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Sofrino (russisch Софрино) ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Moskau, Russland. Sie gehört zum Rajon (Landkreis) Puschkino und hat 15.771 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Siedlung städtischen Typs
Sofrino
Софрино
Flagge
Flagge
Föderationskreis Zentralrussland
Oblast Moskau
Rajon Puschkino
Erste Erwähnung um 1632
Siedlung städtischen Typs seit 1958
Bevölkerung 15.771 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 150 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 495
Postleitzahl 141270
Kfz-Kennzeichen 50, 90, 150, 190, 750
OKATO 46 247 563
Website www.newsofrino.ru
Geographische Lage
Koordinaten 56° 8′ N, 37° 56′ OKoordinaten: 56° 8′ 0″ N, 37° 56′ 0″ O
Sofrino (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Sofrino (Oblast Moskau)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Moskau
Liste großer Siedlungen in Russland

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt rund 40 Kilometer nordöstlich von Moskau, 13 km nördlich des Rajonzentrums Puschkino sowie 22 km südwestlich der Großstadt Sergijew Possad.

Durch Sofrino verläuft die Transsibirische Eisenbahn auf dem Abschnitt zwischen Moskau und Jaroslawl mit einem ebenfalls Sofrino genannten Regionalbahnhof. Nördlich von diesem zweigt eine Stichstrecke in das rund 15 km entfernte Krasnoarmeisk ab. Außerdem kreuzen sich unmittelbar südöstlich von Sofrino die Fernstraße M8 (genannt „Jaroslawler Chaussee“) und die Ringstraße A107.

GeschichteBearbeiten

 
Bahnhof Sofrino

Sofrino wurde erstmals um das Jahr 1632 urkundlich erwähnt und hieß ursprünglich Safarino oder auch Soforino, was mutmaßlich vom Familiennamen Safarin (Сафарин) abstammt. Ab dem 18. Jahrhundert war der Ort als Adelssitz bekannt und gehörte abwechselnd mehreren dem Zarenhof nahen Geschlechtern. Da Sofrino auf dem viel befahrenen Weg zwischen Moskau und dem Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad lag, welches schon damals eine Pilgerstätte war, wurde es auch von Zaren und ihren Angehörigen mehrmals besucht.

Nachdem im frühen 20. Jahrhundert ab Sofrino ein Bahnabzweig nach Krasnoarmeisk entstand, wurde die Ortschaft zu einem Verkehrsknotenpunkt und es entstanden ab den 1920er-Jahren um den Bahnhof herum Wohnsiedlungen für Eisenbahnarbeiter. In der zweiten Jahrhunderthälfte wurden in Sofrino neue Wohnviertel nach dem Vorbild von Städten sowie ein erster Industriebetrieb erbaut. 1958 erhielt Sofrino den Status einer Siedlung städtischen Typs.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1959 6.729
1970 8.717
1979 8.407
1989 11.866
2002 15.481
2010 15.771

Anmerkung: Volkszählungsdaten

WirtschaftBearbeiten

Der wohl bekannteste Betrieb in Sofrino ist heute das „Kunst- und Herstellungsunternehmen Sofrino“, das zum Moskauer Patriarchat der Russisch-Orthodoxen Kirche gehört. In dessen Werkstätten werden Ikonen, Kerzen, Kerzenständer und andere Kirchenutensilien, aber auch gedrucktes Material wie orthodoxe Kirchenkalender hergestellt. Durch diese Produktion ist der Ortsname Sofrino in Russland auch überregional bekannt.

PersönlichkeitenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Zu den historischen Bauwerken Sofrinos gehören die aus dem Jahr 1691 stammende Smolensker Kirche sowie das Bahnhofsgebäude, das vom bekannten Architekten Alexei Schtschussew entworfen wurde. Außerdem befindet sich wenige Kilometer nördlich von Sofrino, nahe dem Eisenbahnhaltepunkt Aschukinskaja, das Museum Muranowo. Hierbei handelt es sich um ein ehemaliges Landgut mit einem 1842 erbauten Herrenhaus, in dem der Dichter Jewgeni Baratynski und später auch der Dichter Fjodor Tjuttschew wohnhaft waren.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

WeblinksBearbeiten