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Sebastian Bieniek (Selbstporträt), „Me and My Friends 5“, 2015

Sebastian Bieniek (geb. 24. April 1975 in Czarnowanz, Polen) ist ein deutscher Regisseur, der auch unter dem Pseudonym B1EN1EK auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und AusbildungBearbeiten

Bieniek wuchs bis zum 14. Lebensjahr in Kupp/Oberschlesien auf. 1989 kam er als Spätaussiedler nach Deutschland und verbrachte die folgenden Jahre in Unterlüß/Niedersachsen.

1996 zog er nach Braunschweig und studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste bei Marina Abramović und John M. Armleder. Nach dem Vordiplom 1998 setzte er an der Universität der Künste Berlin (UdK Berlin) sein Kunstudium in der Klasse von Katharina Sieverding fort.

2001 erhielt Bieniek ein Aufenthaltsstipendium[1] des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Rennes (Bretagne/Frankreich), wo er ein halbes Jahr lebte und sich mit einer Installation vor dem Gefängnis in Rennes und dem Gefängnis in Celle an der von Bettina Klein kuratierten Aux-voyageurs-Ausstellung beteiligte. Im selben Jahr war Bieniek Absolvent der UdK Berlin und ein Jahr später dort Meisterschüler. Sein erster Kurzfilm Zero wurde bei der Meisterschüler-Ausstellung gezeigt und 2002 auf dem Filmfest München in der Kategorie Surreale Kurzfilme.[2]

Ab 2002 studierte er Filmregie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin,[3] dort führte er Regie bei mehreren Filmen.[4] Mit seinem 2007 dort entstandenen Spielfilm Die Spieler nahm er am Internationalen Wettbewerb des 10. Internationalen Filmfestivals Shanghai teil.[5] Sein Kurzfilm Silvester Home Run (2008) war Teil des Internationalen Kurzfilm-Wettbewerbs des Festival Internacional de Cine de Mar del Plata[6] und wurde mit dem Prädikat „Wertvoll“ der Filmbewertungsstelle Wiesbaden ausgezeichnet.[7]

RegietätigkeitBearbeiten

Zu den Filmen von Sebastian Bieniek gehört der Spielfilm Die Spieler (2007), der Dokumentarfilm Nix mit Schuhen (2002), der Mittelformatfilm Sand (2003), die Kurzfilme Silvester Home Run (2005), Zucker (2005), Anamnesie (2003), Entschuldigung Laterne (2003) und der Experimentalfilm Zero (2002).

Weitere ProjekteBearbeiten

PerformanceBearbeiten

Bienieks frühe Arbeiten waren unter anderem radikale Aktionen. So überfiel er 1998 bei einer Kunstaktion („Banküberfall“) die Deutsche Bank, ließ sich 1999 während einer Ausstellung sechzehn Tage lang täglich eine „V-förmige“ Wunde am Arm zufügen, lag unbekleidet drei Tage lang in einer halben Tonne rohem Hackfleisch und ließ sich während einer Aktion regelrecht ausbluten.

Nach der durch das Regiestudium verursachten Pause (2002–2008) begann Bieniek 2008 wieder mit der Performancekunst. So trat er 2008 mit einer Burka verkleidet bei der Kunstmesse Art Forum auf, 2011 auf einem Viehmarkt in Georgien, 2011 als Postbote verkleidet auf dem „Go West“-Festival für Performancekunst in Frankfurt, ebenfalls 2011 in der ARD-Fernsehsendung Es geht um mein Leben mit Pierre Krause, 2012 auf der Art Market Budapest Kunstmesse, 2013 vor der Deutschen Bank KunstHalle und 2016 in der Universitätskirche Marburg[8] als Performance-Künstler auf. Insbesondere die Performance vor der Deutschen Bank KunstHalle verschaffte ihm im April 2013 mediale Aufmerksamkeit.[9][10][11] 2016 machte Bieniek in Zusammenarbeit mit der Millerntor Gallery und dem Viva con Agua de Sankt Pauli e. V unter dem Titel Viva sin Agua eine Performance auf der Kunstmesse Art Basel Miami Beach, die eine Kritik an der Wasserverschwendung der Industrieländer zum Thema hatte.

