Schwennau

Fluss in Deutschland

Schwennau (dänisch: Svendå) ist der Name eines Stadtteils von Glücksburg sowie eines kleinen Flusses im Norden der Landschaft Angeln, der von Wees kommend bei Glücksburg die Munkbrarupau aufnimmt und anschließend in die Flensburger Förde mündet.

Schwennau
dänisch: Svendå
Mündung der Schwennau bei Glücksburg 2013. Der zu sehende Campingplatz existiert mittlerweile nicht mehr.

Mündung der Schwennau bei Glücksburg 2013. Der zu sehende Campingplatz existiert mittlerweile nicht mehr.

Daten
Lage Kreis Schleswig-Flensburg, Schleswig-Holstein, Deutschland
Flusssystem Schwennau
Flussgebietseinheit Schlei/Trave
Quelle bei Wees
Mündung bei Glücksburg in die Flensburger FördeKoordinaten: 54° 50′ 49″ N, 9° 32′ 17″ O
54° 50′ 49″ N, 9° 32′ 17″ O

HintergrundBearbeiten

Die Schwennau wurde erstmals 1756 erwähnt. Der Name geht entweder auf dänisch Svineå für Schweineau zurück oder bedeutet die schwindende (d. h. versickernde) Au (zu altnordisch svinaabnehmen, sich verringern), da das Terrain am Auslauf sehr sumpfig ist.[1] 1763 wurde an der Mündung des kleinen Flusses eine Ziegelei eingerichtet.[2][3] Die Ziegelei an der Schwennau gehörte zu einer großen Anzahl von Ziegeleien an der Förde, die einen bedeutsamen Wirtschaftszweig im Flensburger Raum darstellten.[4] Der unweit der Schwennau-Mündung gelegene Überrest der ehemaligen Ziegelei, der Schwennauhof, stellt offensichtlich den ältesten Gebäudebestand in der Gegend dar.[5]

Das vor der Mündung befindliche Schwennautal ist Teil des Landschaftsschutzgebietes "Flensburger Förde"[6] und Teil des Fauna-Flora-Habitats (FFH) „Küstenbereiche Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk“.[7][8] Dieses enthält auch das FFH-Teilgebiet " Munkbrarupau- und Schwennautal".[9] Im Schwennautal liegt die Turmruine Erlkron, welche Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. Unmittelbar an der Mündung der Schwennau wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein kleiner Campingplatz eingerichtet, der bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts Bestand hatte. Inzwischen befindet sich dort die Ferienhaussiedlung Glück in Sicht. Auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes wurde 2019 zudem ein Restaurant gebaut. Der benachbarte Schwennauhof diente über fünfzig Jahre, bis zum Jahr 2010, als Jugenderholungsstätte.[10][11] Danach wurde der Hof zu einem Ferienresort umgebaut.[12][13] Beim Ortsteil Schwennau liegen des Weiteren das Anwesen Moos (östlich von Schwennauhof),[14] die Straße Blocksberg[15] (auf einer mit Einfamilienhäusern bebauten Anhöhe, südlich von Schwennauhof)[16] sowie der Wald Friedeholz.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 591.
  2. Flensburger Tageblatt: Verbot für echtes Reetdach: Schwennauhof in Glücksburg: Mit Kunst-Reet zu altem Glanz?, vom: 17. August 2018; abgerufen am: 19. August 2018 (der besagte Artikel verweist auf die Chronik des Kirchspiels Munkbrarup von 1976)
  3. Hans Nicolai Andreas Jensen erwähnt in einem seiner Bücher ebenfalls die Ziegelei, nennt aber das Datum 1763. Vgl.Versuch einer kirchlichen Statistik über das Herzogthum Schleswig, Band 3, Seite 987
  4. Marsch & Förde - Ziegeleien. Abgerufen am 30. Juli 2018.
  5. Flensburger Tageblatt: Verbot für echtes Reetdach: Schwennauhof in Glücksburg: Mit Kunst-Reet zu altem Glanz?, vom: 17. August 2018; abgerufen am: 19. August 2018
  6. Gültige Landschaftsschutzgebiete im Kreis Schleswig-Flensburg. In: Kreisportal. Kreis Schleswig-Flensburg, 23. Juni 2011, S. 1, abgerufen am 21. März 2020 (Tabelle lfd. Nr. 13, Flensburger Förde, Kreisverordnung v. 31. März 1967).
  7. Umweltministerium Schleswig-Holstein: Managementplan Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Küstenbereiche Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk
  8. Küstenbereiche Flensburger Förde von Flensburg bis Geltinger Birk (FFH-Gebiet). 1123-393. In: Steckbriefe der Natura 2000 Gebiete. Bundesamt für Naturschutz, 2018, abgerufen am 21. März 2020.
  9. Munkbrarupau- und Schwennautal (FFH-Gebiet). 1123-305. In: Steckbriefe der Natura 2000 Gebiete. Bundesamt für Naturschutz, 2018, abgerufen am 21. März 2020.
  10. Flensburger Tageblatt: Leiser Abschied von Schwennauhof, vom: 9. Oktober 2010; abgerufen am: 2. August 2018
  11. Flensburger Tageblatt: Jugendreisen im Sport. Jugendferiendorf in Schwennauhof-Ostsee, Deutschland, abgerufen am: 2. August 2018
  12. Flensburger Tageblatt: Ex-Schwennauhof Glücksburg: Ärger in Sicht, vom: 9. Juni 2017; abgerufen am: 2. August 2018
  13. Flensburger Tageblatt: Glücksburg : Urlaub mit Blick auf die Innenförde, vom: 6. Juni 2017; abgerufen am: 2. August 2018
  14. Bekanntmachung der Stadt Glücksburg (Ostsee), Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 47 „Schwennauhof“, vom: 29. September 2015; abgerufen am: 2. August 2018
  15. Wie alt die Bezeichnung für diese Straße ist, ist unklar. Vermutlich älter dürfte der Blocksberg am Flensburger Stadtrand sein.
  16. Bekanntmachung der Stadt Glücksburg (Ostsee), Vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 47 „Schwennauhof“, vom: 29. September 2015; abgerufen am: 2. August 2018