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secunet Security Networks

börsennotiertes Unternehmen
secunet Security Networks AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0007276503
Gründung 1997
Sitz Essen, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl 525[2]
Umsatz 163,3 Mio. Euro[2]
Branche IT-Dienstleistungen
Website www.secunet.com
Stand: 31. Dezember 2018

Die Secunet Security Networks AG (eigene Schreibweise secunet Security Networks AG) ist ein börsennotiertes IT-Unternehmen mit Hauptsitz in Essen. Das Unternehmen bietet seinen Kunden Lösungen (Produkte und Dienstleistungen) rund um IT-Sicherheit und IT-Hochsicherheit. Neben dem Hauptsitz Essen bestehen weitere Standorte[3] in Berlin, Bonn, Dresden, Eschborn, Hamburg, Ilmenau, München, Paderborn, Siegen und Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Mit dem Aufkommen des World Wide Web in den 1990er Jahren hatte die TÜV Mitte AG in Essen ihren Tätigkeitsbereich um die Überprüfung der Sicherheit von Netzwerken erweitert. Dabei spielten vor allem die Digitale Signatur und Verschlüsselungstechnologien eine große Rolle. Da immer mehr Unternehmen ihre Netze prüfen und absichern lassen wollten, gliederte die TÜV Mitte AG ihre Abteilung für IT-Sicherheit 1997 unter dem Namen SecuNet Security Networks in eine GmbH aus.

Im November 1999 ging das Unternehmen an die Börse und firmierte fortan unter secunet Security Networks AG. Das Unternehmen ist seitdem im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet. Haupteigentümer ist mit 79 % Aktienanteil (Stand 2014) die Giesecke & Devrient GmbH in München, die sich wiederum im Besitz der Familie Mitschke-Collande befindet. Im Streubesitz befinden sich ca. 10 % der Aktien.

2004 hat die Bundesregierung eine Kooperationsvereinbarung zur Verbesserung der IT-Sicherheit in Deutschland mit der secunet Security Networks AG abgeschlossen.[4] Die so genannte IT-Sicherheitspartnerschaft wurde 2009 während der CeBIT durch den damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bestätigt.[5]

ProdukteBearbeiten

SINABearbeiten

 
Messestand auf der CeBIT 2015

2002 wurde SINA auf den Markt gebracht. SINA (Sichere Inter-Netzwerk Architektur) basiert auf einem Konzept, das eine Architektur zur Verarbeitung von hoch schützenswerten Informationen in unsicheren Netzen beschreibt. Das Konzept stammt ursprünglich vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Darauf basierend entstand ein IPsec-Krypto-Gateway, das den Austausch von sensiblen Informationen über ein potenziell unsicheres Netzwerk wie das Internet ermöglicht. Die so genannte SINA-Box wurde von secunet in Zusammenarbeit mit dem BSI entwickelt.

Neben der SINA-Box existieren mittlerweile auch Clients und Leitungsverschlüssler unter dem Namen SINA, die eine sichere Kommunikation zum Ziel haben. Einzelne Komponenten der SINA-Lösungen sind in Deutschland bis zur Geheimhaltungsstufe Streng Geheim zugelassen.[6] Auch international gibt es Zulassungen für diese Produkte.

SINA kommt unter anderem auch beim Auswärtigen Amt zur Übermittlung von Daten zum Einsatz und wird seit 2011 auch für die Verschlüsselung von VoIP-Telefonaten genutzt.[7]

Golden Reader ToolBearbeiten

Mit dieser Software-Applikation wurde erstmals das Auslesen von ICAO-konformen eMRTDs (electronic Machine Readable Travel Documents) wie zum Beispiel elektronischen Reisepässen möglich.[8] Damit wurden die Voraussetzungen für weltweite Interoperabilität im Bereich eMRTDs basierend auf den Vorgaben der ICAO und der EU geschaffen.

Das Golden Reader Tool entstand in einer Kooperation zwischen dem BSI und secunet und wurde im Rahmen zahlreicher Interoperabilitätstests – unter anderem 2008 in Prag – erfolgreich eingesetzt. Die Software wird international als funktionale Referenzimplementierung im Bereich elektronischer Reisepässe anerkannt.[9]

easygateBearbeiten

Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern wurde die automatisierte Grenzkontrolle secunet easygate entwickelt. Das bundesweit flächendeckende Rollout begann im Jahr 2014 unter dem Projekt EasyPASS.[10] Es wird mittlerweile an den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf, Berlin-Tegel und Köln-Bonn eingesetzt.

Das System nutzt zur Kontrolle die im Reisepass elektronisch gespeicherten Daten und führt zur Identitätsfeststellung einen biometrischen Vergleich des Gesichts mit dem im Reisepass gespeicherten Lichtbild durch.

Die Reisenden legen hierzu ihr Reisedokument auf den am Eingang der Kontrollschleuse befindlichen Dokumentenleser auf, der die elektronischen Daten aus dem Reisedokument ausliest und eine Echtheitsprüfung durchführt. Im Anschluss betritt der Reisende die Schleuse, dort wird der biometrische Abgleich des mittels einer Kamera erfassten Gesichts mit dem Passbild durchgeführt.

Ist das Reisedokument echt und wurde der biometrische Abgleich erfolgreich vollzogen, öffnet sich der Ausgang und die Grenzkontrolle ist beendet. Andernfalls erfolgt die Ausleitung zu einem Grenzpolizisten der Bundespolizei.

Die Grenzkontrolle mit easygate dauert im Idealfall unter 18 Sekunden und beschleunigt dadurch die Grenzkontrolle. Möglich wird das durch den parallelen Betrieb von bis zu sechs eGates, denn so stehen deutlich mehr Kontrollkapazitäten für die Reisenden zur Verfügung.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. secunet.com: Management. Abgerufen am 11. Juni 2019.
  2. a b Geschäftsbericht 2018. Abgerufen am 21. Mai 2019.
  3. secunet AG - Standorte. Abgerufen am 13. November 2017.
  4. heise.de: Sicherheitskooperation zwischen Innenministerium und IT-Sicherheitsunternehmen. Abgerufen am 20. April 2015.
  5. Sicherheitspartnerschaften des Bundesministerium des Innern. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 27. April 2015; abgerufen am 20. April 2015.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmi.bund.de
  6. heise.de: VPN-Gateway für Geheimhaltungsstufe „Streng Geheim“. Abgerufen am 20. April 2015.
  7. IT-Beauftragte der Bundesregierung: Auswärtiges Amt integriert VoIP-Client in die SINA Virtual Workstation. Abgerufen am 20. April 2015.
  8. ICAO Magazine: Interoperability Testing (p. 16 ff.). (PDF-Datei; 5,4 MB) Abgerufen am 20. April 2015 (englisch).
  9. secunet.com: secunet GRT Platinum Edition. Abgerufen am 10. Januar 2017.
  10. secunet.com: Automatisierte Grenzkontrolle – easy going mit dem easygate. Abgerufen am 10. Januar 2017.