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Siegfried „Sig“ Arno (eigentlich Siegfried Aron, ab 1940 auch Sig Arno; * 27. Dezember 1895 in Hamburg; † 17. August 1975 in Woodland Hills, Kalifornien) war ein deutscher Schauspieler, Komiker, Sänger und Tänzer.

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Leben und WirkenBearbeiten

 
Siegfried Arno (links) 1931 mit Kurt Gerron

Arno besuchte die Talmud Thora Realschule in Hamburg und absolvierte danach eine Ausbildung als Modezeichner an der Hamburger Kunstgewerbeschule. Er war Mitglied des Hamburger Theatervereins und hatte seine ersten Anstellungen am Stadttheater in Harburg und an der Oper. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er in Hamburg, Prag und ab 1921 in Berlin. Im selben Jahr hatte er sein Filmdebüt in Die rote Katze. Seit Mitte der 1920er Jahre war Arno ständig beim Film, hauptsächlich in Komödien tätig. Anfänglich stand ihm sein jüngerer Bruder Bruno Arno zur Seite.

Der große und schlaksige Arno mit einer ausgeprägten Nase bildete mehrfach ein Komikerduo mit dem korpulenten Kurt Gerron. In Georg Wilhelm Pabsts Die Liebe der Jeanne Ney und Die Büchse der Pandora spielte Arno kleine Nebenrollen als Detektiv bzw. Theaterinspizient.

Mit Beginn des Tonfilms gelang Arno Anfang der 1930er Jahre der Sprung zum Star einer Reihe Grotesk-Lustspiele: u. a. Die vom Rummelplatz, Moritz macht sein Glück, Der Storch streikt, Ein ausgekochter Junge, Keine Feier ohne Meyer, Um eine Nasenlänge und Der schönste Mann im Staate. Arno galt zu dem Zeitpunkt als „deutscher Chaplin“.

1933 emigrierte er aus dem nationalsozialistischen Deutschland und arbeitete an Kabaretts und Theatern in den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Italien, Spanien und Portugal. 1939 reiste er schließlich in die USA, wo er als Nebendarsteller Beschäftigung fand, z. B. in Wilhelm Dieterles Der Glöckner von Notre Dame (1939) und Komödien wie Der große Diktator (1940), In der Hölle ist der Teufel los (1941) und Abbott und Costello unter Kannibalen (1942). Seine bekannteste Rolle in Hollywood spielte er wahrscheinlich als Toto, der bizarre und gesprächige Verehrer von Mary Astor, in Preston Sturges' Screwball-Komödie Atemlos nach Florida (1942). Daneben verdingte er sich als Zeichner und Porträtmaler und arbeitete am Broadway, 1954 am Deutschen Theater New York. 1956 wurde Arno von Marcel Prawy nach Wien geholt und spielte dort an der Wiener Volksoper in dem Musical Wonderful Town von Leonard Bernstein an der Seite von Bruce Low und Olive Moorefield. Gastspiele führten ihn wieder ins Ausland, auch in die BRD, wo er 1966 das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film erhielt.

Arno war 1922 bis 1932 mit der Schauspielerin Lia Dahms verheiratet, 1934 bis 1953 mit Barbara Kiranoff, ab 1953 mit der österreichischen Schauspielerin Kitty Mattern. Sein Sohn Peter (Jahrgang 1926) aus der ersten Ehe wurde Kostüm- und Bühnenbildner.

Auszeichnungen in DeutschlandBearbeiten

  • 1966 Deutscher Filmpreis: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film

FilmografieBearbeiten

  • 1931: Schachmatt
  • 1931: Die große Attraktion
  • 1931: Der Stumme von Portici (Kurzspielfilm)
  • 1931: Das Geheimnis der roten Katze
  • 1931: Kabaretts-Programm Nr. 1 (Kurzspielfilm)
  • 1931: Kabaretts-Programm Nr. 2 (Kurzspielfilm)
  • 1931: Um eine Nasenlänge
  • 1931: Der Storch streikt. Siegfried der Matrose
  • 1931: Schützenfest in Schilda
  • 1931: Ein ausgekochter Junge
  • 1931: Keine Feier ohne Meyer
  • 1931: Die Nacht ohne Pause
  • 1931: Der schönste Mann im Staate
  • 1934: Gado Bravo
  • 1936: De roem van’t regiment (Regie)
  • 1939: Bridal Suite
  • 1939: The Star Maker
  • 1939: Der Glöckner von Notre Dame (The Hunchback of Notre Dame)
  • 1940: The Mummy’s Hand
  • 1940: Diamond Frontier
  • 1940: A Little Bit of Heaven
  • 1940: Dark Streets of Cairo
  • 1940: Der große Diktator (The Great Dictator)
  • 1941: This Thing Called Love
  • 1941: Passport to Heaven
  • 1941: Raiders of the Desert
  • 1941: The Gambling Daughters
  • 1941: Die ewige Eva (It Started with Eve)
  • 1941: Two Latins From Manhattan
  • 1941: Die Unvollendete (New Wine)
  • 1941: The Chocolate Soldier
  • 1941: In der Hölle ist der Teufel los! (Hellzapoppin’)
  • 1942: Two Yanks in Trinidad
  • 1942: Juke Box Jenny
  • 1942: I Married an Angel
  • 1942: Abbott und Costello unter Kannibalen (Pardon My Sarong)
  • 1942: Sechs Schicksale (Tales of Manhattan)
  • 1942: Atemlos nach Florida (The Palm Beach Story)
  • 1942: The Devil with Hitler
  • 1943: The Crystal Ball
  • 1943: Let’s Have Fun
  • 1943: Du Barry Was a Lady
  • 1943: Taxi, Mister
  • 1943: Passport to Suez
  • 1943: Larceny with Music
  • 1943: Die Stubenfee (His Butler’s Sister)
  • 1943: Thousands Cheer
  • 1944: Stehplatz im Bett (Standing Room Only)
  • 1944: Up in Arms
  • 1944: Showboat Serenade
  • 1944: And the Angels Sing
  • 1944: Song of the Open Road
  • 1945: I Was a Criminal
  • 1945: Bring on the Girls
  • 1945: Polonaise (A Song to Remember)
  • 1945: Roughely Speaking
  • 1946: One More Tomorrow
  • 1949: Holyday in Havanna
  • 1949: The Great Lover
  • 1950: Nancy Goes to Rio
  • 1950: Die Venus verliebt sich (Duchess of Idaho)
  • 1950: Der Fischer von Louisiana (The Toast of New Orleans!)
  • 1951: On Moonlight Bay
  • 1952: The Wedding (Fernsehserie Rebound)
  • 1952: Kurier nach Triest (Diplomatic Courier)
  • 1952–1954: My Friend Irma (Fernsehserie)
  • 1953: Fast Company
  • 1953: The Great Diamond Robbery
  • 1955: December Bridge (Fernsehserie)
  • 1956: Rosalinda (TV)
  • 1962: Wieder zurück: Siegfried Arno (Fernsehshow)

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Siegfried Arno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien