 880 kg 2 5.185 m 5205
Sopwith Camel Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich 1916-12-31 1917-06-15 130 PS 185 km/h 659 kg 2 5.791 m 5490
Sopwith Dolphin Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich 1917-03-23 1918-02-15 200 PS 211 km/h 890 kg 2 6.100 m 2072
Albatros D.Va Deutsches Reich  Deutsches Reich 1917-04-15 1917-07-15 185 PS 187 km/h 937 kg 2 6.250 m 2562
Pfalz D.IIIa Deutsches Reich  Deutsches Reich 1917-04-15 1917-08-15 180 PS 181 km/h 834 kg 2 6.000 m 750
SPAD S.XIII Dritte Französische Republik  Frankreich 1917-04-30 1917-05-31 220 PS 222 km/h 820 kg 2 6.650 m 8472
Nieuport 28 Dritte Französische Republik  Frankreich 1917-06-14 1918-03-15 160 PS 195 km/h 740 kg 2 5.200 m 300
Fokker Dr.I Deutsches Reich  Deutsches Reich 1917-07-05 1917-09-01 130 PS 160 km/h 585 kg 2 6.500 m 420
Sopwith Snipe Vereinigtes Konigreich 1801  Vereinigtes Königreich 1917-10-31 1918-08-30 230 PS 195 km/h 955 kg 2 6.100 m 497
L.F.G. Roland D.VIa Deutsches Reich  Deutsches Reich 1917-11-30 1918-05-15 160 PS 190 km/h 820 kg 2 5.500 m 353
Siemens-Schuckert D.IV Deutsches Reich  Deutsches Reich 1917-12-31 1918-08-15 160 PS 190 km/h 735 kg 2 8.000 m 123
Fokker D.VII Deutsches Reich  Deutsches Reich 1918-01-24 1918-04-15 180 PS 189 km/h 910 kg 2 6.000 m 800
Fokker D.VIIF Deutsches Reich  Deutsches Reich 1918-01-24 1918-04-15 226 PS 205 km/h 910 kg 2 7.000 m 200
Pfalz D.VIII Deutsches Reich  Deutsches Reich 1918-01-24 1918-09-15 160 PS 190 km/h 740 kg 2 7.500 m 120
Pfalz D.XII Deutsches Reich  Deutsches Reich 1918-03-31 1918-07-15 160 PS 180 km/h 902 kg 2 5.640 m 750
Fokker D.VIII Deutsches Reich  Deutsches Reich 1918-05-31 1918-07-31 110 PS 204 km/h 605 kg 2 6.300 m 289

Technische DatenBearbeiten

 
Dreiseitenansicht Sopwith F.1
 
9-Zylinder-Umlaufmotor Clerget 9 B
  • Länge: 5,72 m
  • Höhe: 2,59 m
  • Spannweite: 8,53 m
  • Flügelfläche: 21,45 m²
  • Leermasse: 421 kg
  • max. Startmasse: 659 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
  • max. Reichweite: 230 km
  • Dienstgipfelhöhe: 5791 m
  • Motor: Umlaufmotor Clerget 9 B mit 130 PS (95,6 kW)
  • Besatzung: 1
  • Bewaffnung:
    • zwei synchronisierte 7,7-mm-Vicker-MG (F.1)-, oder
    • zwei 7,7-mm-Lewis-MGs auf dem Oberflügel (2F.1, siehe Bild)
    • bis zu vier 11,3-kg-Bomben

TriviaBearbeiten

Die Sopwith Camel spielt in der Comic-Serie Die Peanuts eine Rolle. Der Hund Snoopy verwendet sein Hundehaus als Sopwith Camel und bestreitet im Ersten Weltkrieg Luftkämpfe gegen den Roten Baron.

Die Sopwith Camel wird mehrfach im Buch Percy Jackson – Der Fluch des Titanen von Rick Riordan erwähnt.

Die Sopwith Camel wurde im Microsoft Flight Simulator 3.0 gewürdigt.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Melvyn Hiscock: Fokker, Sopwith & Co. HEEL Verlag, Königswinter 1995, ISBN 3-89365-426-7.
  • Scale Aircraft Drawings. Volume 1: World War I. Air Age Inc., Wilton, CT 1986, ISBN 0-911295-02-X.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Robert Jackson: Britain’s Greatest Aircraft. Pen and Sword, Barnsley 2007, ISBN 1-84415-600-1., Seite 2