Sophie Marceau

französische Schauspielerin

Sophie Marceau [sɔˈfi maʁˈso] (* 17. November 1966 als Sophie Danièle Sylvie Maupu in Paris) ist eine französische Schauspielerin. Bekannt geworden ist sie als Teenager in den Filmen La Boum – Die Fete (1980) und La Boum 2 – Die Fete geht weiter (1982). Später konnte sie sich mit anspruchsvollen Filmen wie Abstieg zur Hölle und reiferen Rollen wie in LOL (Laughing Out Loud) etablieren.

Sophie Marceau (2015)

LebenBearbeiten

PrivatlebenBearbeiten

 
Sophie Marceau mit Christopher Lambert (2012)

Sophie Marceau ist das zweite Kind der Verkäuferin Simone Morisset († 2016[1]) und des Kraftfahrers Benoît Maupu. Im Restaurant ihrer Eltern, die sich scheiden ließen, als sie neun Jahre alt war, half sie gelegentlich aus.

Marceau führte 17 Jahre lang eine Beziehung mit dem polnischen Regisseur Andrzej Żuławski. Ihr gemeinsamer Sohn wurde 1995 geboren. Aus ihrer Beziehung mit dem Produzenten Jim Lemley stammt ihre 2002 geborene Tochter. Ab 2007 war Marceau mit dem Schauspieler Christopher Lambert liiert. Sie heirateten 2012 und trennten sich im Juli 2014.[2]

KarriereBearbeiten

 
Sophie Marceau (1996)

Marceau wurde im Alter von 14 Jahren mit der Teenager-Komödie La Boum – Die Fete (1980) in Frankreich und zahlreichen europäischen Ländern über Nacht zum Star. Die Fortsetzung La Boum 2 – Die Fete geht weiter (1982) steigerte ihren Bekanntheitsgrad noch. Für ihre Darstellung erhielt sie 1983 den Filmpreis César in der Kategorie Beste Nachwuchsschauspielerin. Um nicht auf die Rolle des unschuldigen Teenagers festgelegt zu bleiben, kaufte sich die damals 16-Jährige für eine Million Francs aus dem Vertrag mit Gaumont, der sie zu einer weiteren Fortsetzung von La Boum verpflichtet hätte.[3]

Mit 17 spielte Marceau mit Gérard Depardieu und Catherine Deneuve in Fort Saganne (1984) und drehte noch im selben Jahr mit Jean-Paul Belmondo die Komödie Fröhliche Ostern. In den folgenden Jahren stellte sie unter der Regie von Andrzej Żuławski ihre schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis, so in Liebe und Gewalt (1985), Meine Nächte sind schöner als deine Tage (1989), Blue Note (1991) und Die Treue der Frauen (2000).

Irritierend auf das breite Publikum wirkte ihre Rolle in dem Film Abstieg zur Hölle (1986): Claude Brasseur spielte dort den alkoholkranken Ehemann der inzwischen 19-jährigen Marceau, nachdem er in den beiden La-Boum-Filmen noch ihren Vater dargestellt hatte. Zudem sorgten die freizügigen Erotikszenen für einen Skandal in Frankreich. Der internationale Durchbruch gelang Marceau dann als Prinzessin Isabelle in Mel Gibsons Schottenepos Braveheart (1995). Es folgten 1999 Ein Sommernachtstraum und James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug, in dem sie die Gegenspielerin Bonds Elektra King verkörperte.

Zu Beginn der 1990er Jahre versuchte sich Marceau in Paris auch als Theaterschauspielerin. Für ihre Rolle der Eurydice in Jean Anouilhs gleichnamigem Theaterstück wurde sie 1991 als beste Nachwuchsschauspielerin mit dem Molière-Preis ausgezeichnet.

1995 schrieb Marceau die semi-autobiografische Erzählung Menteuse (Lügnerin) und versuchte sich auch als Regisseurin. Ihr Debüt mit Parlez-moi d’amour wurde 2002 auf dem World Film Festival in Montreal als beste Regiearbeit ausgezeichnet. 2012 wurde sie als Vorbild für die Büste des französischen Nationalsymbols Marianne ausgewählt.[4]

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

TheaterBearbeiten

  • 1991: Eurydice (Théâtre de l’Œuvre, Rolle: Eurydice)
  • 1993: Pygmalion (Théâtre Hébertot, Rolle: Eliza Dolittle)
  • 2011: Une histoire d’âme (Une affaire d’âme/Föreställningar) von Ingmar Bergman (Théâtre du Rond-Point, Théâtre des Célestins, Théâtre national de Nice, Théâtre de Lorient, Théâtre du Jeu de Paume, Rolle: Viktoria)

BücherBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sophie Marceau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Anthony Verdot-Belaval: La mère de Sophie Marceau est décédée. In: Paris Match. 13. Januar 2017, abgerufen am 1. Februar 2017 (französisch).
  2. Sophie Marceau et Christophe Lambert : c'est fini ! In: Midi Libre. 11. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2014 (französisch).
  3. Janis L. Pallister, Ruth A. Hottell: Francophone Women Film Directors: A Guide. Fairleigh Dickinson Univ. Press 2005, ISBN 978-0-8386-4046-3, S. 262
  4. Schön, sexy und Frankreichs Nationalfigur. In: Stuttgarter Zeitung. 17. November 2016, abgerufen am 30. Dezember 2019.
  5. Tanja Beeskow: GOLDENE KAMERA 2000: Die Millennium-Gala. Abgerufen am 26. August 2020.