Sōmen

(Weitergeleitet von Somen)
Sōmen
Zubereitete Sōmen

Sōmen (japanisch 素麺, auch 索麺, koreanisch 소면 Somyeon) sind sehr feine, lange, runde weiße Fadennudeln aus Weizenmehl mit kurzer Kochzeit. Im Gegensatz zu den meisten anderen japanischen Nudelarten wird der Teig nicht ausgerollt und in Streifen geschnitten, sondern in die Länge gezogen.[1]

HerstellungBearbeiten

Der Teig besteht aus Weizenmehl, Salz und Wasser, die genaue Rezeptur wird je nach Wetter bei der Produktion angepasst. Er wird geknetet, zu einer großen Scheibe ausgerollt und spiralförmig in ein langes, flaches Band geschnitten. Um ein Austrocknen des Teiges zu verhindern, wird er während den folgenden Schritten mehrmals mit Pflanzenöl, meist Baumwollsamenöl, eingestrichen. Der Nudelteig wird nun nach und nach länger gezogen und dabei zwischendurch immer wieder stehen gelassen um zu reifen und zu ruhen. Nun werden die Nudeln über Stäbe gehängt und noch dünner ausgezogen. Nach Erreichen der gewünschten Dicke werden die Sōmen getrocknet, auf die passende Länge geschnitten und in Bündel verpackt verkauft.[1]

GeschichteBearbeiten

Die Nudeln sollen zuerst in der Nara-Zeit (710–794), später während der Kamakura-Zeit (1185–1333) aus China nach Japan gebracht worden sein. Erst in der Edo-Zeit (1603–1868), als die Weizenproduktion zunahm, wurden sie mehr gegessen.[1]

ZubereitungBearbeiten

Wie Hiyamugi sind Sōmen eine Sommerspeise. Sie werden meist kalt gegessen und oft in Eiswasser schwimmend serviert. Dazu wird eine Sauce auf Sojasaucenbasis zum Eintunken der Nudeln serviert.[1]

 
Nyūmen mit Umeboshi

Gelegentlich werden Sōmen auch im Winter gegessen, dann heiß als Suppe mit Gemüse, Fisch und anderen Zutaten. Sie werden dann Nyūmen genannt.[1]

VariantenBearbeiten

 
Ume Sōmen

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sōmen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e f Alan Eaton Davidson: The Oxford Companion to Food. Hrsg.: Tom Jaine. 3. Auflage. Oxford University Press, New York 2014, ISBN 978-0-19-104072-6, Stichwort „somen“.