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Share Economy (Martin Weitzman)

Konzept in makroökonomischer Politik

Der Begriff Share Economy wurde von dem Harvard-Ökonomen Martin Weitzman geprägt und besagt im Kern, dass sich der Wohlstand für alle erhöht, je mehr unter allen Marktteilnehmern geteilt wird.[1]

BedeutungBearbeiten

In seiner ursprünglichen Definition bezieht sich der Begriff Share Economy auf Martin Weitzmans Untersuchungen zur Frage, ob innerhalb eines Unternehmens feste oder erfolgsbezogene Vergütungen zu einer höheren Wohlfahrt führen.[2] In diesem Gebiet hat bereits 1976 der US-Ökonom Michael Jensen geforscht, besondere Berücksichtigung bei Weitzmann finden aber im Gegensatz zu Jensens Ansatz konjunkturelle Aspekte. Demzufolge sei eine Wirtschaft, in der erfolgsabhängige Vergütungen gezahlt werden, bei einem Konjunkturabschwung besser in der Lage, Arbeitslosigkeit zu verhindern, da sich die Arbeitskosten dynamisch der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers anpassen. Es entstehe nicht die Schwierigkeit, dass bei fixen Personalkosten und sinkenden Umsätzen Personal abgebaut werden müsse, um den Umsatzrückgang auszugleichen. So verbessere sich auch die Allokation von Arbeitskräften, da Mitarbeiter bei sinkender Vergütung infolge sinkender Gewinne ihres Arbeitgebers aus Eigeninteresse das Unternehmen verlassen, wenn sie in einem Unternehmen mit höherem Gewinn und daher besserer Vergütung einen Arbeitsplatz erhalten können.

Weitzmans Buch war ein Beitrag zur Debatte über den Umgang mit dem Phänomen der Stagflation. Das von ihm vorgeschlagene profit sharing zwischen Eigentümern und Beschäftigten sollte eine Ergänzung üblicher makroökonomischer Politikmaßnahmen sein.

RezeptionBearbeiten

Als Reaktion auf die Veröffentlichung von Weitzmans Buch wurde im Juni 1985 an der Yale University ein Symposium abgehalten, an dem u. a. William Nordhaus, Robert J. Shiller und James Tobin teilnahmen.[3] Das Konzept des profit sharing wurde darin aus verschiedenen theoretischen Blickwinkeln heraus betrachtet und z. T. kritisiert. In einem anschließenden Paper antwortete Weitzman auf einige der Kritikpunkte und verteidigte seinen Ansatz.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Weitzman: The Share Economy: Conquering Stagflation. Harvard University Press, Cambridge, MA 1984.
  2. Vgl. Mitarbeiter-Erfolgsbeteiligung
  3. William Nordhaus und Andrew John: The Share Economy: A Symposium. In: Journal of Competitive Economics. Band 10, Nr. 4, 1986, S. 414–415, doi:10.1016/0147-5967(86)90081-8 (PDF).
  4. Martin L. Weitzman: The Share Economy Symposium: A Reply. In: Journal of Competitive Economics. Band 10, 1986, S. 469–473 (PDF).