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Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB, französisch Union syndicale suisse, italienisch Unione sindacale svizzera) ist die grösste Arbeitnehmerorganisation der Schweiz. Er ist der Dachverband von 16 Einzelgewerkschaften, die insgesamt knapp 370'000 Mitglieder vertreten. Der SGB wurde 1880 im Bahnhofbuffet Olten gegründet.

Schweizerischer Gewerkschaftsbund
(SGB)
Zweck: Dachverband, Gewerkschaft
Vorsitz: Pierre-Yves Maillard[1]
Gründungsdatum: 1880
Mitgliederzahl: 368'762 (2011)[2]
Sitz: Bern, Schweiz
Website: www.sgb.ch

Präsident ist der Waadtländer Staatsrat Pierre-Yves Maillard. Vizepräsidentin und Vizepräsident sind Vania Alleva (zugleich Präsidentin der Gewerkschaft Unia) und Giorgio Tuti (zugleich Präsident der Gewerkschaft SEV). Maillard ist Nachfolger des Ende November 2018[3] zurückgetretenen St. Galler Ständerats Paul Rechsteiner.

Der SGB ist Mitglied des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) und des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB)[4] sowie der Klima-Allianz Schweiz. In der Mitgliederliste des IGB wird die Mitgliedschaft mit 269.065 angegeben (Stand: November 2017).[5]

Politische ZieleBearbeiten

VollbeschäftigungBearbeiten

Die Wirtschaftspolitik soll Vollbeschäftigung zum Ziel haben. Darin inbegriffen ist nicht nur das Recht auf Arbeit, sondern auch das Recht auf eine Berufsausbildung. Arbeitslose, Ausgesteuerte und Sozialhilfeempfänger sollen möglichst rasch wieder in die Erwerbswelt integriert werden.

Faire LöhneBearbeiten

Am 25. Januar 2011 hat der Schweizerische Gewerkschaftsbund die Mindestlohn-Initiative lanciert.[6] Die Initiative will alle Löhne über Mindestlöhne schützen. Sie schreibt einen untersten Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde vor (für das Jahr 2011). Der gesetzliche Mindestlohn wird regelmässig an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst (gemäss AHV-Rentenindex), die Kantone können regional höhere Mindestlöhne festlegen. Damit alle Löhne geschützt sind, müssen Bund und Kantone Mindestlöhne in Gesamtarbeitsverträgen fördern. Am 18. Mai 2014 wurde die Initiative vom Stimmvolk abgelehnt.[7]

1:12Bearbeiten

Der Schweizer Gewerkschaftsbund unterstützte die Eidgenössische Volksinitiative «1:12 – Für gerechte Löhne», die verlangte, dass niemand mehr als zwölfmal soviel verdienen darf wie der schlechtestbezahlte Mitarbeiter im selben Unternehmen.

Bessere ArbeitsbedingungenBearbeiten

Die gesetzlichen wöchentlichen Höchstarbeitszeiten (50 Stunden/Woche) sollen reduziert, die Überstunden begrenzt und die Arbeitszeit somit planbarer werden. Weiter sollen die Kontrollen gegen Missbrauch bei Temporärarbeit verstärkt und der Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden verbessert werden.

ChancengleichheitBearbeiten

Der Zugang zur Erwerbswelt und die Karrieremöglichkeiten sollen nicht abhängig sein von Herkunft oder Geschlecht einer Person. Durch kostenlose und flächendeckende Tagesschulen und einen Elternurlaub soll Frauen ein gleichberechtigter Zugang zur Arbeitswelt ermöglicht werden.

Soziale Sicherheit für alleBearbeiten

Die Sozialversicherungen sollen erhalten und wo nötig ausgebaut werden. Am Kongress vom 5. und 6. November 2010 hat der SGB das Modell AHVplus vorgestellt, das die Rentenlücke bei tiefen Einkommen schliessen sollte[8]. Während das Leistungsziel bisher eine Ersatzquote von 60 % des letzten Einkommens vorsah, soll dieses Leistungsziel für die Altersvorsorge künftig nach Einkommen differenziert werden. Für Einkommen unter 5000 Franken fordert der SGB eine Ersatzquote von 80 %, erst ab einem Einkommen von mehr als 7000 Franken pro Monat soll die Ersatzquote wie bisher 60 % betragen. So soll sichergestellt werden, dass die Rente auch für tiefere Einkommen ein würdiges Leben im Ruhestand ermöglicht. Weiter soll ein flexibler Altersrücktritt mit 62 für alle möglich sein.

Starker Service publicBearbeiten

Die staatliche Grundversorgung – wie Bildung, Gesundheit, öffentlicher Verkehr, Post usw. – soll nicht weiter privatisiert und liberalisiert werden. Der Staat soll dafür sorgen, dass alle Menschen in der Schweiz einen direkten und kostengünstigen Zugang zu seinen Dienstleistungen haben. Weiter soll er für vorbildliche Arbeitsbedingungen besorgt sein.

Gleichstellung von Mann und FrauBearbeiten

Der SGB setzt sich für den Schutz vor Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ein. Dazu gehört die Verwirklichung der Lohngleichheit, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und eine gerechte Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit. Aktiv war der SGB unter anderem in der Organisation einer Grosskundgebung zur Lohngleichheit am 22. September 2018 in Bern[9] sowie als einer der Hauptakteure beim Frauenstreik am 14. Juni 2019, bei dem der SGB unter dem Slogan "Lohn. Zeit. Respekt" u. a. Mindestlöhne von 4000 Franken, Investitionen in Betreuungsangebote, Lohnanalysen- und Kontrollen als Mittel gegen Lohndiskriminierung sowie verstärktes Engagement gegen Sexismus und Belästigung am Arbeitsplatz[10] forderte.

MitgliederBearbeiten

Folgende Gewerkschaften bilden den SGB:

VollmitgliederBearbeiten

Assoziierte MitgliederBearbeiten

Mitglieder im BeobachterstatusBearbeiten

  • ZV – Zentralverband Öffentliches Personal Schweiz
  • impressum – die Schweizer Journalistinnen
  • SBK – Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner

Historische MitgliederBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten