Slack (Software)

webbasierter Instant-Messaging-Dienst

Slack ist ein webbasierter Instant-Messaging-Dienst des US-amerikanischen Unternehmens Slack Technologies zur Kommunikation innerhalb von Arbeitsgruppen (Groupware). Slack Technologies wurde 2009 in Vancouver, Kanada gegründet. Der Firmensitz wurde später nach San Francisco verlegt.

Slack

Logo von Slack
Basisdaten

Maintainer Stewart Butterfield, Eric Costello, Cal Henderson, and Serguei Mourachov[1]
Entwickler Slack Technologies
Erscheinungsjahr 2013
Aktuelle Version Android 20.12.10[2]

iOS 20.12.10[3]
Windows 4.12.0[4]
macOS 4.12.0[5]
Linux 4.12.0 (Beta)[6]

Betriebssystem Android, iOS, Windows, macOS, Linux, Windows Phone,[7] Commodore 64[8]
Programmiersprache JavaScript
Kategorie Kollaborationssoftware

Kommunikationssoftware

Lizenz Proprietäre Software
www.slack.com

Mit Slack können Nachrichten ausgetauscht werden, und das Chatten mit Einzelpersonen oder in einer Gruppe wird ermöglicht.

Die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten ist nur möglich, wenn man bei weiteren externen Diensten wie Dropbox, Google Drive oder GitHub ein Konto und eine aktivierte Anmeldung hat.[9] Direkt innerhalb von Slack ist eine gemeinsame Dokumentenbearbeitung (nativ) nicht möglich.

Zusätzlich zur Webanwendung gibt es Clients für die Betriebssysteme Windows, macOS, Linux, Android und iOS.

Entwicklung und VermarktungBearbeiten

Slack ist in einer Version mit begrenzten Funktionen kostenlos nutzbar und darüber hinaus über ein monatliches Entgelt je Benutzer ab 8 US-Dollar.[10] Nach Unternehmensangaben nutzten 2014 täglich 750.000 Arbeitsgruppen Slack.[11] Anfang 2016 waren es bereits 2,3 Millionen Nutzer, davon 675.000 zahlende Kunden.[12] 2019 verzeichnete das Unternehmen täglich mehr als zehn Millionen aktive Nutzer.[13] Für Non-Profit-Organisationen existieren ermäßigte und zum Teil kostenlose Preismodelle.[14]

Zu den Gründern von Slack gehört Stewart Butterfield, der auch den Bilderdienst Flickr ins Leben rief.

Der Name „Slack“ ist ein Backronym; es bedeutet „Searchable Log of All Conversation and Knowledge“.[15]
„Slack“ bedeutet in der Projektverwaltung Pufferzeit, Zeitreserve.

In den Jahren 2014 und 2015 wurden mehrere hundert Millionen US-Dollar in Slack investiert. Daraus erwuchsen Schätzungen für den Wert von Slack von über zwei Milliarden Dollar.[11] Anfang 2016 wollte Microsoft-Vorstandsmitglied Qi Lu Medienberichten zufolge Slack für acht Milliarden Dollar übernehmen. Die Übernahme wurde aber von Microsoft-CEO Satya Nadella und Microsoft-Aufsichtsratsvorsitzenden („chairman of the board“) Bill Gates gestoppt.[12] Microsoft veröffentlichte im Oktober 2016 seine konkurrierende Plattform Microsoft Teams, die ähnliche Funktionen bietet. Im Dezember 2016 wurde offiziell bekannt, dass Slack mit Google Cloud eine strategische Zusammenarbeit eingeht. Diese bezieht sich auf gemeinsam entwickelte Software-Funktionalitäten und eine tiefere Integration in verschiedene Google-Dienste, zum Beispiel einen Google-Drive-Bot, der Kommentare und Anfragen für den Zugang zu Drive-Dokumenten auf Slack postet.[16] 2019 wurde bekannt, dass Slack die Direktplatzierung von Aktien an der New Yorker Börse vorbereitet. Laut Bloomberg liege der Firmenwert nach der Finanzierungsrunde im August 2018 bei über sieben Milliarden Dollar. Nach 40 Millionen Dollar Verlust im Jahr 2017 schrieb Slack 2018 einen Verlust von knapp 139 Millionen Dollar.[17] Der Börsengang erfolgte am 20. Juni 2019 unter dem Kürzel „WORK“.

