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Marktgemeinde
Semriach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Semriach
Semriach (Österreich)
Semriach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 60,34 km²
Koordinaten: 47° 13′ N, 15° 24′ OKoordinaten: 47° 13′ 3″ N, 15° 24′ 12″ O
Höhe: 709 m ü. A.
Einwohner: 3.305 (1. Jän. 2019)
Bevölkerungsdichte: 55 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8102
Vorwahl: 03127
Gemeindekennziffer: 6 06 45
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 27
8102 Semriach
Website: www.semriach.at
Politik
Bürgermeister: Gottfried Rieger (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
13
5
3
13 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Semriach im Bezirk Graz-Umgebung
DeutschfeistritzDobl-ZwaringEggersdorf bei GrazFeldkirchen bei GrazFernitz-MellachFrohnleitenGössendorfGratkornGratwein-StraßengelHart bei GrazHaselsdorf-TobelbadHausmannstättenHitzendorfHitzendorfKainbach bei GrazKalsdorf bei GrazKumbergLaßnitzhöheLiebochNestelbach bei GrazPeggauRaaba-GrambachSankt BartholomäSankt Marein bei GrazSankt Oswald bei PlankenwarthSankt Radegund bei GrazSeiersberg-PirkaSemriachStatteggStiwollThalÜbelbachPremstättenVasoldsbergWeinitzenWerndorfWundschuhGrazSteiermarkLage der Gemeinde Semriach im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick vom Kogel auf Semriach
Blick vom Kogel auf Semriach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Semriach ist eine Marktgemeinde mit 3305 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) an der Nordseite des Schöckls im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Semriach liegt ca. 25 km nördlich der Landeshauptstadt Graz auf einem Hochplateau, dem Semriacher Becken im Grazer Bergland in der Oststeiermark. Im Gemeindegebiet befinden sich mit dem Schöckl (1445 m), dem Fragnerberg (1109 m), dem Rinnweberkogel (1041 m), dem Hochtrötsch (1239 m) und dem Windhofkogel (1064 m) fünf Berge über 1000 m Höhe.

Ausdehnung des GemeindegebietsBearbeiten

Semriach ist eine der größten Gemeinden im Bezirk Graz-Umgebung. Sie reicht vom Rechberg im Norden bis zum Schöckl im Süden über 9 km sowie vom Tanneben im Westen bis zur Bezirksgrenze zum Bezirk Weiz im Osten über 7 km.

GemeindegliederungBearbeiten

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Markterviertl (193) samt Bach, Hub, Kogel, Mitteregg und Taschen
  • Präbichl (149) samt Augraben und Hitzendorf
  • Rechberg (276) samt Graben, Kampegg, Karner, Rechbergdorf, Schitterdorf und Waxenegg
  • Schönegg (490) samt Anger, Boden, Dreihöfen, Greith, Hollegg, Kogel, Mitterdorf am Trötsch, Pöllau, und Trötsch
  • Semriach (1373) samt Bach, Haaranger, Hitzendorf, Lur, Meierhöfen, Neudorf und Reitzengraben
  • Thoneben (366) samt Hiening, Jostensiedlung, Rötschgraben und Schachen
  • Windhof (458) samt Glett, Hochstraße, Oberrötschbach, Oberwindhof, Schöckl, Ulrichsbrunn und Unterwindhof

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Markterviertl, Rechberg, Schönegg, Semriach und Windhof.

NachbargemeindenBearbeiten

Frohnleiten Frohnleiten Fladnitz an der Teichalm
Peggau Passail
Gratkorn Stattegg Sankt Radegund bei Graz

GeschichteBearbeiten

 
Bevölkerungsentwicklung von Semriach 1869–2001

Steinbeile und Topfscherben aus der Badl- bzw. Repolusthöhle sind die ältesten Nachweise menschlicher Besiedelung in der Steiermark und wurden in die Jüngere Steinzeit und Hallstattzeit datiert.

Auch die Römerzeit hinterließ Zeugnisse in größerer Zahl. Besonders zu erwähnen ist das 1962 entdeckte römische Hügelgrab am Krienzer-Kogl, aber auch an der Südwand der Pfarrkirche sind römische Inschriften-Steine zu sehen.

Von der darauf folgenden Völkerwanderungszeit legen nur mehr einige slawische Namen Zeugnis ab.

Um das Jahr 1050 entstand an der Stelle der heutigen Pfarrkirche ein romanischer Vorgängerbau. 1505 bis 1543 wurde diese Kirche durch eine spätgotische Hallenkirche mit einer Länge von 44,2 Metern ersetzt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Marktes stammt aus dem Jahre 1320. Die Gründung des Marktes ist auf den mittelalterlichen Silberbergbau zurückzuführen, bei dem silberhaltiges Blei gefördert wurde. Nach dem Niedergang des Bergbaues versank der Ort zu einem rein landwirtschaftlichen Gemeinwesen. Vom Fernhandel wurde er nur bei einer Unpassierbarkeit des Murtales berührt.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939 1951 1961 1971 1981 1991 2001
Einwohner 2.822 2.961 3.018 3.022 2.993 2.924 3.069 2.867 2.873 2.615 2.680 2.676 2.876 3.163

