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Siegstrecke

Bahnstrecke zwischen Köln und Siegen entlang der Sieg
Köln–Siegen
Strecke der Siegstrecke
Streckennummer (DB):2651 (Köln-Deutz–Betzdorf)
2880 (Betzdorf–Siegen)
2621 (Köln-Deutz–Steinstr., S-Bahn)
Kursbuchstrecke (DB):460
Streckenlänge:100 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:(bis Troisdorf) 160 km/h
(ab Troisdorf) 120 km/h
(abschnittsweise) 140 km/h
Zweigleisigkeit:Köln Messe/Deutz–Blankenberg (Sieg)
Merten (Sieg)–Schladern (Sieg)
Rosbach (Sieg)–Siegen
Bundesländer (D): Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz
Betriebsstellen und Strecken[1]
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Strecken von Bonn, von Aachen, von Neuss
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Köln Hbf
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Hohenzollernbrücke
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0,0 Köln Messe/Deutz von Köln-Mülheim
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Strecke nach Köln-Mülheim
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Köln Posthof (Abzw)
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S-Bahnstrecke nach Köln-Mülheim
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1,2 Köln Gummersbacher Str. (Abzw)
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1,9 Köln Trimbornstr.
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Güterstrecke von der Südbrücke
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Verbindung von der Südbrücke zur Siegstrecke
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2,2 Köln-Kalk (ehem. PV)
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Güterstrecke nach Köln-Kalk Nord
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Güterstrecke Gremberg–Köln-Kalk Nord
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Verbindungsstrecke von Köln-Kalk Nord
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3,9 Vingst (Abzw)
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4,5 Köln Flughafen NW (Abzw)
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Köln Flughafen NO (Abzw)
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Aggertalbahn, Flughafenschleife (S-Bahn)
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Flughafenschleife (Fernverkehr)
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6,1 Köln Airport Businesspark
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8,0 Köln Steinstr.
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Umgehungsstrecke von der Südbrücke
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7,8 Köln Steinstr. Abzw (heute Beginn SFS)
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Güterstrecke von Gremberg
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Gremberg Süd (Abzw)
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9,6 Porz (Rhein) Hp
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9,6 Porz (Rhein)
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Flughafenschleife (Fernverkehr)
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Flughafenschleife (S-Bahn)
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12,4 Porz-Wahn
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Porz-Wahn Süd (Abzw)
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A 59
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16,9 Spich
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Kleinbahn Siegburg–Zündorf
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Tunnel Troisdorf (627 m)
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18,0 Troisdorf Vorbf
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18,4 Troisdorf Nord (Abzw)
BSicon S+BHF.svgBSicon tSTRe.svgBSicon S+BHF.svg
19,7 Troisdorf
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Rechte Rheinstrecke (urspr. Streckenführung)
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Agger
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24,3 Siegburg/Bonn
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ehem. Bahnstrecke Siegburg–Olpe
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Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
   
30,8 Hennef (Sieg)
S-Bahnhalt…
32,7 Hennef Im Siegbogen
S-Bahnhof
35,3 Blankenberg (Sieg)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (drei Querungen)
S-Bahnhalt…
38,4 Merten (Sieg)
Tunnel
Tunnel Merten (235 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
   
43,0 Eitorf
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
   
49,8 Herchen
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Tunnel
Tunnel Herchen (370 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Tunnel
Hoppengarten-Tunnel (130 m)
S-Bahnhalt…
55,0 Dattenfeld (Sieg) (zuvor Bahnhof)
   
58,3 Schladern (Sieg)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Tunnel
Tunnel Mauel (238 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
S-Bahnhalt…
60,1 Rosbach (Sieg)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (zwei Querungen)
   
Oberwesterwaldbahn von Altenkirchen
   
64,8 Au (Sieg)
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Sieg und Landesgrenze NRW/RLP
  (zwei Querungen)
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66,5 Opperzau (bis Mai 1994)
   
Landesgrenze NRW/RLP
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Haltepunkt, Haltestelle
67,3 Etzbach
   
67,1 Awanst Krages
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (zwei Querungen)
   
69,9 Wissen Kautex (Anst)
   
ehem. Wissertalbahn von Hermesdorf
Bahnhof, Station
71,3 Wissen (Sieg)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (zwei Querungen)
Tunnel
Schönsteiner Tunnel (344 m)
   