Am 11. Februar 2020 wurde bekannt, dass das amerikanische IT-Unternehmen IBM Slack für alle seine über 300.000 Mitarbeiter einführen möchte.[18] Kurz danach wurde ebenfalls bekannt, dass das amerikanische Technologieunternehmen Uber für seine knapp 40.000 Mitarbeiter auch Slack verwenden wird. Der Aktienkurs von Slack stieg nach der Ankündigung um 4 Prozent.[19]

Am 1. Dezember 2020 gab Salesforce.com die geplante Übernahme von Slack für 27,7 Milliarden US-Dollar bekannt.[20][21]

Organisatorische BeschreibungBearbeiten

Slack ist als kollaborative Software konzipiert und entspricht damit der Definition von Groupware. Die Kernfunktionen sind wie ein Chatprogramm organisiert: Diskussionen werden in offene und geschlossene Kanäle (Channels) gegliedert oder über private und Gruppennachrichten direkt zwischen den Mitgliedern einer Arbeitsgruppe (Workspace) geführt. Dies führt zu starken, teilweise unübersichtlichen Verzweigungen im Diskussionsverlauf.

Innerhalb der Kanäle können Threads genutzt werden, um unübersichtliche Verzweigungen im Diskussionsverlauf abzuschwächen. Beiträge können mit Reaktionen in Form von vorgegebenen und frei konfigurierbaren Emojis gekennzeichnet werden, um ein Stimmungsbild einzuholen. Verschiedene Workspaces können über geteilte Kanäle verbunden werden, um die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitsgruppen oder den Kontakt mit Kunden zu verfeinern.[22]

Eine lückenlose Diskussionsverfolgung ist nur möglich, wenn der Anwender entweder in ständiger Bereitschaft jede Statusänderung liest oder aber – zum frei gewählten Zeitpunkt – sämtliche Diskussionsverflechtungen kontrolliert und wiederholt durchliest. Eine übersichtliche Anzeige aller Änderungen zwischen zwei frei gewählten Zeitpunkten ist nicht möglich. Ebenso fehlen andere elementare Verwaltungswerkzeuge, wie man sie von anderen Kollaborationswerkzeugen kennt – Versionierung, Rechteverwaltung, Aktivitätsstatus u.v.m.

Slack ist auf die Darstellung von Fließtext optimiert. Es bestehen begrenzte Möglichkeiten für die Schriftauszeichnung; diese umfasst Fettdruck, Kursivschrift, Text durchstreichen, Zitate, Inline-Code und Listen.[23]

Informationsquellen außerhalb Slacks werden als kleines Symbol oder Link dargestellt, bei einigen Diensten wie externen Videos oder Beiträgen in sozialen Netzwerken wird eine Vorschau generiert. Eine native Einbindung ist nicht möglich. Die Suchfunktion ist selektiv eingestellt und sucht nur innerhalb der Chattexte – angemeldete Personen können über die Suche nicht gefunden werden.

Personen können Benachrichtigungen pausieren, sie werden dann über Neuigkeiten nicht mehr aktiv informiert und werden für andere Nutzer mit Bitte nicht stören gekennzeichnet. Sendet man eine private Nachricht an eine Person, die Benachrichtigungen pausiert hat, wird man auf die Pausierung hingewiesen und kann für dringende Fälle entscheiden, dennoch eine Benachrichtigung zu veranlassen.[24]

Eine Abmeldung ist theoretisch möglich, wird aber vom System nicht registriert. D.h., Personen, die an eine abgemeldeten Person Nachrichten schicken, erhalten keinerlei Statusmeldung über die Abmeldung.

Bis zur erfolgreichen Anmeldung kann der Nutzer die Tracking- und Analysetools von Slack nicht deaktivieren, mit deren Hilfe Slack personengebundene Daten erhebt und an Dritte weiterleitet.[25][26]
Danach könnte er ohne diese Tools weiterarbeiten. Allerdings beschränken sich die Basisfunktionen von Slack auf die Angebote eines Messengerdienstes. Erst durch die Einbindung mehrerer externer Dienste kann Slack in der beabsichtigten Form (als kollaboratives Werkzeug) benutzt werden. Die Einbindung dieser externen Dienste benötigt die Zustimmung des Nutzers zur Analyse und zum Tracking durch die externen Dienste.

Da die meisten kollaborativen Leistungen von Slack nicht ohne diese Zustimmung genutzt werden können, kann der Nutzer von Slack nur zwischen einer deutlichen Einschränkung oder der Zustimmung zu Tracking- und Analysetools wählen.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Greg Kumparak: Slack’s Co-Founders Take Home The Crunchie For Founder Of The Year. In: TechCrunch. 5. Februar 2015, abgerufen am 13. Juni 2016 (englisch).
  2. Android-VersionIn: Slack.com. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  3. iOS-VersionIn: Apple.com. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  4. Windows-VersionIn: Slack.com. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  5. macOS-VersionIn: Apple.com. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  6. Linux-VersionIn: Slack.com. Abgerufen am 2. Januar 2021.
  7. Slack: Slack apps for computers, phones & tablets. Archiviert vom Original am 3. April 2015. Abgerufen am 19. April 2015.
  8. Jeffrey Harris: Slack client for Commodore 64. Abgerufen am 29. November 2016.
  9. Liste von Internet-Diensten, die sich per Link in Slack integrieren lassen auf der Seite von Slack.com
  10. Preisübersicht auf Slack.com Stand: August 2015
  11. a b Bericht auf dem Internetwirtschafts-Portal T3n.de vom 23. April 2014 (Abruf: 10. August 2015)
  12. a b Jon Russell, Ingrid Lunden: Source: Microsoft mulled an $8 billion bid for Slack, will focus on Skype instead. In: TechCrunch.com. 4. März 2016, abgerufen am 9. März 2016 (englisch).
  13. Eigenangabe Slack. 7. Februar 2019, abgerufen am 25. Februar 2019 (amerikanisches Englisch).
  14. Slack für Non-Profit-Organisationen. In: Slack.com. Abgerufen am 12. September 2020.
  15. Business Insider, abgerufen am 29. September 2016
  16. Jörn Brien: Gemeinsam gegen Microsoft und Facebook: Slack kooperiert enger mit Google. t3n. 7. Dezember 2016. Abgerufen am 23. Dezember 2016.
  17. Messaging-Dienst Slack will per Direktplatzierung an die Börse. heise.de 27. März 2019.
  18. Unternehmens-Chat: IBM will Slack für über 300.000 Mitarbeiter verwenden. In: Golem.de. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  19. Slack gewinnt mit Uber Abnehmer von 38.000 Lizenzen. In: t3n. Abgerufen am 27. Februar 2020.
  20. Salesforce Signs Definitive Agreement to Acquire Slack. In: Salesforce.com. 1. Dezember 2020, abgerufen am 1. Dezember 2020 (amerikanisches Englisch).
  21. Nick Statt: Salesforce is acquiring workplace chat app Slack for $27.7 billion. In: The Verge. 1. Dezember 2020, abgerufen am 2. Dezember 2020 (englisch).
  22. Geteilte Channels in einem Workspace erstellen (Beta). In: Slack.com. Abgerufen am 12. September 2020.
  23. Nachrichten formatieren. In: Slack.com. Abgerufen am 12. September 2020.
  24. Benachrichtigungen pausieren mit „Bitte nicht stören“. In: Slack.com. Abgerufen am 12. September 2020.
  25. Slack-Datenschutzrichtlinien
  26. Slack-Vertragsbedingungen