Foto- und VideoarbeitenBearbeiten

2013 erhielt Bieniek den Auftrag,[12] für das deutsche Musikmagazin Intro zu fotografieren. 2015 folgten Fotos[13] für das Süddeutsche Zeitung Magazin.

Im Oktober 2016 entstand das Musik-Video Animali Alieni der italienischen Pop-Punk-Band Elpris, in dem Bieniek mit seinen Kunstwerken auftrat und für dessen Liedtext seine Kunst als Inspiration diente.[14]

2018 fotografierte Bieniek das Titelbild und drei Innenfotos zum Thema Weinen für das Heft 2018/25 des Süddeutsche Zeitung Magazins.[15] Die Bilder und die Story erschienen im August 2018 in dem spanischen Magazin XLSemanal[16] und noch einmal im November 2018 unter dem Titel „Das Beste aus 2018“ in einer Sonderausgabe des Süddeutsche Zeitung Magazins.[17] 2018 gestaltete Bieniek für das Album Another Round der niederländischen Indie-Band Indian Askin das Coverfoto[18] und das Debütalbum der Berliner Band Zound X mit dem Namen Disconnected.[19]

AusstellungenBearbeiten

 
Bieniek 2016 auf der Ausstellung „Views Bahrain“ in Manama mit dem Scheich Rashid bin Khalifa Al Khalifa

Im Jahr 2000 beteiligte er sich an der Ausstellung Festival of Visions[20] im Hong Kong Arts Center in Hongkong, 2001 an der Ausstellung Aux voyageurs in Rennes, 2002 an der HICETNUNC-Ausstellung[20] in der Villa Manin in Italien. 2014 hatte der Künstler eine unter dem Titel Doublefaces eine Einzelausstellung[21] in der Nicola-von-Senger-Galerie in Zürich und gleich danach unter dem Titel Brezel und andere Doppeldeutigkeiten in der Ho Galerie[20] in Wien. Ein Jahr später folgte 2015 unter dem Titel Years, Problems, Dollars and Kisses eine zweite Einzelausstellung in der Ho Galerie in Wien.[22]

Im Frühjahr 2016 stellte Sebastian Bieniek unter dem Titel Die Traurigkeit der Elefanten in der Fotogalerie Friendrichshain[23] in Berlin aus. Im Mai desselben Jahres nahm er an der Views-Ausstellung[24] der Bahrain Arts Society in Manama (Bahrain) teil und unmittelbar darauf eröffnete er unter dem Titel The Imitation of the Imitation seine Einzelausstellung in der Potemka Contemporary Art[25] in Leipzig. Danach folgte die Gruppenausstellung Liebes Wedding in Zusammenarbeit mit dem Renk Magazin.[26] Ebenfalls 2016 eröffnete Bieniek in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Quito (Equador) seine Doublefaced-Ausstellung, die im PUCE Cultural Center der Päpstlichen Katholische Universität von Ecuador[27] stattfand. Im selben Jahr folgte eine Performance mit dem Titel Viva sin Agua in Zusammenarbeit mit der Millerntor Gallery und dem Viva con Agua de St. Pauli e. V. auf der Kunstmesse Art Basel Miami Beach.[28]

Im März 2018 stellte Bieniek in der MIA Photo Fair in Mailand aus[29] und im Juni 2018 fand unter dem Titel Doppelgänger eine Einzelausstellung von Sebastian Bienieks Arbeiten in der Luisa Catucci Gallery in Berlin statt.[30] Die Ausstellung war Teil des Offenes Neukölln[31] und 48h-Neukölln- Festivals.[32][33] Im Juli 2018 stellte Bieniek unter dem Titel Bal Umagbe La in der Pejman Foundation in Teheran aus.[34] Eine gleichnamige Performance war neben mehreren Fotoarbeiten und Zeichnungen Teil der Ausstellung.

