Sittersdorf

Gemeinde in Österreich

[[Vorlage:Bilderwunsch/code!/C:46.544444444444,14.605833333333!/D:typische Gesamtansicht der Gemeinde Sittersdorf
Žitara vas!/|BW]]

Sittersdorf
Žitara vas
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sittersdorf Žitara vas
Sittersdorf (Österreich)
Sittersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Völkermarkt
Kfz-Kennzeichen: VK
Fläche: 44,95 km²
Koordinaten: 46° 33′ N, 14° 36′ OKoordinaten: 46° 32′ 40″ N, 14° 36′ 21″ O
Höhe: 500 m ü. A.
Einwohner: 1.961 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 9133
Vorwahl: 04237
Gemeindekennziffer: 2 08 15
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Sittersdorf 100a
9133 Sittersdorf
Website: www.sittersdorf.at
Politik
Bürgermeister: Gerhard Koller (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(15 Mitglieder)
7
3
3
2
Insgesamt 15 Sitze
  • SPÖ: 7
  • Wutte: 3
  • BGM: 3
  • REGI: 2
Lage von Sittersdorf
Žitara vas im Bezirk Völkermarkt
BleiburgDiexEberndorfEisenkappel-VellachFeistritz ob BleiburgGallizienGlobasnitzGriffenNeuhausRudenSankt Kanzian am Klopeiner SeeSittersdorfVölkermarktKärntenLage der Gemeinde Sittersdorf im Bezirk Völkermarkt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sittersdorf (slowenisch Žitara vas) ist eine im Bezirk Völkermarkt in Kärnten gelegene zweisprachige Gemeinde mit 1961 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021).

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde Sittersdorf liegt am südlichen Rand des Jaunfelds und den nördlichen Ausläufern der Karawanken. Der Hauptort Sittersdorf ist ungefähr zehn Kilometer Luftlinie von der österreichisch-slowenischen Staatsgrenze entfernt. Das Gemeindegebiet wird von der Vellach und dem Suchabach durchflossen. Die größten stehenden Gewässer sind der Gösselsdorfer See und der künstlich geschaffene Sonnegger See.

GemeindegliederungBearbeiten

Sittersdorf besteht aus vielen, teilweise unzusammenhängenden Ortsteilen. Neben dem alten Hauptort Sittersdorf erschließen vor allem die Siedlungen Sielach und Weinberg die Gemeinde.

Sittersdorf ist in die sechs Katastralgemeinden Goritschach (Goriče), Altendorf (Stara vas), Sonnegg (Ženek), Sittersdorf (Žitara vas), Rückersdorf (Rikarja vas) und Proboi (Proboj) gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 27 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2021[1]):

  • Altendorf (Stara vas) (82)
  • Blasnitzenberg (Plaznica) (17)
  • Dullach (Dule) (12)
  • Goritschach (Goriče) (153)
  • Hart (Dobrava) (19)
  • Homelitschach (Homeliše) (4)
  • Jerischach (Jeriše) (64)
  • Kleinzapfen (Malpače) (70)
  • Kristendorf (Kršna vas) (50)
  • Miklauzhof (Miklavčevo) (92)
  • Müllnern (Mlinče) (112) samt Vellach
  • Obernarrach (Zgornje Vinare) (93)
  • Pfannsdorf (Banja vas) (79)
  • Pogerschitzen (Pogrče) (27)
  • Polena (Polane) (38)
  • Proboj (Proboj) (123)
  • Rain (Breg) (19) samt Hanschitz
  • Rückersdorf (Rikarja vas) (161)
  • Sagerberg (Zagorje) (34)
  • Sielach (Sele) (180)
  • Sittersdorf (Žitara vas) (170)
  • Sonnegg (Ženek) (29)
  • Tichoja (Tihoja) (37)
  • Weinberg (Vinogradi) (268)
  • Wigasnitz (Vijasce) (5)
  • Winkel (18)
  • Wrießnitz (Breznica) (5)

NachbargemeindenBearbeiten

Sankt Kanzian am Klopeiner See Eberndorf Eberndorf
Gallizien   Globasnitz
Eisenkappel-Vellach

GeschichteBearbeiten

 
Gemeindeamt Sittersdorf
 
Miklauzhof

Die Kirche der heiligen Helena in Sittersdorf wurde 1154 erstmals urkundlich erwähnt. Auf der im 13. Jahrhundert von Heunburger Ministerialen errichteten Burg Sonnegg (urkundlich 1267 erstmals erwähnt) war im Mittelalter das herzogliche Landgericht für das Jauntal untergebracht. Das Wappen der Herren von Sonnegg, der Adlerflügel, findet sich noch heute im Gemeindewappen. Sie besaßen die Burg bis in das 16. Jahrhundert, anschließend besaß und erweiterte die Familie Ungnad das Bauwerk, das schließlich 1639 in den Besitz der Orsini-Rosenberg gelangte.