73,7 Kleehahn (aufgelassen)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Bahnhof, Station
75,3 Niederhövels
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Tunnel
Staader Tunnel (224 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Mühleberg-Tunnel (32 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Bahnhof, Station
79,7 Scheuerfeld (Sieg)
   
Westerwaldbahn von Bindweide
Bahnhof, Station
83,0
123,1
Betzdorf (Sieg) (Keilbahnhof)
   
nach Haiger und nach Daaden
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
   
121,2 Schwelbel (aufgelassen)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Bahnhof, Station
120,7 Kirchen
   
ehem. Asdorftalbahn / Biggetalbahn
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (zwei Querungen)
Tunnel
Freusburger Tunnel (127 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Haltepunkt, Haltestelle
118,6 Freusburg Siedlung
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (zwei Querungen)
Tunnel
Büdenholzer Tunnel (232 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg (zwei Querungen)
Tunnel
Brachbacher Tunnel (232 m)
Bahnhof, Station
115,1 Brachbach
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Haltepunkt, Haltestelle
114,1 Mudersbach
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Bahnhof, Station
112,5 Niederschelden
   
Sieg und Landesgrenze RLP/NRW
Haltepunkt, Haltestelle
111,8 Niederschelden Nord
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Tunnel
Niederscheldener Tunnel (350 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Haltepunkt, Haltestelle
110,6 Eiserfeld (Sieg)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
Bahnhof, Station
106,2 Siegen Hbf
Brücke über Wasserlauf (groß)
Sieg
   
zur Dillstrecke nach Gießen
Strecke – geradeaus
Ruhr-Sieg-Strecke nach Hagen

Die Siegstrecke ist eine rund 100 Kilometer lange, zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn von Köln nach Siegen. Beide Endbahnhöfe liegen im Bundesland Nordrhein-Westfalen, rund 28 Kilometer verlaufen in Rheinland-Pfalz. Die Siegstrecke wurde ursprünglich als Teil der Deutz-Gießener Eisenbahn gebaut.

Inhaltsverzeichnis

VerlaufBearbeiten

Die Strecke führt ab dem Bahnhof Köln Messe/Deutz über Porz (Rhein), Troisdorf, Siegburg, Hennef (Sieg), Au (Sieg) und Betzdorf (Sieg) nach Siegen Hbf.

Zwischen Köln und Troisdorf nimmt sie dabei bis zur Abzweigstelle Steinstraße im Kölner Stadtbezirk Porz sämtlichen Regional- und Fernverkehr auf. An der Abzweigstelle Steinstraße wechseln die ICE-Züge höhengleich auf die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main. Direkt anschließend endet die getrennte S-Bahn-Strecke, so dass auf der Siegstrecke die Regional- und S-Bahn-Züge verbleiben. Parallel steht ab dort dem von Gremberg kommenden Güterverkehr bis Troisdorf ein eigenes Gleispaar zur Verfügung.

Im Bahnhof Troisdorf zweigt die Rechte Rheinstrecke ab. Im Bereich des Bahnhofs Siegburg/Bonn trennt sich die Siegstrecke von der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main und erreicht anschließend das namensgebende Siegtal. Im weiteren Verlauf folgt sie dem Fluss, wobei sie dessen Mäander mithilfe einer Vielzahl von Tunneln und Brücken durchschneidet. Charakteristisch ist dabei, dass infolge von Kriegsschäden zwei insgesamt fünf Kilometer lange Abschnitte nur eingleisig in Betrieb sind.

Im Bahnhof Au (Sieg) stößt das Gleis der Oberwesterwaldbahn aus Richtung Altenkirchen hinzu. Die folgenden Stationen von Etzbach über Betzdorf bis Niederschelden (Ortsteil Niederschelderhütte der Ortsgemeinde Mudersbach) liegen in Rheinland-Pfalz. In Betzdorf können Reisende zur Hellertalbahn und zur Daadetalbahn umsteigen. Mit dem Haltepunkt Niederschelden Nord werden das Land Nordrhein-Westfalen und der Stadtteil Niederschelden der Stadt Siegen erreicht.

BedienungsangebotBearbeiten

Die Bedienung der Siegstrecke im Schienenpersonennahverkehr erfolgt im Auftrag der drei regional zuständigen Aufgabenträger Zweckverband Nahverkehr Rheinland, ZV SPNV Rheinland-Pfalz Nord bzw. ZV Nahverkehr Westfalen-Lippe.

