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Als Schwesterpartei werden voneinander unabhängige Parteien gleicher oder ähnlicher politischer Ausrichtung und Zielsetzung bezeichnet.

Dem Typ nach sind nationale Schwesterparteien und internationale Schwesterparteien zu unterscheiden.

NationalBearbeiten

Nationale Schwesterparteien sind oft eigenständige regionale Ausbildungen einer landesweit gemeinsam agierenden parteipolitischen Richtungsorganisation. In parlamentarischen Vertretungen auf überregionaler Ebene sind derartige Schwesterparteien gewöhnlich in einer Fraktionsgemeinschaft organisiert.

Beispiele für nationale Schwesterparteien sind in Deutschland die CDU und die CSU in der Bundesrepublik sowie historisch die BVP und die Zentrumspartei in der Weimarer Republik. Im Unterschied zur CDU/CSU-Fraktion im Bundestag gab es zwischen Zentrum und Bayerischer Volkspartei seinerzeit keine Fraktionsgemeinschaft. Ein spanisches Beispiel sind die katalanischen Sozialisten (PSC), die eine Schwesterpartei der gesamtspanischen sozialistischen Partei PSOE bilden (mit Fraktionsgemeinschaft im spanischen Parlament).

Ein weiteres Beispiel ist die Verbindung der FPÖ mit den Freiheitlichen in Kärnten, welche ab 2010 als Umbenennung des BZÖ Kärnten mit der FPÖ kooperierten und sich 2013 dann als Landesverband voll in die FPÖ integrierten.

InternationalBearbeiten

Die Liberal-Demokratische Partei Russlands hat enge Beziehungen zu Parteien in Weißrussland, Ukraine, Kasachstan, Armenien, Aserbaidschan und Transnistrien viele von denen, darunter auch die LDPR sind Nachfolger der Liberal-Demokratische Partei der Sowjetunion.

In San Marino sind 3 Parteien als Pendant zu italienischen Parteien gegründet worden, das sind: die Vereinte Linke als Gegenstück zur Sinistra Ecologia Libertà, die Partito Democratico Cristiano Sammarinese als Schwesterpartei der ehemaligen Democrazia Cristiana und die Partito dei Socialisti e dei Democratici als Pendant der Partito Democratico. Ähnliche Beispiele gab es im Freiem Territorium Triest.

Die Lega dei Ticinesi ist namentlich der Lega Nord ähnlich und beide Parteien kooperien miteinander. Für den Süden Italien existiert die Partei Wir mit Salvini.[1][2] Der Parteisekretär der Lega Nord ist der Präsident von Wir mit Salvini. Die Kleinstpartei Lega Sud Ausonia hat wie auch die Schwesterpartei[3] im Norden das Ziel eines unabhängigen Ausonia. Ebenfalls die in Frankreich existierende Ligue du Sud wurde nach der Lega Nord benannt.

Internationale Schwesterparteien, die sich aufgrund ideologischer Gemeinsamkeiten über nationale Grenzen hinweg verbunden fühlen, haben dagegen meist nur lose organisatorische Verbindungen oder beschränken sich auf informelle Kontakte. Sie sind auch politisch und programmatisch häufig nicht deckungsgleich. So sehen beispielsweise Teile der deutschen AfD ihre Partei als Schwesterpartei der österreichischen FPÖ, obwohl sich die Parteien in der Entstehungsgeschichte und in einigen politischen Grundkonzepten stark unterscheiden.[4]Die Freiheitlichen Südtirols lehnen sich bewusst im Namen, Parteifarbe und ideologisch an die FPÖ an.

InternationalenBearbeiten

Bereits die Erste Internationale von 1864 war ein internationaler Zusammenschluss parteipolitischer Schwesterorganisationen. Ihrem Beispiel folgten u. a. die Liberale Internationale (1947) und die Christlich-Demokratische Weltunion (1961).

Europäische UnionBearbeiten

Auf europäischer Ebene kam es im Vorfeld der ersten Direktwahlen zum Europaparlament zur Bildung von Parteienföderationen. Organisatorischen Kern dieser Zusammenschlüsse bilden heute Parteisekretariate, die zumeist in Brüssel oder Straßburg angesiedelt sind, sowie die jeweiligen Fraktionen im Europaparlament.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Northern League presents 'Us with Salvini' symbol for South. In: Agenzia Nazionale Stampa Associata, 19. Dezember 2014. Abgerufen am 1. Januar 2015. 
  2. "Noi con Salvini", il segretario della Lega presenta la lista per il centro-sud. Il Sole 24 ORE. Abgerufen am 3. April 2016.
  3. https://philosophia-perennis.com/2017/10/23/referendum-in-italien/
  4. Meldung im ORF vom 18. Februar 2016; Meldung im Standard vom 8. Juni 2016; beide abgerufen am 22. September 2016.