RezeptionBearbeiten

2018 wurde Sebastian Bieniek auf Nr. 171 in das Global Thought Leader Ranking aufgenommen, einer nicht-dotierten Liste des privaten Schweizer Gottlieb Duttweiler Instituts.[35]

Während der Paris Fashion Week 2015 lobte das Fashion magazine Bienieks Arbeit als „Best Face Art“ auf der Paris Fashion Week.[36]

2015 und 2016 berichtete die Vogue über die internationalen Mode-Designer Simon Porte Jacquemus und Inês Marques, die aussagten, dass ihre Kollektionen von Bienieks Arbeit inspiriert seien. Gleichfalls 2016 sagte[37] die karibische Modeschöpferin Cecilia Devana, dass auch ihre aktuelle Kollection von Bienieks Arbeit beeinflusst sei.

2014 berichteten mehrere internationale Magazine[38][39][40] über eine Szene im Marilyn-Monroe-Video von Pharrell Williams in der eine Arbeit von Bieniek plagiiert wurde.

2013 wurde eine Arbeit von Sebastian Bieniek „Top 10 Body Art Stories of 2013“[41] des designboom Magazines. Im selben Jahr wählte das designcollector.net magazine Bieniek zu einem der „The Best Photographers of 2013“.[42]

2015 dokumentierte das japanische und chinesische Fernsehen seine Arbeit. 2016 folgte das Arte Journal[43], 2017 tv Berlin[44], RBB[45], und ebenfalls 2017 war er der „Gast des Tages“ im DW-TV