TarifeBearbeiten

Die Strecke führt durch drei Verkehrsverbünde mit unterschiedlichen Tarifen, je nach Start- und Zielort. Für Fahrten innerhalb der jeweiligen Streckenabschnitte gelten folgende Tarife:

Für verbundübergreifende Fahrten gibt es folgende Regelungen:

  • Bei einer Fahrt aus dem VRS in das Gebiet des VRM und umgekehrt gilt der Tarif des VRS (Beispiel: Betzdorf – Köln).
  • Für Fahrten aus dem Gebiet des Westfalentarifs in den VRM und umgekehrt gilt der Westfalentarif (Beispiel: Siegen – Betzdorf). Fahrkarten des Westfalentarifs werden ab/bis Wissen ausgegeben.
  • Mit Fahrscheinen des VRM kann bei Fahrten zwischen Altenkirchen und Betzdorf der im VRS-Gebiet liegende Abschnitt Geilhausen – Au der Westerwald-Sieg-Bahn durchfahren werden. Damit ist zwischen Zielen innerhalb des Landkreises Altenkirchen allein eine Fahrkarte des VRM erforderlich.
  • Für Fahrten aus dem VRS in das Gebiet des Westfalentarifs und umgekehrt gilt der NRW-Tarif. Im Sinne des NRW-Tarifes gilt dabei der Abschnitt des VRM im Landkreis Altenkirchen, also Etzbach bis Niederschelden, als Transitstrecke, die bei Fahrten zwischen Zielen in NRW zum NRW-Tarif befahren werden darf (Beispiel: Köln – Siegen). Niederschelden Nord ist entgegen dieser Regelung mit dem VRS-Tarif erreichbar.
  • Einzig für Fahrten Siegen – Etzbach findet kein Verbundtarif Anwendung, es gilt der Tarif der Deutschen Bahn.

Bei den Pauschalpreis-Fahrkarten des Regionalverkehrs gilt:

  • Das Schöner-Tag-Ticket NRW ‒ also das Länderticket für Nordrhein-Westfalen ‒ sowie das Schöne-Fahrt-Ticket NRW sind auf der gesamten Siegstrecke nutzbar, da im Landkreis Altenkirchen der NRW-Tarif als Übergangstarif zählt.
  • Das Rheinland-Pfalz-Ticket sowie das Rheinland-Pfalz-Ticket+LUX gelten auf dem Abschnitt Au – Siegen.
  • Das Schönes-Wochenende-Ticket und das Quer-durchs-Land-Ticket gelten als bundesweite Angebote auf der gesamten Siegstrecke.

GeschichteBearbeiten

EntstehungBearbeiten

Die heutige Siegstrecke besteht aus dem westlichen Teil der Deutz-Gießener Eisenbahn (DGE) bis Betzdorf sowie ihrer Zweigstrecke von Betzdorf nach Siegen. Die ursprüngliche DGE verlief über die Bahnstrecke Betzdorf–Haiger ab Betzdorf über Herdorf und Burbach (Kr Siegen) nach Haiger und von dort weiter über die Dillstrecke via Dillenburg nach Gießen. Durch die Inbetriebnahme der direkten Strecke zwischen Siegen und Haiger im Jahr 1915 verlagerte sich der Verkehr, Siegen wurde zum neuen Knotenpunkt.

Das Sieghochwasser 1909 beschädigte zahlreiche Brücken. Die Brücke in Herchen war so stark zerstört, dass sie von Grund auf neu gebaut werden musste. Im Jahr 1914 wurden zahlreiche Sonderzüge eingesetzt, um deutsche Truppen für den Ersten Weltkrieg in ihr Aufmarschgebiet, die Eifel, zu befördern.

Weitere JahreBearbeiten

 
1960: Personenzug aus Richtung Tunnel Herchen auf der Brücke über die Sieg

Bis in die Gegenwart wirken die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs 1945 nach, in denen zahlreiche Brücken über die Flüsse zerstört und in der Folge nur eingleisig wiederaufgebaut wurden. 1991 wurde für den S-Bahn-Betrieb im Abschnitt Troisdorf – Siegburg das zweite Gleis über die Agger wiederhergestellt. Nach wie vor gibt es aber zwischen Blankenberg und Merten (drei Kilometer) sowie Schladern und Rosbach (zwei Kilometer) eingleisige Streckenabschnitte. Im eingleisigen Abschnitt bei der Ortschaft Bülgenauel kam es am 18. Februar 1956 zu einem schweren Zugunglück, bei dem zwei Personen starben und 15 verletzt wurden. Der Zusammenstoß eines Güterzuges und eines Eilzuges wurde durch menschliches Versagen ausgelöst.

1962 wurde der erste Teil der Siegstrecke von Köln bis Troisdorf zusammen mit der rechten Rheinstrecke elektrifiziert, 1980 die übrige Siegstrecke ab Troisdorf. Im Jahr 1976 wurde der Dampflokbetrieb im Siegtal eingestellt. Erst im Jahr 1987 durften hier wieder Dampflokomotiven fahren. Der früher umfangreiche Güterverkehr ist stark zurückgegangen. Der Personenfernverkehr wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Deutschen Bundesbahn eingestellt. Für wenige Monate, vom 6. Juni bis zum 27. Oktober 2003, ließ das Unternehmen Connex über die Siegstrecke den Fernverkehrszug InterConnex von Köln über Siegen – Marburg – Kassel – Berlin nach Rostock fahren. Im Jahre 1990/1991 wurden im Siegtal Versuchsfahrten mit dem Intercity-Express durchgeführt.

S-Bahn-VerkehrBearbeiten

Im Rahmen der S-Bahn Köln fahren seit 1991 Züge der Linie S 12, die anfangs aus Loks der Baureihe 143 mit umgebauten Silberlingen bestanden, halbstündlich von Köln-Nippes über Köln Hbf nach Hennef (Sieg) und stündlich weiter nach Au (Sieg). Im Frühjahr 2004 wurden die Stationen entlang der S 12 durchgehend mit Hochbahnsteigen ausgestattet, teilweise mit neuen Zugangstunneln als Ersatz für schienengleiche Bahnsteigzugänge. In den Bahnhöfen Porz, Troisdorf, Hennef und Blankenberg entstanden zunächst Provisorien, Ende 2009 ging als letztes der neue Hochbahnsteig in Porz in Betrieb. Seit dem 13. Juni 2004 fährt die S 12 mit S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 423 von Düren über Köln alle zwanzig Minuten nach Hennef und stündlich weiter nach Au.

Ab Oktober 2010 wurde der neue Haltepunkt Hennef Im Siegbogen errichtet[2] und ging planmäßig im Dezember 2011 in Betrieb. Ebenfalls 2011 erhielten der Bahnhof Blankenberg einen zweiten Bahnsteig[3] und der Bahnhof Au (Sieg) gesonderte Stumpfgleise für S-Bahn und Regionalbahn.[4]

Beginnend im Dezember 2014 wurden zunehmend mehr Fahrten der bisherigen Linie S 13 über Troisdorf hinaus als Linie S 19 ins Siegtal verlängert. Diese zweite S-Bahn-Linie bietet in Ergänzung zur S 12 eine direkte Verbindung zum Flughafen Köln/Bonn. Sie verdoppelt mit Stand 2018 das Fahrtenangebot in der Hauptverkehrszeit auf 6 Züge pro Stunde bis Hennef, und im weiteren Verlauf bis Au auf 2 Züge pro Stunde. Hinzu kommen unverändert die Züge des Rhein-Sieg-Express', die zuvor aufgrund gestiegener Fahrgastzahlen der Nachfrage nicht mehr hatten gerecht werden können.

Die lediglich drei Bahnsteigkanten im Bahnhof Hennef bedeuten dabei einen betrieblichen Engpass. Einzelne Züge der Linie S 19 fahren daher weiter bis zum zweigleisigen Bahnhof Blankenberg, wo sie auf einem Hauptgleis wenden müssen, unterdessen jedoch den Haltepunkt Hennef Im Siegbogen besser anbinden. Der im Bahnhof Blankenberg beginnende eingleisige Streckenabschnitt bis zum Haltepunkt Merten ist seinerseits ein weiterer Engpass, so dass die bis Au fahrenden Züge zeitweise nicht in Blankenberg halten.

