Siders

Gemeinde im Kanton Wallis, Schweiz
Siders
Wappen von Siders
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton WallisKanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Siders
BFS-Nr.: 6248i1f3f4
Postleitzahl: 3960 Sierre/Siders
3977 Granges
UN/LOCODE: CH SRR
Koordinaten: 607348 / 126736Koordinaten: 46° 17′ 31″ N, 7° 32′ 2″ O; CH1903: 607348 / 126736
Höhe: 533 m ü. M.
Höhenbereich: 496–1876 m ü. M.
Fläche: 19,13 km²
Einwohner: i16'801 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 878 Einw. pro km²
Website: www.sierre.ch
Siders im Abendlicht Im Hintergrund der Gorwetschgrat und die Ausläufer des Pfynwaldes, rechts der Taleingang ins Val d’Anniviers (deutsch: Eifischtal).

Siders im Abendlicht
Im Hintergrund der Gorwetschgrat und die Ausläufer des Pfynwaldes, rechts der Taleingang ins Val d’Anniviers (deutsch: Eifischtal).

Lage der Gemeinde
Lac de TseuzierLac de MoiryLac des DixKanton BernBezirk ContheyBezirk EntremontBezirk HérensBezirk HérensBezirk LeukBezirk SittenBezirk VispBezirk Westlich RaronAnniviersChalais VSChippisCrans-MontanaGrôneIcogneLens VSNoble-ContréeSaint-Léonard VSSidersKarte von Siders
Über dieses Bild
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Siders (französisch Sierre) ist eine Stadt im Kanton Wallis in der Schweiz. Sie ist der Hauptort des Bezirks Siders.

GeographieBearbeiten

Siders liegt im Rhonetal etwa auf halber Strecke zwischen Leuk und Grône. Der grösste Teil des Ortes liegt am Nordufer der Rhone. Am südlichen Ortsrand Siders liegt der Talausgang des Val d’Anniviers (deutsch: Eifischtal). Die aus dem Val d’Anniviers kommende Navisence mündet bei Siders in die Rhone. Die vom Hochplateau um die Gemeinde Montana kommende Mondereche durchfliesst Siders und mündet hier ebenfalls in die Rhone.

StadtbildBearbeiten

Die Altstadt von Siders befindet sich auf der Nordseite der Rhone und wird massgeblich durch sechs Hügel (Goubing, Pradegg, Colline du château Mercier, Géronde, Planzette und Colline de l’ancien Sierre) geprägt, die durch den Felssturz der Varneralp nach dem Rückzug des Rhonegletschers um 16'000 v. Chr. entstanden sind.

GeschichteBearbeiten

Auf den Hanglagen und den beschriebenen Hügeln finden sich vorzeitliche und antike Siedlungsspuren. Die Bedeutung von Siders gründet auf seine Lage an der Handelsstrasse zum Simplonpass und durch seine landwirtschaftliche Bedeutung, vor allem Weinanbau, ermöglicht durch komplexe Bewässerungssysteme (Suonen) ab dem Spätmittelalter.

 
Luftbild (1949)

Die Kapelle von Saint-Ginier gilt als eines der ältesten Gebäude (7. Jahrhundert). Das bedeutendste mittelalterliche Gebäude stellt die Ruine des Goubingturms von 1297 dar, die neben dem neuzeitlichen Schloss Mercier aus dem 19. Jahrhundert das Stadtbild prägt. Die im Tal gelegene Neustadt beherbergt das aus dem 15. Jahrhundert stammenden Schloss Vidôme, die St. Catherinenkirche (17. Jahrhundert) und das aus dem 19. Jahrhundert stammende Rathaus.

Der Bahnhof Siders ging im Jahr 1868 in Betrieb, als das Teilstück Sitten-Siders der Simplonbahn eröffnet wurde. 1911 nahm die Standseilbahn Sierre-Crans-Montana den Betrieb auf.

Das schwere Erdbeben im Wallis im Jahr 1946 beschädigte viele Häuser in Siders.

Im Jahre 1972 schlossen sich die bis dahin selbstständige Gemeinde Granges im Talboden der Rhone und die Stadt Siders zusammen. Siders kam dadurch zu einem Territorium, das weit westlich Richtung Genfersee reicht.

