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Das NHL-Franchise in Seattle ist ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League (NHL) aus Seattle im Bundesstaat Washington. Am 4. Dezember 2018 gab die NHL offiziell bekannt, dass das Team zur Saison 2021/22 in die Liga aufgenommen werden soll. Die Mannschaft soll in der Pacific Division der Western Conference spielen und ihre Heimspiele in der bis zu diesem Zeitpunkt renovierten KeyArena austragen.[1]

Seattle
Gründung 4. Dezember 2018
Geschichte Seattle
ab 2021
Stadion KeyArena
Standort Seattle, Washington
Liga National Hockey League
Conference Western Conference
Division Pacific Division
Cheftrainer vakant
Mannschaftskapitän vakant
General Manager KanadaKanada Ron Francis
Besitzer Seattle Hockey Partners
Kooperationen Palm Springs (AHL)

GeschichteBearbeiten

Eishockey in SeattleBearbeiten

 
Die Seattle MetropolitansStanley-Cup-Sieger des Jahres 1917

Der Eishockeysport blickt in Seattle auf eine lange Tradition zurück, so erhielt die Metropole des Pazifischen Nordwestens bereits im Jahre 1915 mit den Seattle Metropolitans ihre erste Profimannschaft. Das Team, das am Spielbetrieb der Pacific Coast Hockey Association (PCHA) teilnahm, hatte zwar nur neun Jahre Bestand, errang allerdings im Jahre 1917 als erste US-amerikanische Mannschaft den Stanley Cup. Nach Auflösung der PCHA stellte die Pacific Coast Hockey League (PCHL) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Reihe von in Seattle ansässigen Minor-League-Teams, darunter die Eskimos, die Olympics und Seahawks, die Ironmen sowie die Stars. Ab 1952 trat die Western Hockey League die Nachfolge der PCHL an und war in Seattle durch die Bombers, die Americans sowie die Seattle Totems vertreten, wobei jedoch nur die Totems über einen längeren Zeitraum (1958–1975) Bestand hatten. Mit der Auflösung der Totems endete vorerst auch die Ära des professionellen Eishockeys in der Stadt, da seit 1977 nur noch die bis heute bestehenden Seattle Thunderbirds (gegründet als Breakers) am Spielbetrieb der Western Hockey League teilnehmen, einer Juniorenliga gleichen Namens.

ExpansionBearbeiten

In den späten 1960er- und 1970er-Jahren expandierten alle vier großen nordamerikanischen Sportligen nach Seattle: Die NBA mit den Seattle SuperSonics (1967), die NFL mit den Seattle Seahawks (1974) und die MLB mit den Seattle Mariners (1977), während auch die NHL der Stadt am 12. Juni 1974 ein Expansion-Team zusprach. Die Totems sollten fortan unter gleichem Namen in der höchsten Eishockeyliga des Landes antreten, jedoch führte vor allem die unsichere Finanzierung dazu, dass die NHL ihre Zusage im folgenden Sommer zurückzog.[2] Im Jahre 1990 scheiterte ein weiterer Versuch, ein NHL-Franchise nach Seattle zu bringen, abermals an finanziellen Fragen sowie an den Eigenheiten der KeyArena. Zum einen waren die SuperSonics nicht bereit, ihre Spielstätte mit einem Eishockeyteam zu teilen, zum anderen war die Bauweise der Arena nicht auf Eishockey ausgelegt, sodass es zu Sichtbehinderungen kam.

Im Laufe der folgenden Jahre wurde eine Expansion regelmäßig diskutiert, insbesondere seit dem Umzug der SuperSonics nach Oklahoma City. Darüber hinaus hielten sich Gerüchte, dass die Phoenix Coyotes verkauft werden und nach Seattle verlegt werden sollten.[3] Parallel dazu veröffentlichte Nate Silver im Jahre 2013 eine Studie, nach der Seattle unter allen US-amerikanischen Städten ohne NHL-Team die größte Anzahl an Fans stellt.[4] Schließlich genehmigte die Stadtverwaltung im Dezember 2017 größere Umbaumaßnahmen an der KeyArena, sodass die NHL bekanntgab, eine Expansion in Betracht zu ziehen.[5] Die offizielle Bewerbung wurde am 13. Februar 2018 von einer Gruppe von Eigentümern mit Jerry Bruckheimer und David Bonderman an der Spitze eingereicht.[6] Ferner wurde Dave Tippett bereits im Juni 2018 als Berater engagiert.

Am 4. Dezember 2018 wurde Seattle schließlich offiziell ein Expansion-Team von der NHL zugesprochen, das ab der Spielzeit 2021/22 den Spielbetrieb aufnehmen soll. Die Mannschaft soll in die Pacific Division der Western Conference eingegliedert werden, während die Arizona Coyotes in die Central Division wechseln, sodass fortan jede Division mit acht Teams besetzt ist. Zudem soll, wie bereits 2017 für die Vegas Golden Knights, ein Expansion Draft abgehalten werden.[1] Insgesamt bezahlt das Eigentümerkonsortium eine Aufnahmegebühr von 650 Millionen US-Dollar, 150 Millionen US-Dollar mehr als noch die Golden Knights vor knapp zwei Jahren.[7]

Ende Juni 2019 wurde bekannt, dass die Investorengruppe sich auch bei der American Hockey League (AHL) um ein Franchise beworben hat, das in Palm Springs im Bundesstaat Kalifornien ebenfalls 2021 den Spielbetrieb aufnehmen und als Farmteam der neuen NHL-Mannschaft fungieren soll.[8] Etwa einen Monat später wurde Ron Francis als Seattles erster General Manager vorgestellt, der somit den sportlichen Aufbau der Mannschaft verantworten soll. Das Hall-of-Fame-Mitglied war zuvor in gleicher Funktion bereits für die Carolina Hurricanes tätig.[9]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Dan Rosen: Seattle NHL expansion approved by Board of Governors. nhl.com, 4. Dezember 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018 (englisch).
  2. Totems and the NHL – Part II. seattletotems.org, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  3. Sean Leahy: Phoenix Coyotes moving to Seattle? Roenick reportedly part of Plan B for NHL. yahoo.com, 16. Juni 2013, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  4. Nate Silver: Why Can’t Canada Win The Stanley Cup? fivethirtyeight.com, 31. Mai 2013, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  5. Bettman says NHL will consider Seattle expansion bid. usatoday.com, 8. Dezember 2017, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  6. Geoff Baker: Seattle group files application for NHL expansion team to play at KeyArena. seattletimes.com, 13. Februar 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  7. Jesse Campigotto: Seattle has a Stanley Cup — now it's getting an NHL team. cbc.ca, 5. Dezember 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018 (englisch).
  8. Geoff Baker: NHL Seattle chooses Palm Springs as site for new AHL farm team. seattletimes.com, 26. Juni 2019, abgerufen am 23. Juli 2019 (englisch).
  9. Seattle’s New N.H.L. Team Chooses Ron Francis as G.M. nytimes.com, 18. Juli 2019, abgerufen am 23. Juli 2019 (englisch).