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 2001: Mandat von Babette Nieder und Michel Cullin (01.01.1999 – 31.12.2003). (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.dfjw.org. Archiviert vom Original am 1. August 2016; abgerufen am 28. Juli 2016.
  2. Filmdetails – Filmfest München. In: www.filmfest-muenchen.de. Abgerufen am 28. Juli 2016.
  3. Lars Hoffmann: DFFB, Liste der Absolventen. Siehe Studienbeginn Jahr 2002. In: dffb-alumni.de. Abgerufen am 28. Juli 2016.
  4. Crew United – Liste der Filme unter Regie von Sebastian Bieniek. In: www.crew-united.com. Abgerufen am 28. Juli 2016.
  5. Liste der am Wettbewerb des 10ten Internationalen Filmfestivals Shanghai beteiligten Filme. In: blog.sina.com.cn. Abgerufen am 28. Juli 2016.
  6. German Films in competition of the Mar del Plata Film Festival 2008. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.german-films.de. Archiviert vom Original am 1. August 2016; abgerufen am 28. Juli 2016.
  7. Silvester Home Run. In: Deutsche Filmbewertung und Medienbewertung FBW. Abgerufen am 28. Juli 2016.
  8. Sebastian Bieniek. Liturgy-Specific-Art. In: universitaetskirche.de. Abgerufen am 29. Juli 2016.
  9. Sebastian Bieniek: Looking for the perfect recipe to perform his art. Abgerufen am 29. Juli 2016 (amerikanisches Englisch).
  10. Macht Kunst, warum nicht ...? Abgerufen am 29. Juli 2016.
  11. Bieniek, il genio del doppio. Intervista all'artista berlinese – il Mitte. In: il Mitte. 16. September 2013, abgerufen am 29. Juli 2016 (amerikanisches Englisch).
  12. Modestrecke: Ich bin die eine von uns beiden. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 1. August 2016; abgerufen am 31. Juli 2016.
  13. Der Künstler Sebastian Bieniek schafft mit Haaren und Make-up ganz neue Persönlichkeiten. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  14. Elpris, Sebastian Bieniek e animali alieni. In: Cultweek. 19. Juli 2017, abgerufen am 19. August 2018.
  15. SZ-Magazin Heft 25/2018. Abgerufen am 19. August 2018.
  16. ¿Por qué el ser humano es el único animal que llora? XLSemanal, 17. August 2018, abgerufen am 19. August 2018.
  17. Das Beste aus 2018. 5. November 2018, abgerufen am 19. Dezember 2018.
  18. Another Round by Indian Askin. Abgerufen am 19. Dezember 2018 (englisch).
  19. Zound X, Band (Rock, Alternative/Independent) aus Berlin – Backstage PRO. Abgerufen am 19. Dezember 2018.
  20. a b c Sebastian Bieniek. In: ArtFacts.net. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  21. Sebastian Bieniek – Ausstellungsansichten. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.nicolavonsenger.com. Archiviert vom Original am 8. April 2016; abgerufen am 31. Juli 2016.
  22. Ho Gallery präsentiert Sebastian Bieniek. leisure communications, abgerufen am 20. August 2018.
  23. Sebastian Bieniek in der Fotogalerie Friedrichshain. kwerfeldein – Magazin für Fotografie, abgerufen am 31. Juli 2016.
  24. Sebastian Bieniek – Views Bahrain. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.viewsbahrain.com. Archiviert vom Original am 1. August 2016; abgerufen am 31. Juli 2016.
  25. Sebastian Bieniek – the Imitation of the Imitation. In: www.potemka.de. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  26. Liebes Wedding. In: renk-Magazin.de. Abgerufen am 20. August 2018.
  27. Doublefaced Exposición de Sebastian Bieniek. Abgerufen am 20. August 2018.
  28. „Viva sin Agua“, Performance von Sebastian Bieniek, Art Basel Miami. Abgerufen am 20. August 2018.
  29. Sebastian Bienik – MIA Photo Fair. Abgerufen am 20. August 2018 (amerikanisches Englisch).
  30. Sebastian Bieniek – Doppelgänger. Luisa Catucci Gallery, 3. Mai 2018, abgerufen am 19. August 2018.
  31. Kunstfestival: Die Eigenheiten des Alltags. Die Tageszeitung, 21. Juni 2018, abgerufen am 19. August 2018.
  32. Doppelgänger – Sebastian Bieniek. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. August 2018; abgerufen am 19. August 2018.   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/48-stunden-neukoelln.de
  33. Gunda Bartels: 48 Stunden Neukölln feiert Geburtstag. Der Tagesspiegel Online, 22. Juni 2018, abgerufen am 19. August 2018.
  34. Sebastian Bieniek (B1EN1EK) in der Pejman Foundation in Teheran/Iran. Abgerufen am 19. August 2018.
  35. Sebastian Bieniek – Body Art. In: Global Influence. Abgerufen am 4. Februar 2018.
  36. Paris Fashion Week saw face art in many forms, from wearable updates to out-of-this-world designs. In: Fashion Magazine. 6. März 2015, abgerufen am 31. Juli 2016.
  37. Fashion Block 2016 – The Buzz, The Lights, The Fashion. In: Susumba. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  38. Sebastian Bieniek Archive | Private View. In: Private View. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  39. Sebastian Bieniek «Doublefaced», Plagie par Pharrell Williams. In: Inferno. 29. April 2014, abgerufen am 31. Juli 2016.
  40. Pharrell Williams. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 1. August 2016; abgerufen am 31. Juli 2016.
  41. TOP 10 body art of 2013. 31. Dezember 2013, abgerufen am 31. Juli 2016 (amerikanisches Englisch).
  42. The Best Photographers and Fashion Photographers of 2013. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  43. Die zwei Gesichter des Sebastian Bieniek. In: Arte Info. Abgerufen am 31. Juli 2016.
  44. tv Berlin Dokumentation über Sebastian Bieniek, 2016. Abgerufen am 21. Januar 2018.
  45. Konzeptkünstler Bieniek zur Ambivalenz. Abgerufen am 21. Januar 2018.