Für die zwischenzeitlich im Bahnhof Herchen wendenden Züge stattete DB Netze den knapp sieben Kilometer langen Streckenabschnitt nach Eitorf in Fahrtrichtung Köln mit einem zusätzlichen Blocksignal aus. Angekündigt für Dezember 2015, ging es zum kleinen Fahrplanwechsel am 12. Juni 2016 in Betrieb.[5] Nach der Verlängerung aller Fahrten der S 19 bis Au ist sein eigentlicher Zweck jedoch entfallen.

PlanungenBearbeiten

Rheinland-Pfalz-Takt 2015Bearbeiten

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 gestaltete der rheinland-pfälzische Aufgabenträger SPNV Nord im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Taktes 2015 den Schienenpersonennahverkehr im östlichen Teil der Strecke neu. Nach der Betriebsaufnahme des Dieselnetzes Eifel-Westerwald-Sieg durch die Hessische Landesbahn im Dezember 2014 änderten sich 2015 die Linienführungen der Regionalbahnen:

Züge der Oberwesterwald-Bahn RB 90 aus Limburg über Altenkirchen fahren nun über Au hinaus via Betzdorf nach Siegen, teilweise auch weiter bis Kreuztal. Außerdem beginnen die Fahrten der Rothaar-Bahn RB 93 über Kreuztal und Erndtebrück nach Bad Berleburg jetzt nicht mehr in Siegen, sondern bereits in Betzdorf.[6]

 
Bahnhof Betzdorf im März 2016: Gleise 105, 106 sowie (ganz rechts) ehemaliges Gleis 107 mit der Fußgänger­ver­bin­dung zur P+R-Anlage.

Im Mai 2015 hat DB Netze den Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Brachbach und Kirchen auf Höhe der ehemaligen Blockstelle Katzenbach mit zusätzlichen Blocksignalen ausgestattet, um eine dichtere Zugfolge zu ermöglichen.[7]

Im Zusammenhang mit dem neuen Betriebsprogramm wurde die Reaktivierung von Gleis 107 im Bahnhof Betzdorf angestoßen, welches 2003 stillgelegt worden war. Die Maßnahme wurde baulich vorbereitet, aber mehrmals verschoben und ist frühestens im Jahr 2019 zu erwarten.

Durchgehend zweigleisiger AusbauBearbeiten

 
S-Bahn-Triebzug der DB-Baureihe 423 auf dem eingleisigen Abschnitt bei Blankenberg

Für den zweigleisigen Ausbau der beiden Abschnitte zwischen Blankenberg und Merten sowie zwischen Schladern und Rosbach wurden im Jahr 2007 die Kosten auf 27 bzw. 37 Millionen Euro geschätzt.[8]

Im Rahmen der Integrierten Gesamtverkehrsplanung des Landes Nordrhein-Westfalen wurde 2005 die Ertüchtigung der Siegstrecke mit einem Kosten-Nutzen-Quotienten von −0,98[9] abgelehnt. Der Geschäftsführer des Zweckverband Nahverkehr Rheinland, Reinkober, hielt im Mai 2012 einen Ausbau der Siegstrecke zu einer durchgängigen Zweigleisigkeit auf Grund der hohen Kosten für kurzfristig unwahrscheinlich.[10] Die Politik im Kreis Altenkirchen setzte sich im Juni 2013 für die Aufnahme des Ausbaus in den Bundesverkehrswegeplan 2030 ein, auch unter Inkaufnahme eines erhöhten Güterverkehrs.[11]

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 umfasst unter dem Punkt Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf eine zusammengefasste Maßnahme „Korridor Mittelrhein: Zielnetz I“.[12] Diese beinhaltet u. a. den vollständigen zweigleisigen Ausbau zwischen Hennef und Au und die Herstellung des KV-Profil P/C 400 an allen Tunneln zwischen Au und Siegen. Nicht aufgeführt sind Ausbaumaßnahmen für eine Verbesserung der Verbindungsgleise in Siegen zur Dillstrecke sowie in Troisdorf zur Güterstrecke nach Gremberg.

