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Schweigekanzler

Wikimedia-Begriffsklärungsseite

Schweigekanzler ist in Österreich ein pejoratives politisches Schlagwort für einen Regierungschef, der sich nicht zu einer wichtigen Thematik äußert. Der Ausdruck wurde 2005 und wieder 2018 Österreichisches Wort des Jahres in Bezug auf Wolfgang Schüssel respektive auf Sebastian Kurz.

Das Wort erschien in der Zeit der Regierung Schüssel (2000–2007), einer Koalition der konservativen ÖVP mit der rechtsgerichteten FPÖ (dann BZÖ) unter Jörg Haider. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wurde von der Opposition vorgeworfen, sich zu wenig von rechtspopulistischen und radikalen Aussagen des Koalitionspartners zu distanzieren.[1]

Kurz, seit 2017 Bundeskanzler für die ÖVP, der wiederum eine Koalition mit der FPÖ (Vizekanzler Strache) einging, wurde ebenfalls mit diesem Wort bedacht. Die Regierung war mit der erklärten Absicht angetreten, sich nicht wie die rot-schwarze Vorregierung in innerkoalitionären Disputen zu verlieren. Da es auch in dieser Zeit Vorwürfe an die FPÖ wegen mangelnder Distanz zur extremen Rechten gab, die Kurz kaum kommentierte, prägte der Politologe Peter Filzmaier hierzu „Schweigekanzler 2.0“.[2][3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Z.B. "Schweige-Kanzler" ist "Wort des Jahres": Schüssel glänzt durch verbale Sparsamkeit. In: news.at, 15. Dezember 2005.
  2. Zitat Peter Filzmaier, ZIB2, 20. Juli 2018; vergl. "Kurz profiliert sich als Schweigekanzler 2.0". In: Kleine Zeitung online, 20. Juli 2018 (22.05 Uhr, zeitnah zur Sendung).
  3. "Schweigekanzler" und Co - was hinter den Wörtern des Jahres steckt. Martin Behr, in: Salzburger Nachrichten online, 6. Dezember 2018.