Über die zweite, südlich von St. Philippen gelegene Burg im Gemeindegebiet von Sittersdorf am Hügel Gradiše ist fast nichts mehr in Erfahrung zu bringen. Es gibt jedoch einen Bericht von Stephan Singer aus dem Jahre 1938, aus welchem hervorgeht, dass am Burgberg Mauerreste einer Burg vorhanden sind. Die Vermutung lautet, dass dies die Burg „Juno“ oder „Kristendorf“ gewesen ist.

Ab der frühen Neuzeit war Sittersdorf für seinen Weinbau bekannt, Sittersdorfer Wein soll sogar an den Hof des spanischen Königs Karl III. gelangt sein. Auf Anraten des österreichischen Gesandten in Spanien, Fürst Franz von Rosenberg, bei Magen- und Verdauungsproblemen den roten Sittersdorfer „Gesundwein“ zu probieren, der seinen Charakter erst durch den Herbstreif erhält, habe sich der König zwei „Lagl“ davon über Triest nach Madrid liefern lassen.[2] Der Anbau des Sittersdorfer „Rötels“ wird, wenn auch in geringem Umfang, bis in die Gegenwart betrieben.

Die 1850 gegründete Ortsgemeinde Sittersdorf wurde 1865 in die Gemeinde Eberndorf eingegliedert, verselbständigte sich aber sechs Jahre später wieder. Im Jahr 1944 wurde das Gemeindegebiet um die Katastralgemeinden Rückersdorf (als Ortsgemeinde aufgelöst) und Proboi erweitert und 1973 um Teile der Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach vergrößert.

Die alte Volksschule wurde abgetragen und durch eine neue ersetzt, auch sozialer Wohnbau und ein zweisprachiger Kindergarten entstanden.

BevölkerungBearbeiten

Nach der Volkszählung 2001 hatte die Gemeinde Sittersdorf 2122 Einwohner, davon waren 98 % österreichische Staatsbürger. Rund zwanzig Prozent gehörten der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 93,2 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 1,1 %, ohne religiöses Bekenntnis waren 3,7 %.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Acoustic Lakeside Festival am Sonnegger See (www.acousticlakeside.com)
  • Pfarrkirche Hl. Helena in Sittersdorf
  • Burgruine Sonnegg
  • Schloss Sonnegg
  • Landjugend Sittersdorf
  • Blumen-Erlebnis-Park Sonnegger See
  • Slowenischer Kulturverein SPD Trta
  • Männergesangsverein MGV Sittersdorf
  • Sportverein SVS Sittersdorf
  • Sportverein SF Rückersdorf

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Der wichtigste Erwerbszweig im Gemeindegebiet ist nach wie vor die Landwirtschaft, auch wenn der (Seen-)Tourismus seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen hat.

Durch das Gemeindegebiet führt in nord-südlicher Richtung die Seeberg Straße B 82, von der in Sittersdorf die Bleiburger Straße B 81 nach Osten abzweigt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat seit 2001 nur noch 15 Mitglieder, davor 19.

Partei 2021[3] 2015[4] 2009[4]
% Mandate % Mandate % Mandate
SPÖ 43,14 7 45,33 9 49,07 10
WUTTE 22,27 3 25,02 5
BGM 21,19 3
REGI 13,41 2
AFS 29,66 5
ÖVP 16,02 3
EL 12,43 2
BZÖ 21,01 4
EVA 1,47 0

BürgermeisterBearbeiten

Direkt gewählter Bürgermeister ist Gerhard Koller (SPÖ).[5]

 
Grabplatte des Freiherrn Sonnegg am Stadtturm von Völkermarkt

WappenBearbeiten

Das Wappen von Sittersdorf hat folgende Blasonierung: „Gespaltener Schild, vorn in Rot eine silberne Weintraube, hinten in Gold ein schwarzer Adlerflügel schwebend.“[6] Anlass für die Übernahme der Traube in das Wappen war die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Wappenverleihung (1961) Sittersdorf die einzige Gemeinde Kärntens war, in der noch in nennenswertem Umfang Weinbau betrieben wurde (Sittersdorfer „Rötel“). Der Adlerflügel ist dem Siegel der Herren von Sonnegg übernommen, wie es an einer Urkunde aus dem Jahr 1344 angebracht wurde; dieses Geschlecht, das sich nach der Burg nannte, ist als deren Besitzer von 1296 bis in das 16. Jahrhundert nachweisbar.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 28. April 1961 verliehen. Die Gemeindefahne ist Rot-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Mit der Gemeinde verbundene PersönlichkeitenBearbeiten

  • Friedrich Seifriz (1849–1912), österreichischer Politiker, Gutsbesitzer, Abgeordneter zum Reichstag und Bürgermeister von Sittersdorf, lebte in Miklauzhof.

WeblinksBearbeiten

Commons: Sittersdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2021 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2021), (xlsx)
  2. Kronenzeitung, Kärntner Krone, 1. März 2010, S. 8
  3. Gemeinderatswahl 28.Februar 2021. Land Kärnten, abgerufen am 7. September 2021.
  4. a b Gemeinderatswahl 1.März 2015. Land Kärnten, abgerufen am 7. September 2021.
  5. Politik. Gemeinde Sittersdorf, abgerufen am 7. September 2021.
  6. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 264