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Schwarzkinnkolibri

Art der Gattung Archilochus
Schwarzkinnkolibri
Schwarzkinnkolibri (Archilochus alexandri), Männchen

Schwarzkinnkolibri (Archilochus alexandri), Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Archilochus
Art: Schwarzkinnkolibri
Wissenschaftlicher Name
Archilochus alexandri
(Bourcier & Mulsant, 1846)

Der Schwarzkinnkolibri (Archilochus alexandri) ist ein in Nord- und Mittelamerika vorkommender Vogel aus der Familie der Kolibris (Trochilidae).

Inhaltsverzeichnis

MerkmaleBearbeiten

Seinen Namen erhielt der Schwarzkinnlkolibri durch das schwarze Kinn des Männchens dessen Kopf ebenfalls schwarz ist. Die schwarze Kehle des Männchens schimmert je nach Lichteinfall zuweilen metallisch violett. Der Schwanz ist dunkelbraun. Das übrige Gefieder zeigt eine mehr oder weniger hell oder dunkel schimmernde graubraune bis graugrüne Färbung, die beim Weibchen das gesamte Gefieder umfasst. Die Unterseite ist heller gefärbt. Der Schnabel ist lang und gerade. Die Länge des Vogels beträgt neun bis 9,5 Zentimeter, das Gewicht im Durchschnitt 3,5 Gramm.

Verbreitung und LebensraumBearbeiten

 
Verbreitungsgebiet des Schwarzkinnkolibris

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzkinnkolibris erstreckt sich von British Columbia Richtung Süden über die westlichen US-Bundesstaaten bis nach Texas und den Norden Mexikos. Er lebt bevorzugt in lichten Wäldern, gebüschreichen Savannen und bewaldeten Bergtälern.[1]

LebensweiseBearbeiten

Der Schwarzkinnkolibri nimmt seine Nahrung in erster Linie als Blütennektar im Schwirrflug auf. Zuweilen werden auch Insekten aus der Luft gefangen. Das Nest des Schwarzkinnkolibris wird vom Weibchen im Gebüsch oder auf Bäumen in Höhen zwischen 1,5 und drei Metern angelegt. Gelegentlich kann es auch bis zu zehn Meter hoch liegen. Es wird aus Spinnweben, Pflanzenwolle, Flechten und Moosen angefertigt. Überwiegend werden zwei Eier gelegt, die vom Weibchen in 13 bis 16 Tagen ausgebrütet werden. Nach 20 bis 21 Tagen verlassen die Jungen das Nest.[2] Da die Nester zuweilen von Nesträubern wie dem Mexikanischen Häher (Aphelocoma wollweberi) ausgeraubt werden, haben die Kolibris eine Strategie entwickelt, um ihre Eier und Nestlinge vor den Räubern zu schützen: Sie nisten dort, wo auch Habichte brüten. Da die Häher die Nähe dieser Greifvögel meiden, können die Kolibris ungestört ihre Jungen aufziehen.[3]

GefährdungBearbeiten

Der Schwarzkinnkolibri ist in seinen Verbreitungsgebieten nicht selten und wird demzufolge von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als  least concern = nicht gefährdet“ klassifiziert. Er ist vom United States Fish and Wildlife Service gemäß dem Migratory Bird Treaty Act geschützt.[4]

Etymologie und ForschungsgeschichteBearbeiten

Jules Bourcier und Étienne Mulsant beschrieben den Schwarzkinnkolibri unter dem Namen Trochilus Alexandri.[5] Das Typusexemplar stammte aus der Sierra Madre Occidental und wurde von dem Naturforscher und Doktor Alexandre gesammelt.[6] Im Jahr 1854 führte Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach den neuen Gattungsnamen Archilochus für den Schwarzkinnkolibri ein.[7] Mit der Namensgebung folgte Reichenbach der Tradition von Carl von Linné, Mathurin-Jacques Brisson und anderen Autoren, die gerne antike Philosophen, Lyriker oder Personen aus der griechischen Mythologie für ihre Namen verwendeten. So war Archilochos ein griechischer Poet aus Paros.[8] Das Artepitheton ist seinem relativ unbekannten Entdecker gewidmet.[6]

LiteraturBearbeiten

  • James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  • Jules Bourcier, Étienne Mulsant: Description de vingt espèces nouvelles d`oiseaux-mouches. In: Annales des sciences physiques et naturelles, d'agriculture et d'industrie. Band 9, 1846, S. 312–332 (online [abgerufen am 7. März 2016]).
  • Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach: Aufzählung der Colibris oder Trochilideen in ihrer wahren natürlichen Verwandtschaft nebst Schlüssel ihrer Synonymik. In: Journal für Ornithologie. Band 2, Nr. Sonderheft, 1854, S. 1–24 (online [abgerufen am 7. März 2016]).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Verbreitungsgebiet
  2. Guide to North American Birds
  3. Kolibri-Überlebensstrategie
  4. Migratory Bird Treaty Act
  5. Jules Bourcier u. a., S. 330.
  6. a b Jules Bourcier u. a., S. 332.
  7. Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 13.
  8. James A. Jobling, S. 53.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schwarzkinnkolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien