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Sitten ist ein Ortsteil der Stadt Leisnig im Landkreis Mittelsachsen. 1964 hatte der Ort 398 Einwohner.[1] 1937 wurden Clennen und Doberquitz eingemeindet, 1973 wurde er nach Bockelwitz eingemeindet, 2012 ging er mit diesem nach Leisnig.

Sitten
Stadt Leisnig
Koordinaten: 51° 12′ 17″ N, 12° 56′ 1″ O
Eingemeindung: 1. Juni 1973
Eingemeindet nach: Bockelwitz
Postleitzahl: 04703
Vorwahl: 034321
Karte
Lage von Sitten im Gebiet der Stadt Leisnig
Sitten, Kirche um 1840 (Sachsens Kirchengalerie)

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

1213 wird einmalig ein Theodericus Camerarius de Sytin als Zeuge für den Burggrafen von Leisnig genannt.[2] Das legt die Existenz eines Herrensitzes nahe.[3][4]

1215 wird bei der Bestätigung der Übertragung der Parochie Leisnig an das Kloster Buch durch den Bischof von Meißen eine capella in Sitin als Zubehör der Ausstattung der Leisniger Kirche genannt.[5]

1445 wird in der Ehrbaren Mannschaft der Kurfürsten von Sachsen Dietrich von Kötteritzsch zu Sitten mit zwei Pferden „in grossen schulden und unrate“ geführt.[6] 1548 nennt das Amtserbbuch von Leisnig zu Sitten „Dieser Ort steht denen von Kötteritzsch zu Sitten unmittelbar mit Ober- und Erbgerichten zu.“[7]

Bei Kamprad[8] sind Einzelheiten über die Besitzer angegeben. Weiteres findet sich auch im Album der Rittergüter.[9] Bei Kamprad findet man außerdem die Pfarrer und Lehrer von Sitten bis 1750,[8] desgleichen in der Sächsischen Kirchengalerie.[10]

Der Ort hat eine eigene Pfarrkirche. Der Zeitpunkt der Abtrennung von der Kirche in Leisnig ist nicht bekannt. Um 1500 stand das Patronat denen von Kötteritzsch zu.

LiteraturBearbeiten

  • Jens Kunze: Das Amt Leisnig im 15. Jahrhundert. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86583-027-2, S. 370–371.
  • Cornelius Gurlitt: Sitten. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 214.
  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II. Deutscher Kunstverlag, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 79.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Sitten (Leisnig) im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 181. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 2. Die Forschung ist sich in der Bewertung des Camerarius nicht einig.
  3. Susanne Baudisch: Burgen und Herrensitze in Nordwestsachsen. Teil 1, Burgen und Herrensitze. Druck- und Verlagshaus Katzbach, Regis-Breitingen 1996, ISBN 3-930044-05-6, S. 54.
  4. Susanne Baudisch: Lokaler Adel in Nordwestsachsen. Geschichte und Politik in Sachsen, Band 10. Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1999, ISBN 3-412-02599-2, S. 179–181, 184.
  5. Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 193. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 4.
  6. Die Ehrbare Mannschaft hatte Ritterdienste zu leisten, Jens Kunze: Das Amt Leisnig im 15. Jahrhundert. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86583-027-2, S. 43,., weiter zu Kötteritzsch S. 61–62.
  7. Sitten im Repertorium Saxonicum des ISGV, Amtserbbuch ….
  8. a b Johann Kamprad: Leisnigker Chronika von 1753. Abschrift im Auftrag des Leisniger Geschichts- und Heimatvereins. Leisnig 2013, ISBN 978-3-00-043035-0, S. 303–306.
  9. Sitten. nach der Natur neu aufgenommen von F. Heise … Mit historisch-statistisch bearb. Text. In: Gustav Poenicke (Hrsg.): Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Teil: 1. Leipziger Kreis, S. 16 im Anhang (digital.slub-dresden.de – um 1860).
  10. Hermann Schmidt (Hrsg.): Sachsens Kirchengalerie. Die Inspektionen Nossen, Leisnig, Döbeln und Wurzen. Fünfter Band, Sechste Abtheilung. Hermann Schmidt, Dresden, S. 43–48 (um 1840).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sitten (Leisnig) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien