Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Siri Hustvedt

US-amerikanische Schriftstellerin
Siri Hustvedt (2014)

Siri Hustvedt [ˈsɪɹɪ ˈhʊstvət] (* 19. Februar 1955 in Northfield, Minnesota) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Hustvedt ist die älteste von vier Töchtern von Lloyd Hustvedt (1922–2004), einem Professor für norwegische und amerikanische Geschichte, und der in Norwegen geborenen Ester Vegan. Siri Hustvedt wuchs zweisprachig auf. Seit sie vierzehn Jahre alt war, wollte sie Schriftstellerin werden und schrieb schon während ihrer Highschool-Zeit Gedichte. Sie studierte Englische Literatur und machte 1986 ihren PhD an der Columbia University.

1982 heiratete sie den Schriftsteller Paul Auster, den sie ein Jahr zuvor kennengelernt hatte. Das Paar lebt in Brooklyn nahe dem Prospect Park, zeitweise mit ihrer 1987 geborenen Tochter Sophie und Austers Sohn aus erster Ehe. Ihr erstes, 1981 erschienenes Buch (Reading to You, dt. Ich lese Dir vor (2012)) enthält eine Auswahl bereits während ihres Studiums geschriebener Gedichte. Erst in großem zeitlichen Abstand, bedingt durch die Geburt ihrer Tochter und die aufwendige Gliederung des Stoffes, erschien 1993 ihr Roman Die unsichtbare Frau.[1] Hustvedts bekannteste Romane sind Die Verzauberung der Lily Dahl (1997) und Was ich liebte (2003).

Nach dem Roman Die Leiden eines Amerikaners (2008) erschien im Januar 2010 Die zitternde Frau. Eine Geschichte meiner Nerven.[2] Darin berichtet sie von einem Zittern, das sich in ihrem Körper bemerkbar gemacht hat, als sie einen Vortrag gehalten hat. Sie hat sich darangemacht, die Ursache für das Zittern zu finden. In dem Buch referiert sie die Thesen aus Neurologie und Psychologie, an die sie bei dieser Ursachenforschung geraten ist.[3]

Hustvedt veröffentlicht mittlerweile auch neurowissenschaftliche Artikel und unterrichtet in New York Ärzte in Narrativer Psychiatrie.[4][5]

Den Titel für ihren Roman Die gleißende Welt (2015) hat sie von Margaret Cavendish übernommen, deren gleichnamiger Roman eine Inspiration für das künstlerische Schaffen ihrer Hauptfigur Harriet Burden darstellt.[6]

Im Essay Die Illusion der Gewissheit (2018) geht Hustvedt der philosophischen Frage der Trennung von Geist und Gehirn nach. Beeinflusst durch ihr intensives Eigenstudium der Neurowissenschaften stellt sie fest, dass Psychiatrie und Neurowissenschaften mit einem Dualismus zwischen dem Leiblichen und dem Geistigen des Menschen unterlegt sind, den es ihrer Ansicht nach in dieser Trennschärfe nicht gibt. Sie kritisiert die starke Tendenz zu Kategorisierung der Naturwissenschaften und bemängelt zugleich deren Unschärfe zum Beispiel bei der Definition des Genoms.[7]

WerkeBearbeiten

 
Siri Hustvedt signierend (2011)

WeblinksBearbeiten

Datenbanken
  Commons: Siri Hustvedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Siri Hustvedt – Zitate
Inhaltliches

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Interview mit Siri Hustvedt in der Literaturzeitschrift Am Erker (1993)
  2. Deutschlandfunk - Büchermarkt - "Ich bin die zitternde Frau"
  3. Elisabeth von Thadden: Warum zittere ich? - Siri Hustvedt erforscht die Medizingeschichte am eigenen Leibe. In: Die Zeit. 28. Januar 2010, Nr. 5, S. 45.
  4. Körper und Geist sind untrennbar verbunden, deutschlandfunkkultur.de, 14. Mai 2018, abgerufen am 26. Mai 2018
  5. Rationalität und Sinnlichkeit. SZ.de, 18. Mai 2018, abgerufen am 26. Mai 2018
  6. Kritik bei Popshot.over-blog.de zu Die gleißende Welt, erstellt am 20. Mai 2015, abgerufen am 21. Mai 2015.
  7. Essay "Die Illusion der Gewissheit" von Siri Hustvedt - Körper und Geist sind untrennbar verbunden. In: Deutschlandfunk Kultur. (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 16. Mai 2018]).