1996 erhielt die Stadt mit dem Bau des A9-Abschnittes Autoroute du Rhône Sitten–Siders den Anschluss an das schweizerische Autobahnnetz. Siders verfügt über zwei Autobahnauffahrten: Sierre-Ouest und das heutige Autobahnende Sierre-Est. Dazwischen liegt ein Tunnel, in dem sich am Abend des 13. März 2012 ein Busunglück mit 28 Todesopfern, darunter 22 Kindern, ereignete. Die Fortsetzung von Sierre-Est nach Visp und Brig ist im Bau.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1802 1850 1900 1950 2000 2010 2012 2014 2016
Einwohner 724 875 1833 7'161 (ohne Granges) 14'317 (mit Granges) 15527 15945 16547 16817

Die Stadt Siders zählt 16'801 Einwohner per 31. Dezember 2018. Sie liegt im französischsprachigen Mittelwallis an der Grenze zum deutschsprachigen Oberwallis. Mit seiner relativ grossen deutschsprachigen Minderheit gilt Siders als zweisprachige Stadt, weswegen beispielsweise der Bahnhof zweisprachig als «Sierre/Siders» benannt ist. Die Zweisprachigkeit von Siders hat allerdings keinen offiziellen Status wie beispielsweise bei Biel. Französisch ist die alleinige Amtssprache.

PolitikBearbeiten

11
9
18
16
6
11 18 16 
Insgesamt 60 Sitze

Sitzverteilung des Stadtparlaments (2021–2024)[2]

StadtparlamentBearbeiten

Der Siderser Generalrat (conseil géneral) ist die Legislative und besteht aus 60 Mitgliedern.

NationalratswahlenBearbeiten

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in der Gemeinde Siders: CVP 27,7 %, SP 21,0 %, FDP 20,2 %, SVP 13,8 %, Grüne 13,3 %, CSP 1,4 %.[3]

WirtschaftBearbeiten

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelangte Siders durch Aluminiumverhüttung, ermöglicht durch hydroelektrische Energie aus dem Val d’Anniviers, zu wirtschaftlicher Bedeutung. Die Aluminiumfabrik Alcan (früher Alusuisse) beschäftigt 1070 Arbeiter in Siders, Steg und Chippis. In Granges liegt der grösste Freizeitpark der Schweiz, das Happyland.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Siders beherbergt das Walliser Weinmuseum (Musée Valaisan de la Vigne et du Vin) und ein Rilke-Museum, zum Gedenken an Rainer Maria Rilke, der drei Kilometer entfernt, am Nordhang oberhalb von Siders, im Château de Muzot ab 1921 bis kurz vor seinem Tod 1926 wohnte. Sein Grab befindet sich in Raron.

Bis 1966 war das Automobil-Bergrennen hinauf nach Crans-Montana Teil der Sportwagen-Weltmeisterschaft.

Volksfeste
  • Fête de la sainte Cathérine (jeweils am letzten Montag des Novembers)
  • Volkslauf Siders-Zinal
  • Weinfest (VINEA).
Festival
  • Sierre Blues Festival (im August)
  • Festival Rilke (alle 3 Jahre im August)
  • Week-end au bord de l'eau (im Juli)

BildungBearbeiten

In Siders befindet sich mit der HES-SO Valais-Wallis ein Standort der Fachhochschule Westschweiz. Dieser besteht aus fünf Schulen: Hochschule für Ingenieurwissenschaften, Hochschule für Wirtschaft (inklusive Tourismus), Hochschule für Gesundheit, Hochschule für Soziale Arbeit und die «édhéa – Schule für Gestaltung und Hochschule für Kunst Wallis». Insgesamt studieren in Siders knapp 2000 Studierende in 10 Studiengängen, daneben gibt es 8 Forschungsinstitute.[4]

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Siders pflegt Städtepartnerschaften mit

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Château Mercier (1908 erbaut)
  • Grand Hôtel Château Bellevue[5]
  • Lac de Géronde

PersönlichkeitenBearbeiten

FotosBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Sierre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Sierre – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Commune: Sierre. Conseil général - 15/11/2020. (pdf) Ville de Sierre, 15. November 2020, abgerufen am 19. November 2020 (französisch).
  3. Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. 8. August 2019, abgerufen am 1. August 2020.
  4. Website der HES-SO Valais-Wallis
  5. Grand Hôtel Château Bellevue auf ETHorama