Slowenische Streitkräfte

Militär der Republik Slowenien

Die Slowenischen Streitkräfte (slowenisch: Slovenska vojska) unterstehen dem Verteidigungsministerium Sloweniens. Die für den Schutz der 46 Kilometer langen Adriaküste zuständige Marine und die Luftstreitkräfte sind keine selbständigen Teilstreitkräfte.

SlowenienSlowenien Slowenische Streitkräfte
Slovenska vojska
Slowenische Streitkräfte
Führung
Oberbefehlshaber: Präsident
Borut Pahor
Militärischer Befehlshaber: Generalmajorin
Alenka Ermenc
Sitz des Hauptquartiers: Ljubljana
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 7.500 (2016)[1]
Reservisten: 8.300[1]
Wehrpflicht: Keine[2]
Wehrtaugliche Bevölkerung: 775.000[1]
Wehrtauglichkeitsalter: 17[3]
Haushalt
Militärbudget: 790 Mio. $[1]
Anteil am Bruttoinlandsprodukt: 1,5 % (2009)[4]
Geschichte
Gründung: 1991

GeschichteBearbeiten

Beim 10-Tage-Krieg in Slowenien standen 1991 etwa 30.000 (Angaben des Stabes) bis 35.200 (Angaben der NATO) Mann der Jugoslawischen Volksarmee rund 26.000 (Angaben der NATO) bis 30.000 (Angaben des Generalstabes der slowenischen Territorialverteidigung (Teritorijalna Obramba – TO)) gegenüber. Diese wurden vom neuen Staat Slowenien vor allen Dingen aus Verbänden der früheren jugoslawischen Territorialverteidigung Sloweniens und der Polizei rekrutiert. 30 % der Gesamtstärke der RV i PVO (jugoslawische Luftwaffe) und in einigen Einheiten bis zu 76 % der Piloten waren slowenischer Abstammung. Etwa 200 Mann der RV i PVO entschieden sich dazu, noch vor dem Ende des Konflikts die Seite zu wechseln.[5]

Die Territorialverteidigung konnte erfolgreich die jugoslawische Bundesarmee abwehren und wurde die Keimzelle der 1993 gegründeten slowenischen Armee. Seit 1994 nahm das Land am NATO-Programm Partnerschaft für den Frieden teil. Seit 2004 ist Slowenien NATO-Mitglied, in einer Volksabstimmung im März 2003 stimmten 63 Prozent der Wähler für den Beitritt. Die Verteidigungsstärke soll von 47.000 Mann im Jahre 2001 auf 14.000 (Aktiv und Reserve) bis zum Jahr 2010 reduziert werden.

Nur in Kriegszeiten wird der militärische Rang eines „Generals“ vergeben. Die derzeitige Chefin des Generalstabs, Alenka Ermenc, trägt aktuell den Rang eines Generalmajors.

HierarchieBearbeiten

Dem Generalstab unterstehen unmittelbar das Streitkräftekommando, die Gardeeinheit und die Rekrutierungsabteilung[6]. Dem Streitkräftekommando unterstehen das Doktrin-, Entwicklungs- und Ausbildungskommando, das Aufklärungs- und Nachrichtenbataillon und die Spezialeinheit Specialne Sile. Es führt die Brigaden des Heeres (8.750 Soldaten), die Luftstreitkräfte (250 Soldaten) und die Seekomponente (47 Soldaten) direkt.

AusrüstungBearbeiten

HandwaffenBearbeiten

 
Ein slowenischer Soldat mit einem FN F2000 Sturmgewehr während einer Übung
Bezeichnung Bild Herkunft Kaliber Anmerkungen
Pistolen
Beretta 92 FS   Italien  Italien 9 × 19 mm
Sturmgewehre
FN F2000 S   Belgien  Belgien 5,56 × 45 mm NATO
Maschinengewehre
FN Minimi   Belgien  Belgien 5,56 × 45 mm NATO Leichtes Maschinengewehr
FN MAG   Belgien  Belgien 7,62 × 51 mm NATO Mittleres Maschinengewehr
FN M2HB QCB   Belgien  Belgien 12,7 × 99 mm NATO Schweres Maschinengewehr
Scharfschützengewehre
PGM Ultima Ratio   Frankreich  Frankreich 7,62 × 51 mm NATO
PGM Précision 338   Frankreich  Frankreich 8,6 × 70 mm
PGM Hécate II   Frankreich  Frankreich 12,7 × 99 mm NATO Anti-Materiel Rifle
Granatwerfer
FN LG1   Belgien  Belgien 40 × 46 mm HR Unterlauf-Grantwerfer
HK GMW   Deutschland  Deutschland 40 × 53 mm HR Maschinengranatwerfer
Panzerabwehrwaffen
RGW 90   Deutschland  Deutschland 90 mm reaktive Panzerbüchse
Spike ML/MR   Israel  Israel Panzerabwehrlenkwaffe

LandfahrzeugeBearbeiten

 
Slowenische M-84 während eines Manövers 2015
 
Slowenischer Schützenpanzer vom Typ Valuk

SchiffeBearbeiten

  • 1 Super Dvora Mk2 Patrouillenboot
  • 1 Triglav Patrouillenboot (russischer Typ: „Svetlyak“)[7]

LuftfahrzeugeBearbeiten

Stand Ende 2019[8]

Luftfahrzeug Herkunft Bilder Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Flugzeuge
Let L-410 Tschechien  Tschechien   Transport 1
Pilatus PC-6 Schweiz  Schweiz   Transport 2
Pilatus PC-9 Schweiz  Schweiz   Schulflugzeug 9
Zlín Z-143 Tschechien  Tschechien   Schulflugzeug 2
Zlín Z-242 Tschechien  Tschechien   Schulflugzeug 8
Hubschrauber
Bell 412 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten   Leichter Mehrzweckhubschrauber 8
Eurocopter AS 532 Frankreich  Frankreich   Transporthubschrauber AS 532AL Cougar 4
Bell 206 Vereinigte Staaten  Vereinigte Staaten   Schulungshubschrauber 4

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Marjan Malesic, Ljubica Jelušič, Maja Garb, Janja Vuga, Erik Kopac, Jelena Juvan: Small, but Smart?. The Structural and Functional Professionalization of the Slovenian Armed Forces (= Militär und Sozialwissenschaften. Bd. 49). Nomos, Baden-Baden 2015, ISBN 978-3-8487-2067-5.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Slowenische Streitkräfte – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Slovenia Military Strength. Current military capabilities and available firepower for 2016 detailed Globalfirepower, zuletzt gesehen am 6. Januar 2017
  2. Information der Slowenischen Botschaft zur Wehrpflicht (abgerufen am 6. Februar 2009)
  3. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/si.html#Military
  4. „Financial and Economic Data Relating to NATO Defence“, Press Release Communique PR/CP(2009)009, NATO Public Diplomacy Division, 19. Februar 2009 (PDF, 128kB)
  5. Brigadier Janez J. Svajncer: War for Slovenia 1991. Slovenska vojska, May 2001 + Slovenian Government + Nato Statistics 1991.
  6. Länderinformation des österr. Verteidigungsministeriums
  7. Slowenische Streitkräfte - Weblink: http://www.slovenskavojska.si/oborozitev-in-oprema/mornariska-oprema-in-plovila/vecnamenska-ladja-triglav-11/#c2129. Triglav 11.
  8. World Air Force 2020. Flight International, 10. Dezember 2019, abgerufen am 16. Januar 2019 (englisch).