Einen im Sommer 2017 dem Rat der Stadt Sankt Augustin vorgebrachten Wunsch nach einer neuen S-Bahn-Station im Stadtbezirk Buisdorf, zwischen Siegburg und Hennef, hat der Zweckverband Nahverkehr Rheinland zurückgewiesen. Dabei benannte er neben zu geringen erwartbaren Fahrgastzahlen als betriebliche Voraussetzung den „derzeit noch nicht absehbar[en]“ zweigleisigen Ausbau.[13][14]

Die Strecke ist mit Stand 2012 zwischen Köln und Troisdorf vollständig belegt. Zusätzliche Fahrplantrassen sind allenfalls für den Fernverkehr zwischen Köln Messe/Deutz und Köln Steinstraße konstruierbar.[15]

BildergalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Siegstrecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

NRWbahnarchiv von André Joost:

www.eisenbahn-tunnelportale.de von Lothar Brill:

weitere Belege:

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Julia Hohenadel: Ein zusätzlicher Stopp im Osten. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 5. Oktober 2010, archiviert vom Original am 13. Dezember 2010; abgerufen am 16. Oktober 2013.
  3. Blankenberg erhält neuen Bahnsteig. In: bahnaktuell.net. 4. Juli 2011, archiviert vom Original am 1. Dezember 2013; abgerufen am 1. Dezember 2013.
  4. Stephan Propach: Bahn baut eine neue „Wendeanlage“. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 11. August 2011, archiviert vom Original; abgerufen am 2. April 2014.
  5. Moebahn.de: NVR: Trassenanmeldungen Jahresfahrplan 2016. 5. März 2015, abgerufen am 30. September 2015.
  6. Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord: Vergabeentscheidung im Dieselnetz Eifel-Westerwald-Sieg. 31. Oktober 2010, archiviert vom Original am 1. Dezember 2013; abgerufen am 2. Dezember 2013.
  7. Inbetriebnahmen zum bzw. im Netzfahrplan 2015. In: fahrweg.dbnetze.com. S. 1, archiviert vom Original am 3. Dezember 2013; abgerufen am 28. November 2013 (PDF; 69 KiB).
  8. SMA und Partner AG (Hrsg.): Ausbauoptionen Siegstrecke. Zürich 2007. zitiert nach Jürgen Steinbrecher: Güterverkehrsstudie Dreiländereck Südwestfalen * Lahn-Dill * Altenkirchen. Juni 2011, S. 133, archiviert vom Original am 11. Mai 2013; abgerufen am 10. Januar 2016 (PDF; 9,1 MiB).
  9. Integrierte Gesamtverkehrsplanung des Landes Nordrhein-Westfalen. Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, 4. April 2006, S. 89, abgerufen am 9. November 2014 (PDF).
  10. Stefan Hennigfeld: Interview mit NVR-Chef Norbert Reinkober (Teil 3): Planungen für die nächsten Jahrzehnte. In: Eisenbahnjournal Zughalt.de. 18. Mai 2012, archiviert vom Original am 2. Januar 2013; abgerufen am 16. Oktober 2013.
  11. Kreis will Ausbau der Siegstrecke. In: Siegener Zeitung. Vorländer & Rothmaler GmbH & Co. KG, archiviert vom Original am 16. Oktober 2013; abgerufen am 19. April 2018.
  12. Bundesverkehrswegeplan 2030. S. 164, archiviert vom Original am 30. Dezember 2017; abgerufen am 11. Dezember 2016 (PDF, Projekt-Nr. 2-004-V03): „durchgehend 2 Gleise Blankenberg – Merten u. Schladern – Rosbach“
  13. Cordula Orphal: Sankt Augustiner Stadtteil Buisdorf träumt vom Bahnanschluss. In: Rhein-Sieg-Rundschau. M. DuMont Schauberg Expedition der Kölnischen Zeitung GmbH & Co. KG, 30. Mai 2017, archiviert vom Original; abgerufen am 19. April 2018.
  14. NVR lehnt Station in Buisdorf ab. Wohl kein weiterer Halt zwischen Siegburg und Hennef. In: Rhein-Sieg-Rundschau. M. DuMont Schauberg Expedition der Kölnischen Zeitung GmbH & Co. KG, 1. August 2017, archiviert vom Original; abgerufen am 19. April 2018.
  15. Knotenuntersuchung Köln „Version 1-00“. (Nicht mehr online verfügbar.) Nahverkehr Rheinland GmbH, SMA und Partner AG, 24. Januar 2012, S. 19, ehemals im Original; abgerufen am 30. Dezember 2017 (PDF, abgeleitete Kurzfassung).@1@2Vorlage:Toter Link/www.nahverkehr-rheinland.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)