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

 
Pfarrkirche von Semriach
 
Römergrab

BauwerkeBearbeiten

  • Die Pfarrkirche Semriach wurde von 1505 bis 1515 errichtet. Sie befindet sich an der gleichen Stelle wie der um 1100 erbaute romanische Vorgängerbau, der Ende des 15. Jahrhunderts abgetragen worden ist. Die Kirche ist im Barockstil angelegt und wurde zuletzt 1987 renoviert. Der barocke Altar musste 1896 durch einen neugotischen Hochaltar ersetzt werden
  • Am Krienzerkogel kann man ein 1962 freigelegtes, römerzeitliches Hügelgrab besichtigen. Es ist das einzige erhaltene Römergrab Österreichs.
  • Auf dem sog. Hausberg südwestlich der Kesselfallklamm befinden sich die spärlichen Reste der Burg Luginsland, auch Ruine Luegg genannt. Die Burg war im Mittelalter Besitz der Grafen von Pfannberg.

NaturdenkmälerBearbeiten

  • Lurgrotte, größte Tropfsteinhöhle Österreichs mit dem größten freihängenden Tropfstein der Welt.
  • Kesselfall-Klamm: Durch die Klamm führen Brücken, Leitern und Stege, zu den zahlreichen Wasserfällen. Neben der Klamm existiert ein Durchbruch, der aufgrund seiner Form Steintor genannt wird.

SportBearbeiten

Die Gegend um Semriach bietet zahlreiche Sportmöglichkeiten in der Natur: Wandern, Nordic Walking, Reiten, Bogenschießen in freier Natur.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Semriach liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen, allerdings hat der Verkehr durch Semriach als Alternativroute zum Rechberg-Pass zugenommen. Die Pyhrn Autobahn (A9) ist ca. 10 km entfernt und über den Knoten Deutschfeistritz-Peggau (165) zu erreichen. Die Rechberg Straße (B 64) von Frohnleiten nach Weiz führt durch das nördliche Gemeindegebiet und ist vom Gemeindezentrum ca. 7 km entfernt.

In Semriach befindet sich kein Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist Stübing an der Südbahn; er bietet stündliche Regionalzug-Verbindungen nach Graz und Bruck an der Mur. Die Buslinie 140 fährt täglich sechs Mal (an Sonn- und Feiertagen drei Mal) von Graz über Gratkorn nach Semriach.

Der Flughafen Graz ist ca. 40 km entfernt.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

In Semriach befindet sich eine Einsatzstelle der Bergwacht.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist Gottfried Rieger (ÖVP).

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010
Sti. % M. Sti. % M.
ÖVP 1222 61 13 1229 58 13
SPÖ 0308 15 03 0512 24 05
FPÖ 0475 24 05 0278 13 03
BZÖ nicht kandidiert 0090 04 00
Wahlbeteiligung 76 % 81 %

WappenBearbeiten

Das Wappen von Semriach stellt einen in zwei Hälften gespaltenen Schild dar. In der linken Schildhälfte ragt auf rotem Hintergrund aus der Mittelkuppe eines grünen Dreiberges ein nach rechts gewendeter, an der Brust von einem silberfarbenen Pfeil getroffener Hirsch empor. Die rechte Schildhälfte zeigt auf blauem Hintergrund einen auf einem grünen Berg aus silberfarbenen Quadern erbauten, oben von drei nebeneinander gestellten Fenstern, unten von einem durch zwei Schussöffnungen beseiteten Tor mit halbaufgezogenem goldenem Fallgitter durchbrochenen Rundturm mit rotem, golden beknauftem Dach.

Der verwundete Hirsch im linken Feld nimmt auf die Legende des heiligen Ägidius, des Kirchenpatrons von Semriach, Bezug. Der silberne Wehrturm steht für die einstigen Burgen Luginsland und Forchtenberg sowie für den ehemaligen Silberbergbau in Semriach.[2]

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1972: Emmy Hiesleitner-Singer (1884–1980), Graphikerin und Malerin
  • 1975: Franz Wegart (1918–2009), steirischer Landespolitiker, unter anderem Landeshauptmann-Stellvertreter und Landtagspräsident
  • 2015: Jakob Taibinger (* 1945), Bürgermeister von 1990 – 2015

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen in Verbindung mit SemriachBearbeiten

  • Aramis (1950–2010), eigentlich Hans Peter Sagmüller, Künstler und Autor; lebte in Semriach
  • Hans Gsellmann (* 1929; † 4. Juli 2011), steirische Legende des Bergsteigens, Skifahrens und Fotografierens; lebte in Semriach[5]
  • Johann Karlon, Künstler und Mitglied der Künstlerfamilie Carlone; lebte in Semriach
  • Franz Parz, Instrumentenbauer der Steirischen Harmonika; lebt in Semriach
  • Martina Schenk (* 1972), 2008 bis 2013 Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für das BZÖ, wechselte 2013 zum Team Stronach, seit 2017 FLÖ

WeblinksBearbeiten

  Commons: Semriach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. Gemeinde-Homepage
  3. Christian Eisenberger: Kunst mit Kokons & Keulen Artikel in der „Kleinen Zeitung“
  4. Christoph Marek: Pop/Schlager. Eine Analyse der Entstehungsprozesse populärer Musik im US-amerikanischen und deutschsprachigen Raum, Lit Verlag, Wien 2006, ISBN 3-8258-9456-8, S. 68.
  5. „Kleine Zeitung“ vom 8. Juli 2011, S. 75.