Silvia Müller

deutsche Autorin und Pornodarstellerin

Silvia Müller (* 26. April 1965 als Silvia Hantke; † 27. Januar 2016 in Duisburg;[1] Pseudonym als Schriftstellerin Silvia K.) war ein Opfer sexueller Gewalt, das seine Geschichte in einem Buch verarbeitet hat.

LebenBearbeiten

Silvia K. stammte aus Duisburg und wurde als 16-Jährige am 10. Februar 1982 entführt und bis zum 23. Mai 1983 für 15 Monate von dem Ehepaar Engelbrecht[2] in einem Keller in Kamp-Lintfort gefangengehalten, vergewaltigt und gefoltert.[3]

Die Großeltern, bei denen Silvia damals wohnte, gaben zwar eine Vermisstenanzeige auf, aber da Silvia seit ihrer Kindheit als schwierig galt, wurde nicht mit sonderlichem Nachdruck nach ihr gesucht. Nach 15 Monaten ließen die Engelbrechts sie entkommen.[4]

Nach ihrer Befreiung wurde die Geschichte in diversen Medien, vor allem in der Bild-Zeitung und im Stern, detailliert dokumentiert und war für mehrere Wochen Gesprächsthema in der deutschen Öffentlichkeit. Die Eheleute Engelbrecht wurden vor Gericht gestellt; der Mann erhängte sich in der Untersuchungshaft, die Frau wurde zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Im Prozess wurden Silvia Müller 120.000 DM Schmerzensgeld zugesprochen.

Silvia K. heiratete und nahm den Namen Müller an. Drogenprobleme und Geldmangel führten dazu, dass ihr Ehemann sie dazu überreden konnte, in einem Film mitzuwirken, in dem die Gefangenschaft nachgespielt wurde. So entstand der pornografische Film „Sexsklavin Silvia“, der im ersten Teil aus einem Interview besteht, in dem Silvia K. ausführlich über ihre Erlebnisse berichtet und diverse Narben, Verstümmelungen (u. a im Genitalbereich) und Tätowierungen (u. a. wurde ihr eine Brustwarze samt Warzenhof dunkelblau tätowiert) zeigt, die ihr in der Gefangenschaft beigebracht wurden. Später drehte sie mehrere reguläre Pornofilme bei DBM, wobei sie regelmäßig besonders extreme Sexualpraktiken anwendete. Nach einigen Filmen hörte sie auf zu drehen und zog sich ins bürgerliche Leben zurück.

Zuletzt war sie Hausfrau und Mutter. Sie hatte zwei Kinder, die zeitweise in einem Heim untergebracht waren. Müller war zuletzt schwer krank. Bei einer Auseinandersetzung mit einem Junkie erlitt sie einen Trümmerbruch, 2013 musste ihr Bein amputiert werden. Ihr letzter Lebensgefährte Wolfgang fand Silvia am 27. Januar 2016 tot auf dem Sofa ihrer Wohnung. Die Todesursache war unklar, die Polizei fand jedoch keine Anzeichen für ein Verbrechen. Nach Aussage ihres Lebensgefährten litt Silvia unter einer starken Medikamenten-Abhängigkeit.

1994 schrieb Silvia Müller als Silvia K. ein Buch über ihre Erlebnisse.

Als Pornodarstellerin wirkte sie unter dem Pseudonym Silvia H.[5]

PublikationBearbeiten

FilmeBearbeiten

  • Sklavin Silvia – 466 Tage im Keller
  • Sexsklavin Silvia in Action – Part 2
  • Jetsex – Dinos Blue Movie
  • Silvia's Secrets – Dinos Blue Movie

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Meldung Bildzeitung Online
  2. Gerhard Mauz: „Ich habe nichts als meine Pflicht getan“. In: Der Spiegel. Nr. 11, 1985, S. 103–112 (online11. März 1985).
  3. Roggenkamp, Violaː Wie aus dem Menschen Silvia Hantke die „Sex-Sklavin“ Silvia wurde, inː EMMA 1985 Heft: 2, 18-23 S, sieh hier
  4. „Brutale Folter im Keller“ N24 online
  5. Silvia auf der European Girls Adult Film Database